Generation „Gefällt mir“

Dem Reiz der sozialen Netzwerke für Jugendliche sind hr-iNFO und der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt auf der Spur. Foto: hr/Kathrin Duckert
Dem Reiz der sozialen Netzwerke für Jugendliche sind hr-iNFO und der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt auf der Spur.
Foto: hr/Kathrin Duckert

Sie sind ständig „drin“, posten, liken und chatten grenzenlos. Das Bild von den Jugendlichen, die sich ohne Pause in sozialen Netzwerken tummeln, ist allgegenwärtig. Stimmt das? Wie Schüler soziale Netzwerke wirklich nutzen, das will hr-iNFO zusammen mit den Wirtschaftsinformatikern der Technischen Universität (TU) Darmstadt herausfinden. Das Informationsradio des Hessischen Rundfunks (hr) geht außerdem der Frage nach, was und wie viel Eltern über die Netzaktivitäten ihrer Kinder wissen.

Dazu startet hr-iNFO am Montag, 24. Februar, gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik von Professor Peter Buxmann eine Online-Umfrage: Wie viel Einblick haben Eltern? Welche und wie viele „Freunde“ haben ihre Kinder? In welchen sozialen Medien und Netzwerken sind Schüler unterwegs? Welche Regeln gelten zu Hause für den virtuellen Konsum? Bis Sonntag, 9. März, bittet hr-iNFO hessische Eltern mit Unterstützung des Landeselternbeirats, diese und weitere Fragen zur Rolle von sozialen Netzwerken im Familienalltag zu beantworten.

Die Umfrage ist Teil der neuen hr-iNFO-Reihe „Generation ‚Gefällt mir‘ – Wie die Jugend klickt“. Sie baut auf einer aktuellen Studie der Darmstädter Wirtschaftsinformatiker auf, für die mehrere Hundert Schüler eine Woche lang ein „Facebook-Tagebuch“ geführt haben. Besonders wichtig war den Forschern herauszufinden, wie wichtig den Befragten der Schutz ihrer persönlichen Daten und der Privatsphäre im größten sozialen Netzwerk ist. Weitere aufschlussreiche Antworten gab es auf die Fragen: Wie oft bin ich online? Was poste ich? Was mag ich, und was geht gar nicht? hr-iNFO stellt die Perspektiven der Schüler und Eltern gegenüber und lässt Pädagogen, Internetfachleute sowie Politiker zu Wort kommen.

Dabei wird es auch um die Frage gehen, welche Rolle „Social Media“ in den Klassenzimmern spielen darf und soll. Zusätzlich hoffen die TU-Wissenschaftler, mit Hilfe der Angaben von Schülern und Eltern einen Blick auf die Facebook-Zukunft werfen zu können: Wird es das aktuell größte soziale Netzwerk auch in zehn Jahren noch geben?

Mit „Generation ‚Gefällt mir‘“ setzen hr-iNFO und der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt die erfolgreiche Zusammenarbeit fort. Sie startete vor zwei Jahren vielbeachtet unter dem Titel „Der Preis des Kostenlosen“ und geht in diesem Frühjahr in die zweite Runde. Zahlreiche Beiträge, Gespräche und Reportagen rund um das Verhalten der Schüler in den sozialen Medien begleiten die Kooperation im Radio. Eine Podiumsdiskussion mit Eltern, Schülern und Experten im Hessischen Rundfunk am Donnerstag, 8. April, rundet den gemeinsamen Auftritt ab.

Alle Informationen zum Thema und zum Fragebogen unter www.hr-inforadio.de.

Funny Games: Reale und virtuelle Gewalt

Die Diskussion zum Thema „mediale Gewalt“ bereichert der Bochumer Forscher Prof. Bert te Wildt mit seinem neuen Buch „Funny Games: Über das Wechselspiel von realer und virtueller Gewalt“. Mit dem Film „Funny Games“ gelang dem mittlerweile Oscar-prämierten Regisseur Michael Haneke 1997 der Durchbruch. Das verstörende Werk packt den Zuschauer bei seinen Thriller-Sehgewohnheiten, um ihm diese dann mit brachialer Wucht vorzuführen und gegen ihn zu wenden.

Das macht die Problematik der Konsumierbarkeit medialer Gewalt für den Zuschauer unmittelbar erfahrbar. Zu diesem Zweck setzt der Regisseur in erster Linie auf eine radikal realistische Darstellung von Angst und Schmerz, bei der die Darsteller der Opfer bis an die Grenzen des Spiel- und Ertragbaren gehen. Um über die persönliche Betroffenheit hinauszuweisen, entstand die Idee, mit den Akteuren darüber zu sprechen, was sie vor, nach und vor allem während der Dreharbeiten erlebt haben. Die in sich verschränkten Interviews von Prof. te Wildt mit dem Regisseur und den Darstellern des Films erzählen chronologisch von den verschiedenen Stadien seiner Produktion, von der Drehbuchentwicklung bis zur Rezeption.

Bert te Wildt ist Oberarzt und Leiter der Ambulanz der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LWL-Universitätsklinikums der Ruhr-Universität Bochum.

Weitere Informationen
Bert te Wildt: „Funny Games: Über das Wechselspiel von realer und virtueller Gewalt“, Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2013, 160 Seiten, 24,80 Euro, ISBN 978-3-8260-5271-2

Braunbären: Abenteuer in Finnland

Braunbärenabenteuer in Finnland © Neckermann Reisen
Braunbärenabenteuer in Finnland © Neckermann Reisen

Beobachtung der Tiere in freier Wildbahn

Für Abenteuerlustige hält Neckermann Reisen ein besonders aufregendes Erlebnispaket bereit: Eine nächtliche Braunbärensafari in der Region Finnisch Karelien nahe der russischen Grenze. Von einem sicheren Unterstand aus und ausgestattet mit einem Essenspaket und detaillierten Informationen durch den Wildnisführer können die Teilnehmer die nachtaktiven Bären in freier Wildbahn aus nächster Nähe beobachten. Schlafmöglichkeiten sind mit Schlafsäcken und Stockbetten auch vorhanden. Weitere Programmpunkte, wie eine optionale Elchsafari am Tag danach, runden das Angebot ab.

Die Tour inklusive zwei Übernachtungen mit Frühstück, zwei Abendessen und einem Mittagessen im Hotel Kalevala sowie der nächtlichen Braunbärensafari mit Essenspaket kostet ab 473 Euro pro Person. © Neckermann Reisen
Die Tour inklusive zwei Übernachtungen mit Frühstück, zwei Abendessen und einem Mittagessen im Hotel Kalevala sowie der nächtlichen Braunbärensafari mit Essenspaket kostet ab 473 Euro pro Person. © Neckermann Reisen

Glücksspielverhalten und Spielsucht

Der Deutsche Lotto- und Totoblock (DLTB) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) führen seit 2007 gemeinsam die nationale Präventionskampagne „Spiel nicht bis zur Glücksspielsucht“ durch. Das Kooperationsziel ist die Umsetzung der Vorgaben aus den Glücksspielstaatsverträgen, in denen die Richtlinien zur Vermeidung und Bekämpfung von Glücksspielsucht verbindlich festgelegt sind. Seit 2007 führt die BZgA im Rahmen der Kooperation regelmäßig repräsentative Befragungen zur Glücksspielnutzung der 16- bis 65-Jährigen in Deutschland durch.

Die heute in Berlin vorgestellten Ergebnisse der aktuellen Studie aus dem Jahr 2013 zeigen, dass das in Deutschland beliebte Glücksspiel Lotto „6 aus 49“ gegenüber früheren Befragungen deutlich seltener gespielt wird (2011: 31,5 Prozent, 2013: 25,2 Prozent). Auch der Anteil Jugendlicher, die gewerbliche Glücksspiele nutzen, ist von 24,1 Prozent im Jahr 2011 auf 19,2 Prozent im Jahr 2013 gesunken. Entgegen diesem Trend ist beim Spielen an Geldspielautomaten ein stetiger Anstieg von 2,2 Prozent im Jahr 2007 auf 3,7 Prozent im Jahr 2013 zu verzeichnen. Besonders deutlich fällt die Zunahme bei den 18- bis 20-jährigen Männern aus: Von ihnen spielten 5,8 Prozent im Jahr 2007 an Geldspielautomaten und 23,5 Prozent im Jahr 2013.

„Das Glücksspielverhalten in Deutschland bietet weiterhin Anlass zur Sorge“, betont Peter Lang, Abteilungsleiter in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Männer, Menschen mit Migrationshintergrund und arbeitslose Personen haben nach wie vor ein erhöhtes Risiko für eine problematische Nutzung von Glücksspielangeboten. Die Hoffnung auf den großen Gewinn kann letztlich dazu führen, dass unkontrolliert gespielt wird und die Risiken unterschätzt werden. Vor diesem Hintergrund ist es weiterhin notwendig, die bisherigen Präventionsstrategien fortzusetzen.“

Der Anteil der Personen, die ein pathologisches Glücksspielverhalten aufweisen, beträgt in der Befragung der 16- bis 65-jährige Bevölkerung im Jahr 2013 0,82 Prozent. In absoluten Zahlen sind das circa 438.000 Personen. Dies sind mehr als in der Befragung 2011 (0,49  Prozent, circa 265.000 Personen). Der Effekt ist bedingt durch die in der Befragung 2013 erstmals erfolgte Einbeziehung auch mobiltelefonisch erreichbarer Personen. Mit dem erweiterten methodischen Zugang der Studie wird somit eine Bevölkerungsgruppe zusätzlich in den Blick genommen und damit die Notwendigkeit von weiteren geeigneten Präventionsmaßnahmen unterstrichen.

Am stärksten mit glücksspielbezogenen Problemen belastet erweisen sich in der aktuellen Untersuchung 18- bis 20-jährige Männer: Unter diesen beträgt der Anteil mit problematischem oder pathologischem Spielverhalten 9,2 Prozent.

Die Studie der BZgA zeigt, dass 68 Prozent der Befragten sich über die Gefahren des Glücksspiels gut informiert fühlen. Immer mehr Personen informieren sich gezielt über die Belastungen und Probleme, die durch Glücksspiele entstehen können und wissen auch, wo sie Hilfe und Beratung erhalten können. Die Zustimmung in der Bevölkerung zu den verschiedenen gesetzlichen Regelungen des Glücksspiels (Spielverbot für Jugendliche, Verbot des Glücksspiels im Internet, staatliche Kontrolle des Glücksspiels) ist im Jahr 2013 im Vergleich zum Jahr 2011 annähernd gleich hoch geblieben.

BZgA-Informations- und Beratungsangebot

Auf der BZgA-Kampagnenseite www.spielen-mit-verantwortung.de finden Betroffene und Angehörige ein umfangreiches Informations- und Beratungsangebot mit einem kostenlosen Online-Ausstiegsprogramm, einer Chat-Sprechstunde und einem Selbsttest zum eigenen Glücksspielverhalten.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur telefonischen Beratung unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1 37 27 00.

Informationsmaterialien zum Thema Glücksspiel und Glücksspielsucht können ebenfalls kostenfrei unter folgender Adresse bestellt werden: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln, Fax: 0221-8992257, E-Mail: order@bzga.de, Online-Bestellsystem unter www.bzga.de/infomaterialien/gluecksspielsucht

Die Repräsentativbefragung der BZgA „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland 2013“ steht zum Download unter: www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/gluecksspiel/

Bewertung der Ergebnisse durch den DLTB

Eine der wichtigsten Säulen des Spieler- und Jugendschutzes für den Deutschen Lotto- und Totoblock (DLTB) ist der im Jahr 2007 geschlossene Kooperationsvertrag mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Der Vertrag umfasst neben der BZgA-Hotline, der Website www.spielen-mit-verantwortung.de auch den in zweijährigem Turnus erscheinenden Bericht „Glückspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland“. Aus diesem Bericht ergeben sich wichtige Erkenntnisse für die Lotteriegesellschaften, er zeigt aber auch ein Bild des Glücksspielmarktes insgesamt.

„Durch die aktuelle BZgA-Studie sehen sich die deutschen Lottogesellschaften in ihrer am Spieler- und Verbraucherschutz orientierten Angebotspolitik bestätigt. Die Maßnahmen der staatlichen Gesellschaften mit ihren hohen Standards zum Jugendschutz greifen“, so Michael Burkert, Federführer des DLTB und Geschäftsführer der Saarland-Sporttoto GmbH, und Barbara Becker, Vorsitzende der AG Suchtprävention im DLTB und Geschäftsführerin von LOTTO Mecklenburg-Vorpommern. „LOTTO 6aus49, Eurojackpot, GlücksSpirale und die staatliche Sportwette ODDSET sind kaum suchtgefährdend.“

Eine wichtige Erkenntnis ist, dass mit 88 % eine überwiegende Mehrheit der Befragten eine staatliche Kontrolle des Glücksspieles befürwortet. Der Glücksspielstaatsvertrag der 16 Bundesländer und die darin getroffenen Regelungen werden also von einer breiten Mehrheit unterstützt. Die Menschen wissen, dass Glücksspiel kein normales Wirtschaftsgut ist und daher nicht den freien Kräften des Marktes ausgesetzt werden darf.

Der Bericht der BZgA unterstreicht die positiven Wirkungen des Glückspielstaatsvertrages, u. a. durch eine rückläufige Teilnahme am Glücksspiel. Der Glücksspielstaatsvertrag hat sich dort bewährt, wo er konsequent umgesetzt wird.

Dies ist jedoch nicht überall der Fall. Es zeigt sich erneut, dass die größte Suchtgefahr vom Automatenspiel in den gewerblichen Spielhallen ausgeht. Hier ist wieder eine Zunahme zu verzeichnen, insbesondere bei der jüngeren, männlichen Zielgruppe. Nach den Regelungen über die entsprechenden Spielhallengesetze der Länder ist nun der Erlass der Spielverordnung durch den Bund dringend notwendig, um die Suchtproblematik zu begrenzen und eine durchgängige Glücksspielregelung in Deutschland zu verankern, die dem Verbraucher- und Spielerschutz dient.

Dass Problemspieler neben Spielen an Geldspielautomaten besonders häufig an Sportwetten und Casinospielen im Internet teilnehmen, ist ein wichtiger Hinweis auf die Richtigkeit des Verbotes von Livewetten und Casinospielen im Internet. Zudem zeigt dies, dass es, auch im Sinne der Integrität des Sports und des Verbraucherschutzes, dringend geboten ist, den Sportwettenmarkt zu regulieren. Das hessische Innenministerium wird aufgefordert, das bereits über 18 Monate dauernde Konzessionsverfahren zügig abzuschließen.

Der BZgA-Bericht verweist auch auf die Defizite bei der Bekämpfung illegaler Angebote. Illegale Glücksspielanbieter bieten nach wie vor von Steueroasen wie Malta oder Gibraltar aus über das Internet illegale Wetten unter anderem auf das deutsche LOTTO 6aus49 an. Sie verstoßen damit gegen den Glücksspielstaatsvertrag, leisten keine Abgaben in Deutschland, führen die Kunden in ungeschützte Spielumgebungen und verleiten sie zum Gesetzesverstoß. Die Politik muss aus Gründen des Jugend-, Spieler- und Verbraucherschutzes mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen illegales Glücksspiel vorgehen. Geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung illegaler Angebote im Internet, wie Payment-Blocking oder die Durchsetzung von Werbeverboten, stehen bereit.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Translate »