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Kälberhaltung: Guter Haltungskomfort verringert Atemwegserkrankungen

In den ersten Lebenswochen eines Kalbes entscheidet sich, wie gut sich das Tier entwickelt. Die Lunge eines Rindes ist im Vergleich zu anderen Tierarten kleiner und schlechter mit Blutgefäßen versorgt. Damit ist auch die Abwehr von Infekten schwieriger. Die volle Entfaltung der Lunge und die Belüftung aller Alveolen beanspruchen einen Zeitraum von etwa zwei Wochen. In einem Beitrag der Tierärztlichen Umschau werden Ergebnisse verschiedener Studien vorgestellt, die den Einfluss von Haltung und Fütterung von Rindern in den ersten Lebenswochen auf die Entwicklung und Leistung zeigen.

Da aufgrund der kleineren Lunge Rinder bereits im Ruhezustand länger und tiefer einatmen müssen, sind sie auch einer größeren Keimbelastung ausgesetzt. Das heißt, hohe Keimbelastungen in den ersten Lebenstagen können zu Lungenschädigungen führen, die sich später in verringerten Tageszunahmen bemerkbar machen. Die Menge der Stroheinstreu, die Kälber bei niedrigen Temperaturen schützt, und das Ernährungsniveau beeinflussen das Risiko an einer Pneumonie zu erkranken. Der Keimeintrag in Einzelhaltung kann durch seitliche Trennwände, die auch Zugluft verhindern, verringert werden. Größere Temperaturschwankungen sind zu vermeiden, zum Beispiel durch Einrichten von Kleinklimazonen wie Einzeliglus oder Kälbernester.

Eine US-amerikanische Studie hat gezeigt, dass das Erkrankungsrisiko geringer war, wenn zwischen den Kälbern geschlossene Buchtenwände vorhanden waren. Dieser Punkt stehe jedoch im Widerspruch zur in der EU geltenden Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, nach der Kälber in Einzelhaltung Sicht- und Berührungskontakt haben müssen, heißt es in dem Beitrag. Das gleiche gelte auch für die Übertragung von Durchfallerkrankungen. Hingewiesen wird auch darauf, dass das Hochhängen der Kälber nach der Geburt nicht mehr empfohlen wird. Bei der Flüssigkeit, die beim Hochhängen der Kälber abläuft handele es sich nicht um Flüssigkeit aus dem Lungenbereich, sondern aus dem Magentrakt. Diese solle aber nicht ablaufen.

Renate Kessen, www.aid.de

Weitere Informationen: www.dr-vet.net

Südkorea: Dach-Einsturz verschüttet hunderte Studenten

Hunderte Studenten erleben in Südkorea einen Albtraum. Bei einer Semesterparty in Kyongju stürzt das Dach der Konzerthalle ein. Mindestens zehn Menschen sterben.

Siegel für Lebensmittel: Viele von Vielzahl verwirrt

Knapp jeder vierte Verbraucher orientiert sich beim Einkauf von Lebensmitteln an Siegeln, Prüfzeichen und Gütezeichen – mit steigender Tendenz. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Warenprüfkonzerns SGS. Vermutlich hängt dieser Trend auch mit der großen Verunsicherung der Konsumenten zusammen.

Prüfsiegel bieten eine Orientierungshilfe, wenn man unentschlossen vor dem Supermarktregal steht. Rund 36 Prozent der Menschen, die beim Einkauf häufig verunsichert sind, richten sich vermehrt nach Qualitäts-Labeln.

Mit Güte- und Prüfzeichen werden Produkteigenschaften und Herstellungsverfahren unabhängig untersucht und bestätigt. Die verschiedenen Siegel unterscheiden sich in der Art und im Umfang der Kontrolle. Die Konsumenten wollen wissen, wer und was hinter der Auszeichnung eines Produkts steht. Sie ärgern sich über unbekannte Label auf der Verpackung, die sie nicht zuordnen können, so die Studienergebnisse.

Mindestens 400 Gütestempel, Prüfnachweise, Regionalmarken, Testlabels, Umweltzeichen und Siegel sind auf dem Markt. Fast vierzig Prozent der Deutschen sind bei dieser Vielzahl zumindest teilweise überfordert. Sie fragen sich, welches Label wirklich Qualität auszeichnet und welches nur ein Marketinginstrument ist. Sie haben Zweifel bei Kriterien wie artgerechter Tierhaltung, Bio-Ware, Fair Trade, Regionalität, dem Verzicht auf Gentechnik, vor allem aber auch bei der Qualität und den Inhaltsstoffen der Lebensmittel.

Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
www.sgsgroup.de/verbraucherstudie

 

Wasserwirtschaft in Murcia und Peru

Mehr als 3.000 Sonnenstunden und weniger als 380 mm Niederschlag im Jahr, in den vergangenen Jahren sogar weniger als 300 mm, sprechen nicht für eine Anbauregion für Obst und Gemüse. Dennoch hat es die spanische Region Murcia im vergangenen Jahr geschafft, mehr als 1,5 Millionen Tonnen Obst und Gemüse zu exportieren und sich damit vor Valencia und Almeria als die bedeutendste Anbauregion in Spanien zu etablieren. Der Preis ist hoch: „Wir exportieren Wasser“, sagte Don Joaquin Grinan vom Landwirtschaftsamt Murcia auf der Internationalen Messe Fruit Logistica in Berlin.

Damit Tomaten, Erdbeeren, Paprika und Co. gedeihen, setzt Murcia auf eine breite Wasserversorgung. Der Fluss Segura und Grundwasser sind die natürlichen Wasserquellen. Seit 30 Jahren leitet die Traverse vom 280 Kilometer weiter nördlich fließenden Tejo mit Aquädukten und Tunnel zwischen 30 und 300 Millionen Kubikmeter im Jahr zusätzlich Wasser nach Murcia. Die Regierung entscheidet nach Wasserverfügbarkeit über die umzuleitende Menge. Daher sichert sich Murcia noch Wasser über Entsalzungsanlagen aus dem Mittelmeer und Kläranlagen. Mit 98 Kläranlagen, die nicht älter als zwölf Jahre alt sind, sind es hocheffiziente Rückgewinnungsanlagen, beschreibt Grinan. In den Gewächshäusern wird Wasser zweimal aufgefangen und so insgesamt drei Mal verwendet.

Fast 90 Prozent der Felder arbeiten mit hocheffizienten Tröpfchenbewässerungssystemen und sogar die Wege in den Gewächshäusern sind asphaltiert, um Wasser nicht unnötig versickern zu lassen. Die optimale Bewässerung ist Teil von Ausbildung und Beratung.

Diese Bewässerung hat ihren Preis: Die Gartenbauer müssen je nach Standort zwischen 0,25 und 0,80 Euro je Kubikmeter Wasser bezahlen.

Seit die Landwirte auch in Peru für ihr Wasser bezahlen müssen, sind Erfolge beim sparsamen Umgang sichtbar, ergänzte Francesa Carnesella von der Firma Camposol im Norden von Peru. Erst vor zwei Jahren wurde das erstmals 1960 geplante Staudammprojekt Chavimochic für die Bewässerung verschiedener Regionen beendet. Mehr als 6.000 ha Wüste sind heute eine der wichtigsten Obst- und Gemüseflächen in Peru. Hier wächst ein großer Teil der Avocados, von denen Peru weltweit die meisten exportiert. 80 Prozent des Wassers wird in Peru von der Landwirtschaft genutzt. In vielen Regionen aber nur mit einer Effizienz von 35 Prozent. Daher gilt Chavimochic als Vorzeigeprojekt, das Wasser ausschließlich über Tröpfchenbewässerung verteilt und künftig vom Schweizer Entwicklungshilfeprojekt SuizAgua auf seinen „Wasserfußabdruck“ hin zertifiziert wird.

Roland Krieg, www.aid.de

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