Vorsicht Gewinn: Firmen kassieren mit Zusatzkosten ab

Immer wieder gehen Firmen mit Glückwünschen auf Kundenfang: Ob als Massensendung verschickt oder per Telefon, SMS oder E-Mail unter die Leute gebracht: „Firmen, die eine Reise, ein Auto oder einen Geldgewinn zu verschenken haben, wollen mit ihrer Mitteilung meist nur Kasse machen“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Den Benachrichtigungen liegt häufig ein Warenkatalog mit Bestellformular gleich bei. Eine beliebte Ankündigung ist auch der Gewinn einer Reise – oft ein teurer Preis, weil einige Extras wie Einzelzimmer- und Saisonzuschlag, Bearbeitungsentgelte, Kautionen zusätzlich zu zahlen sind. Bisweilen werden vermeintliche Gewinner auch aufgefordert, eine teure 0900-Telefonnummer für bis zu drei Euro pro Minute zu wählen, um sich über Details zu informieren.

Am anderen Ende der Leitung hält man sie dann mit allgemeinen Hinweisen möglichst lange in der Leitung. Mit solchen Kostenfallen gehen dubiose Firmen auf Beutefang. „Wer etwas gewonnen hat, muss dafür nichts zahlen – keine Briefmarke, keinen Rückruf oder sonstige Zuschläge und Gebühren“, erläutert die Verbraucherzentrale NRW und gibt  folgende Tipps:

  • Nichts zahlen: Vermeintliche Glückspilze sollten niemals mit geforderten Beträgen in Vorkasse treten – weder in bar noch per Nachnahme. Es sollte auch keine Ermächtigung zur Abbuchung vom persönlichen Konto erteilt werden. Das Geld ist meist verloren, während Betroffene auf den Gewinn vergeblich warten.
  • Mit Daten zur Person geizen: Da viele Firmen es darauf anlegen, an persönliche Daten zu kommen, um Namen und Adressen weiter zu verkaufen, müssen Freigiebige damit rechnen, bald mit erneuter lästiger Werbung und weiteren Gewinnbenachrichtigungen überhäuft zu werden.
  • Finger weg vom Hörer: Wegen weiterer Auskünfte sollten keine teuren Telefonnummern unter 0900- bzw. 0137 angewählt werden. Sonst droht den Anrufern, dass sie bei ratterndem Gebührenzähler möglichst lange hingehalten werden und bei der nächsten Telefonrechnung zahlen müssen – meist ohne einen Gewinn zu erhalten.
  • Absender prüfen: Wichtig ist, dass die Gewinnfirma mit einer vollständigen Anschrift auftritt! Fehlende Absenderangaben oder lediglich Postfachadressen hindern glückliche Teilnehmer später, berechtigte Ansprüche durchzusetzen bzw. Ware zurückzusenden.

Weitere Auskünfte und persönliche Hilfe zu Gewinnmitteilungen gibt’s in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW – Adressen und Termine unter www.vz-nrw.de/beratungsstellen. Raschen rechtlichen Rat bietet auch das Verbrauchertelefon NRW, montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr unter 0900-1-89 79 69, 1,86 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise können variieren.

Ein konsequenter Rauchstopp hilft der Lunge

„Gesunde Lunge – Grundlage des Lebens“ lautet das Motto des diesjährigen Deutschen Lungentages am 20. September. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nimmt den jährlich stattfindenden Aktionstag zum Anlass, um auf die Gefahren des Rauchens für die Gesundheit der Lunge aufmerksam zu machen.

Zigarette im grünen Aschenbecher Foto: djp/newpol.de
Zigarette im grünen Aschenbecher
Foto: djp/Foto: djp/bilder.newspol.de

Eine gesunde Lunge ist ein leistungsstarkes Organ, das den Körper mit lebensnotwendigem Sauerstoff versorgt, Krankheitserreger abfängt und Kohlendioxid abtransportiert. Pro Tag atmet ein Erwachsener über 10.000 Liter Luft ein und aus. Tabakrauch enthält über 4.800 verschiedene Substanzen, viele davon sind giftig. Bei ungefähr 90 Substanzen ist eine krebserzeugende Wirkung entweder nachgewiesen worden oder sie wird vermutet.

„Rauchen ruft chronische Entzündungsprozesse im Lungengewebe hervor und ist der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs“, warnt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. „Lungenerkrankungen wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD führen zu schweren Atemwegsfunktionsstörungen und zur Zerstörung von Lungengewebe“, so Prof. Pott weiter. COPD steht für die englische Bezeichnung Chronic Obstructive Pulmonary Disease. Der Begriff „obstruktiv“ weist darauf hin, dass sich bei einer COPD die Atemwege verengen. Auch das Risiko, an einer Bronchitis oder einer Lungenentzündung zu erkranken, nimmt durch Tabakkonsum zu.

Laut einer Studie kanadischer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ist das Sterberisiko von Rauchern und Raucherinnen um das Dreifache höher als bei Menschen, die noch nie in ihrem Leben geraucht haben. Nachgewiesen wurde aber auch, dass sich der Rauchstopp selbst im mittleren und höheren Erwachsenenalter noch lohnt. „Mit neun zusätzlichen Jahren kann jemand rechnen, der mit 35 bis 44 Jahren die letzte Zigarette ausdrückt. Und ein Rauchstopp zwischen dem 45. und 54. Lebensjahr wird mit „6 Jahren mehr“ belohnt – immer im Vergleich zu Personen, die nicht aufhören zu rauchen“, appelliert Prof. Pott an die Raucherinnen und Raucher. „Und von der Langzeitwirkung ganz abgesehen: Die Regeneration des Körpers beginnt bereits nach kurzer Zeit. Zwölf Stunden nach der letzten Zigarette ist der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut gesunken und der Sauerstoff-Spiegel auf normaler Höhe. Alle Organe werden wieder besser mit Sauerstoff versorgt und die körperliche Leistungsfähigkeit steigt.“

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet mit ihrer „Rauchfrei“-Kampagne vielfältige Angebote für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten:

  • Telefonische Beratung unter der Rufnummer 01805/31 31 31 (14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk max. 42 Cent/Min.).
  • Gruppenkurs „Rauchfrei Programm“ Informationen zum Kursangebot, zu Anbietern vor Ort und den Möglichkeiten der Kostenerstattung gibt es unter: www.rauchfrei-programm.de
  • Online-Ausstiegsprogramm mit bewährten Informationen, Tipps und täglicher E-Mail (www.rauchfrei-info.de).
  • Online-Mentorenprogramm „Rauchfrei-Lotsen“: Erfolgreiche Ex-Raucherinnen und Ex-Raucher geben im Rauchfrei-Forum (www.rauchfrei-info.de) praktische Tipps für den Ausstieg und motivieren zum Dranbleiben.

Informationen zum Deutschen Lungentag finden Sie unter: www.lungentag.de

Nützliche Tipps für die Pilz-Saison

Pilzliebhaber und -sammler stehen ab dem Spätsommer in den Startlöchern: Denn die Pilze bereichern bald wieder den Speiseplan. Tausende Pilzarten sind bis heute bekannt, von den kleinsten Schimmelpilzen bis zu den großen Speisepilzen. Nicht einfach, sich auszukennen und Pilze richtig zu verarbeiten. Die Experten des TÜV SÜD geben Tipps und Informationen rund um diese wertvollen Lebensmittel.

Nur ein Bruchteil der bekannten Pilzarten ist tatsächlich essbar. Essbar ist auch nicht der Pilz selbst, sondern in der Regel sein überirdisch wachsender Fruchtkörper mit „Stil und Hut“. Die meisten essbaren Pilzarten gehören zu den Ständerpilzen. Gerade wer selbst sammelt, braucht viel Wissen und Erfahrung. Leicht kann die schöne Freizeitbeschäftigung zum Auslöser für Vergiftungen oder Unverträglichkeiten werden. Zwei Aspekte sind dabei zu unterscheiden: Pilze in der Pilzmahlzeit waren nicht essbar (Pilzvergiftung) oder Pilze in der Pilzmahlzeit waren unbekömmlich oder verdorben (unechte Pilzvergiftung). Dr. Andreas Daxenberger, Lebensmittel-Experte von TÜV SÜD, verweist darauf, dass „Kinder und ältere Menschen schon auf kleine Pilzmahlzeiten sehr empfindlich reagieren können, wenn diese nicht vollständig intakt sind.“

Selbst sammeln – nicht ohne Risiko

Sofort nach der Ernte frisch zubereitet, entfalten sie ihr mild bis würziges Aroma. Nur wenige Wildpilze sind uneingeschränkt essbar. Viele sind unbekömmlich, einige sind bereits bei dem Genuss kleinster Mengen tödlich. Immer wieder kommt es bei Pilzsammlern zu schweren Vergiftungen. Andreas Daxenberger von TÜV SÜD: „Genaue Zahlen existieren nicht, da es in der Bundesrepublik keine sichere Statistik zu Pilzvergiftungen gibt. Schätzungen legen allerdings nahe, dass jährlich mehrere tausend Pilzesser betroffen sind“. Einer Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung zufolge wurden allein im Jahr 2006 bei 5 von insgesamt 9 Giftinformationszentren 1.704 Fälle von Pilzvergiftungen bekannt, darunter 3 Todesfälle durch Knollenblätterpilze. Für alle Pilzsammler gilt daher: Kein Risiko eingehen, im Zweifelsfall bleibt der Pilz eben stehen. Wer sich nach der Ernte nicht mehr sicher ist, sucht am besten die Pilzberatungsstellen der örtlichen Verwaltung auf. Auch Bilder in Büchern und Internet können täuschen. Zudem sind gerade in alter Literatur Pilze häufig noch als „essbar“ eingestuft, die man heute wegen ihrer toxikologischen Bewertung nicht mehr empfiehlt.

Bekömmlichkeit

Die Zellwände der Pilze enthalten unverdauliches Chitin, das zu Blähungen und Magenverstimmungen führen kann. Vorbeugen kann man durch Zerkleinern, gutes Kauen und eine Garzeit von mindestens 15 Minuten. Auch wenn einige Zuchtpilzsorten, wie etwa Champignons, roh verwendet werden können, sollten empfindliche Personen Pilzmahlzeiten immer durcherhitzt genießen. Je nach Region sind Wildpilze vom Fuchsbandwurm befallen. Sie sollten vor dem Genuss grundsätzlich erhitzt werden.

Frische, Aufbewahrung und Zubereitung

Egal, ob Wildpilz oder Zuchtprodukt: Ein frischer Pilz ist saftig und prall, frei von Flecken, Schimmel oder weichen Stellen. Bei Zuchtchampignons sollte der Pilzkopf geschlossen und die Stielenden nicht zu trocken sein. Vor der Zubereitung die Pilze am besten mit einem feuchten Tuch abreiben oder bürsten. Madige oder glasige Stellen sind großzügig zu entfernen.

Pilze sind sehr leicht verderblich. Sofortige Verarbeitung nach dem Kauf oder Sammeln ist daher empfehlenswert. Keinesfalls sollten sie länger als 2 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Plastiktüten oder verschlossene Plastikboxen sind zur Aufbewahrung nicht geeignet.

Frische Pilze lassen sich hervorragend einfrieren und sind so bis zu 6 Monate haltbar. Am besten schneidet man sie nach dem Putzen in Scheiben und blanchiert sie vor dem Einfrieren kurz, um anhaftende Mikroorganismen abzutöten. Nicht vergessen: vor dem Verzehr gründlich durchgaren.

Das Trocknen von Pilzen ist ein traditionelles Konservierungsverfahren. Dazu schneidet man die trockenen, sauberen Pilze in dünne Scheiben und trocknet sie bei ca. 40°C bei leicht geöffneter Ofentür mehrere Stunden im Backofen. Anschließend werden sie luftdicht, kühl und dunkel aufbewahrt. Schimmeln die Pilze später oder riechen muffig, dürfen sie nicht mehr verwendet werden. Geschmacklich leiden die Pilze durch Einfrieren und Trocknen aber doch. So sollte sich jeder Sammler fragen, ob er wirklich mehr mitnimmt, als er für das frische Gericht braucht.

Frisch zubereitete, tiefgekühlte oder getrocknete Pilze können auch einmal aufgewärmt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass das Pilzgericht schnell (am besten in Eiswasser) abkühlt und nicht länger als einen Tag im Kühlschrank stand. Beim Wiederaufwärmen einmal gut aufkochen (min. 70°C).

Inhaltsstoffe der Pilze

Lange galten Speisepilze als ernährungsphysiologisch wertlos. Das sieht man heute anders: 100g frische Pilze enthalten nur 25-35 kcal und sind so die ideale Zutat einer kalorienbewussten Ernährung. Je nach Pilzart enthalten Speisepilze 86-90% Wasser und weniger als 1% Fett. Speisepilze sind reich an Kalium, Phosphor und Vitamin B. Außerdem enthalten Pilze das sonst in beliebten Lebensmitteln seltene Vitamin D. Einige Pilzsorten, wie der Austernseitling, sind sehr folsäurehaltig. Mit bis zu 8% ist der Ballaststoffanteil der Pilze besonders hoch und übertrumpft die meisten Gemüsesorten.

Schwermetalle und Radioaktivität bei Wildpilzen

Trotz außergewöhnlichem Aroma sollten Wildpilze nicht im Übermaß genossen werden. Da Pilze Mineralien und Metalle aus dem umgebenden Boden aufnehmen, reichern sich unerwünschte Substanzen aus der Umwelt wie Cadmium, Blei und Quecksilber aus dem Waldboden in den Pilzen an. Auch Jahrzehnte nach Tschernobyl ist der Gehalt an Radiocäsium bei Wildpilzen aus Süddeutschland immer noch deutlich erhöht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt daher, nicht mehr als 250g Wildpilze pro Woche zu verzehren. Schwangere, Kinder und Menschen mit angeschlagenem Immunsystem sollten lieber auf Zuchtpilze zurückgreifen.

Wichtiger Hinweis für eifrige Pilzsammler

Viele unserer beliebtesten Wildpilze stehen unter Artenschutz (z.B. Stein- oder Birkenpilze). Sie dürften gemäß Bundesartenschutzverordnung oder Bundesnaturschutzgesetz nicht gesammelt werden. Das Sammeln in geringen Mengen und zum eigenen Gebrauch außerhalb von Naturdenkmalen, Naturparks und Schutzgebieten ist aber per Ausnahmeregelung erlaubt; körbeweises Sammeln jedoch nicht.

 

Deftige Nudelpfanne mit Steinpilzsauce

Deftige Nudelpfanne mit Steinpilzsauce Foto: Wirths PR
Deftige Nudelpfanne mit Steinpilzsauce
Foto: Wirths PR

Deftige Nudelpfanne mit Steinpilzsauce
(für 4 Personen)

500 g Penne
500 g Steinpilze
100 g magerer Speck
Jodsalz
Pfeffer
200 g Reibekäse
0,2 l Sahne
Petersilie

Penne nach Packungsaufschrift zubereiten. Steinpilze putzen, waschen, trocken tupfen und in mundgerechte Stücke schneiden. Speck in dünne Scheiben schneiden und in einer Pfanne kross anbraten, herausnehmen und in dem ausgelassenen Fett die Pilze anbraten, eventuell leicht salzen und pfeffern. Speck warm stellen. Inzwischen den Reibekäse mit der Sahne erwärmen und unter ständigem Rühren darin schmelzen. Nudeln abschrecken, abtropfen lassen und in die Pfanne geben. Die Käse-Sauce darüber geben, kurz erhitzen. Den Speck zugeben und das Gericht mit gehackter Petersilie bestreuen.

Pro Person: 866 kcal (3622 kJ), 31,7 g Eiweiß, 41,4 g Fett, 90,2 g Kohlenhydrate

Tipp: Gerichte mit viel Fett haben es oft im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Artischockensaft (erhältlich in Reformhäusern und Apotheken) regt die Gallentätigkeit an und verbessert die Fettverdauung. Am besten vor der Mahlzeit mit Tomaten- oder Gemüsesaft gemixt trinken.

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