Kopfläuse haben in Kindergärten und Schulen zurzeit Hochsaison, denn die Übertragung der Insekten wird durch das Tragen von Mützen und Schals begünstigt. Ist der Nachwuchs betroffen, greifen Eltern schnell zur chemischen Keule. Welche anderen Möglichkeiten es noch gibt, um die nur wenige Millimeter großen Plagegeister zu bekämpfen, stellt eine Infobroschüre der Verbraucherzentrale Hamburg vor.
In der aktualisierten Broschüre werden die verschiedenen chemisch, physikalisch oder mechanisch wirkenden Haus- und Läusemittel samt Inhaltsstoffen kurz und übersichtlich vorgestellt. Grundregeln zur Verwendung, Hinweise zum Behandeln von Textilien oder Gegenständen und eine Checkliste für das schrittweise Vorgehen helfen ganz praktisch, um das Insektenproblem in den Griff zu bekommen. Allgemeine Hinweise zur Kopflaus-Biologie, zum Krankheitsbild und den Übertragungswegen runden die Lektüre ab.
Die Broschüre „Kopflausbekämpfung ohne Gift“ gibt es für 1,50 Euro im Infozentrum der Verbraucherzentrale Hamburg an der Kirchenallee 22 (Mo, Mi, Do, Fr 10 – 18 Uhr, Di 10 – 19 Uhr) oder unter www.vzhh.de als Download im PDF-Format. Zuzüglich 2,00 Euro für Porto und Versand kann man eine Printversion auch online oder per Telefon (040) 24832-104 bestellen.
Der Luftschutzstollen auf dem Gelände der Henrichshütte. Foto: LWL/Holtappels
Bis auf weiteres bleibt der Luftschutzstollen auf dem Gelände der Henrichshütte Hattingen gesperrt. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) saniert die Anlage im Vorfeld der Ausstellung „Stahl und Moral. Die Henrichshütte im Krieg 1914-1945“ (Laufzeit: 9. Mai – 9. November).
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Schutzraum unter Mithilfe von Zwangsarbeitern in den Hang getrieben. Der 150 Meter lange Stollen bot Werksmitarbeitern und ihren Familien Schutz bei Luftangriffen. Seit etwa zehn Jahren ist der Luftschutzraum im Rahmen von Führungen für die Gäste des LWL-Museums geöffnet.
Die Ausstellung „Stahl und Moral. Die Henrichshütte im Krieg 1914-1945“ beleuchtet die Hütte als Rüstungsbetrieb. Thema werden ebenso die Produktion für den Krieg als auch die Folgen für das Werk sein. Die Luftschutzräume auf dem Gelände sind ein Zeugnis des Bombenkriegs und werden als Ausstellungs- und Erinnerungsort genutzt.
Der Reformator Martin Luther brachte als scharfsinniger Denker und wortgewaltiger Redner die Welt am Ende des Mittelalters ins Wanken. Bis heute bereichern seine Wortschöpfungen die deutsche Sprache. Doch wie steht es um Luther-Texte in anderen Sprachen?
Der brasilianische Theologe Prof. Dr. Claus Schwambach arbeitet gegenwärtig über Briefe Martin Luthers. Schwambach weilt dazu als Gast an der Theologischen Fakultät der Universität Jena, die mit der Faculdade Luterana de Teologia in São Bento do Sul seit zehn Jahren freundschaftlich verbunden ist. Die Briefe Luthers werden Bestandteil einer auf 17 Bände ausgelegten Übersetzung von Luthers Werken ins Portugiesische, die seit Mitte der 1980er Jahre entsteht. Ist die portugiesische Luther-Ausgabe erst einmal fertiggestellt, steht sie 215 Millionen potenziellen neuen Lesern zur Verfügung.
Der brasilianische Theologe Prof. Dr. Claus Schwambach ist an der Universität Jena zu Gast. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU
„Ich arbeite an Briefen Luthers aus dem Jahr 1530“, sagt Claus Schwambach. Die Aufgabe des brasilianischen Gastes besteht darin, zu jedem der übersetzten Luther-Briefe eine Einleitung zu verfassen. Adressaten der Briefe des Reformators waren Philipp Melanchthon, Justus Jonas, Spalatin oder auch seine Frau Katharina von Bora. Verfasst wurde die Korrespondenz in Wittenberg und später auf der Veste Coburg, wo sich Luther während der Vorbereitung des Augsburger Reichstages aufhielt. Nach Augsburg konnte Luther nicht reisen, da die Reichsacht gegen ihn verhängt war. „Die Briefe geben einen hervorragenden Einblick in alle Verhandlungen, die in das Augsburgische Bekenntnis mündeten“, sagt Schwambach. Mit dieser Schrift bekannten sich die lutherischen Reichsstände zu ihrem Glauben.
Prof. Schwambach sagt, dass bislang nur vereinzelte Schriften Martin Luthers auf Portugiesisch vorliegen. Sie kursieren vornehmlich in den evangelisch-lutherischen und reformierten Gemeinden, die es seit gut 185 Jahren in Brasilien gibt. Schwambach selbst hat deutsche Vorfahren; er studierte in São Bento do Sul und Tübingen und promovierte über die Eschatologien von Luther und Leonardo Boff im Vergleich. Angeregt durch die Kontakte nach Thüringen und damit ins Kernland der Reformation, hat die Theologische Fakultät in São Bento do Sul begonnen, zwischen 2012 und 2017 jährlich ein Internationales Luthersymposium anzubieten. Es geht, genauer, um ein gemeinsames Projekt des Lehrstuhls für Systematische Theologie der Faculdade Luterana de Teologia in São Bento do Sul (Prof. Dr. Claus Schwambach) und dem Lehrstuhl für Kirchengeschichte der Theologischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Prof. Dr. Christopher Spehr).
Dieses Projekt dient dem internationalen Austausch in der Luther- und Reformationsgeschichtsforschung. Es bildet einen wissenschaftlich-interkulturellen Beitrag auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017, indem es die exzellenten Forschungskompetenzen der deutschsprachigen Reformationsgeschichtsforschung mit dem innovativen Forschungspotenzial der protestantischen Theologie in Brasilien verbindet und mit den lutherischen Kirchen der beteiligten Länder ins Gespräch bringt. Realisiert wird dieses reformatorischer Erinnerung, theologischer Vergegenwärtigung und ökumenischer Verständigung dienende internationale Projekt auf wissenschaftlicher und kirchlicher Ebene u. a. in Form von mehrtägigen Reformationssymposien und einzelnen Vorträgen, die bis 2017 in allen 18 Synoden Brasiliens geplant sind. Das Thema des Jahres 2014 lautet „Luther und die Bibel“. So wird die Wortgewalt Martin Luthers wohl auch in Brasilien Anklang finden.