Schulung für übergewichtige Kinder geht in die vierte Runde

Schlittschuhlaufen der jungen Teilnehmer © Johanna Wachendorff
Schlittschuhlaufen der jungen Teilnehmer
© Johanna Wachendorff

Aufgrund der großen Resonanz geht jetzt ein Hilfsangebot für Kinder und Jugendliche mit starkem Übergewicht weiter. In Kooperation mit dem Kinderneurologischen Zentrum Bonn, dem Förderverein Psychomotorik Bonn e.V. und der Familienbildungsstätte Bonn bietet das Universitätsklinikum Bonn das ambulante einjährige Therapieprogramm „DURCH DICK UND DÜNN“ zum vierten Mal an. Die medizinische und psychologische Betreuung ist dabei kombiniert mit Ernährungslehre, Kochkursen sowie einer Bewegungstherapie. Ziel ist es, dass die Betroffenen mit Unterstützung ihrer Eltern langfristig abnehmen. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden an krankhaftem Übergewicht. Ursache ist unter anderem, dass sie ihre Freizeit oft eher vor dem Fernseher oder dem Computer verbringen, anstatt sich körperlich aktiv zu bewegen. Hinzu kommt ein übergroßes Angebot an zum Teil sehr ungesunden Nahrungsmitteln. „Unser Ziel für alle Teilnehmer ist ein langfristiger Gewichtsverlust“, sagt Prof. Dr. Joachim Wölfle, stellvertretender Direktor der Allgemeinen Pädiatrie am Bonner Universitätsklinikum. Denn je länger eine Adipositas besteht, desto mehr steigt das Risiko für Folgerkrankungen wie Altersdiabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Erfolg ist nicht sofort auf der Waage messbar

Eine Adipositas entsteht langsam – also gibt es keine Therapie, die sofort greift. Nur durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten, die ursächlich für das Übergewicht sind, kann der Betroffene dauerhaft sein Gewicht reduzieren und stabilisieren. An diesem Punkt setzt das Therapieangebot „DURCH DICK UND DÜNN“ an. „Neben kleinen Erfolgen bei der Gewichtsabnahme ist es für uns wichtig, das positive Selbstwertgefühl und die Eigenverantwortung der Kinder und Jugendlichen zu fördern sowie Frustration und Leidensdruck zu senken“, sagt Prof. Wölfle. Dabei sei es auch wichtig, den Fokus weg von der Waage auf mehr Fitness und Bewegung im Alltag zu lenken. „Ohne die Eltern geht es nicht. Die Kinder und Jugendlichen brauchen für eine erfolgreiche Therapie die Unterstützung der ganzen Familie“, betont Kinderarzt Prof. Wölfle.

Erste Zwischenbilanz ist positiv

Mitmachen können alle Jungen und Mädchen zwischen acht und sechzehn Jahren. Neben Theorie-Stunden über das Krankheitsbild und richtige Ernährung, gehen die Teilnehmer zusammen einkaufen und kochen gemeinsam. In der Gruppe können sie ihre Erfahrungen austauschen und lernen viel über sich selbst. Und es macht ihnen auch Spaß. So hat sich die dritte Gruppe vor kurzem an einem gelungenen Nachmittag auf der Schlittschuhbahn „Bonn on Ice“, die das gemeinsame Schlittschuhlaufen mit zusätzlichen Trainerstunden sponserte, voneinander verabschiedet.

Das vierte Therapieangebot startet diesmal im September mit zwei gleichzeitig stattfindenden Kursen. „Ziel ist es, die Gruppen hinsichtlich des Alters und der Entwicklung harmonisch aufeinander abzustimmen“, sagt Projektkoordinatorin Katalin Wachendorff. Die Schulung dauert zwölf Monate und findet zweimal pro Woche statt – außer in den Schulferien. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Schulung. Bei individuellen Anfragen zu Kostenübernahme gibt es im Rahmen des Programms Hilfestellung. Für die Teilnahme an der Adipositas-Schulung ist eine Überweisung des Kinderarztes erforderlich.

Eine Anmeldung ist ab sofort unter der E-Mail info@adipositas-uni-bonn.de möglich.

Mehr Information zum ambulanten Adipositas-Schulungsprogramm gibt es unter http://www.adipositas-uni-bonn.de/

Ackerbohne und Lupine: Anspruchsvoll, aber wirtschaftlich möglich

Sowohl im ökologischen als auch im konventionellen Anbau ist die Erzeugung heimischer Eiweißpflanzen wirtschaftlich möglich. Erfahrungen mit dem Anbau von Lupinen und Soja im ökologischen Anbau stellten Thomas Miedke und Georg Ludwig, Fehrower Agrarbetrieb GmbH, auf dem Fachgespräch „Eiweißpflanzen anbauen und verwerten“ auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vor.

Im Spreewald bewirtschaftet der Betrieb zu 50 Prozent leichte Sandböden mit 25 Bodenpunkten und 50 Prozent Niedermoorgrünland. Für den Milchviehbetrieb ist der Zukauf von Eiweißfuttermitteln schwierig und teuer. Traditionell wurden auf dem Betrieb Gelbe Lupinen angebaut, die jedoch wegen der Krankheit Anthraknose aus dem Anbau verschwunden sind. Unter dem Druck, Eiweißfutter erzeugen zu müssen, wird seit einigen Jahren die Blaue Lupine angebaut. Ganz wesentlich für den Erfolg ist dabei die Fruchtfolge: Winterroggen, Landsberger Gemenge, Winterroggen, einjähriges Weidelgras als Zwischenfrucht, Mais und Blaue Lupine. Probleme im Anbau bereitet u. a. der wärmeliebende Blattrandkäfer.

Die Aussaat erfolgt daher erst ab ca. 20. April, damit die Lupine möglichst schnell auflaufen und dem Käfer sozusagen davon wachsen kann. Das kostet zwar Ertragspotenzial, verhindert aber Totalausfälle. Aus Praktikersicht hat die Blaue Lupine großes Potenzial als Eiweißfuttermittel. Miedke bedauerte aber, dass die Züchtungsanstrengungen nur gering sind.

Die Sojabohne ist in dem Öko-Betrieb seit fünf Jahren im Anbau und wird in einer Fruchtfolge aus Kleegras, Kleegras, Mais, Soja und Weizen angebaut. Sie ist kein Ersatz, aber eine Ergänzung zur Lupine. Öko-Landwirt Miedke schätzt vor allem den großen Vorfruchtwert der heimischen Leguminosen.

Für den konventionell wirtschaftenden Betrieb Teichmann/Vollmer im Landkreis Göttingen waren es in erster Linie arbeitswirtschaftliche Gründe, die Ackerbohne in die Fruchtfolge aufzunehmen. Die Mähdrescherauslastung war an ihre Grenzen gekommen, so dass es darum ging, die Fruchtfolge zu erweitern. Aber auch eine Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und das Resistenzmanagement waren für den viehlosen Betrieb Gründe, die Leguminose anzubauen. Für Gerhard Teichmann ist der Anbau wirtschaftlich möglich, wenn die ackerbaulichen Anforderungen umgesetzt werden. Dazu gehören saubere Bestände. Die Aussaat erfolgt bereits Ende Februar, damit die Bohne vor der Sommertrockenheit zur Blüte kommt. Die Vermarktung ist auf dem Niveau von Winterweizen möglich und war laut Teichmann noch nie ein Problem. Wirtschaftlich liegt die Ackerbohne in dem Betrieb auf dem Niveau von Winterraps und Stoppelweizen.

Daten zur Wirtschaftlichkeit stellte Dr. Ulrike Klöble vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) vor. Sie betonte, dass Leguminosen vielfältige Vorteile haben und diese Zusatzleistungen sich auch monetär bemerkbar machen. Dazu gehören zum Beispiel bessere Bodenfruchtbarkeit, Humusaufbau, hoher Vorfruchtwert oder Stickstofffixierleistung.

Zu dem Fachgespräch hatten der aid infodienst, das KTBL und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau eingeladen.

Renate Kessen, www.aid.de

Winterwandern macht Gute Laune

Winterwandern im Schmallenberger Sauerland © www.schmallenberger-sauerland.de
Winterwandern im Schmallenberger Sauerland
© www.schmallenberger-sauerland.de

Endlich! Der Winter ist da und will genossen werden. Und zwar nicht nur auf beschneiten Pisten und in perfekt präparierten Loipen, sondern auch abseits dieser beim Winterwandern – mit und ohne Schneeschuhe. Denn die moderate Bewegung an der frischen, kalten Luft vertreibt den sogenannten „Winterblues“ und stärkt Körper, Geist und Seele. Insbesondere wenn sich an die Outdoor-Aktivitäten Saunabesuche, Massagen und auf die Jahreszeit abgestimmte Beauty-Behandlungen der Haut anschließen.

Winterwandern im Schmallenberger Sauerland © www.schmallenberger-sauerland.de
Winterwandern im Schmallenberger Sauerland
© www.schmallenberger-sauerland.de

Wer’s ausprobieren will: Nur ein bis zwei Autostunden von den Karnevalshochburgen an Rhein und Main entfernt, bieten nahezu alle Orte, Dörfer und Weiler des Schmallenberger Sauerlands Einstiege für kurze oder auch ausgiebige Touren durch die winterschlafende Natur. Ebenso die dazu passenden Gastbetriebe mit bis zu 5 Sternen und vielfältigen Pauschalangeboten: Wellness-, Wohlfühl- und Kuschel-Wochenenden für Jung- und Altverliebte gibt es bereits ab 220 € pro Pärchen inkl. 2 Ü/F und 2 Menüs bei Kerzenschein. Das fünftägige Wandern-ohne-Gepäck-Angebot „Wanderwelt im Winterzauber“ mit 4 Touren von 11 bis 16 km Länge ist ab 313 € p. P. inklusive 4 Ü/HP, Weinprobe und Gepäcktransfers zu haben. Eine exklusive Wellness-Woche im 5-Sterne-Wellness-Hotel gibt’s inkl. 7 Ü/HP und multikulturellen Anwendungen ab 1.113 € p. P.

Tipp: Warme Schuhe mit Profilsohle, ein Outfit nach dem Zwiebelschalenprinzip sowie Mütze, Schal und Handschuhe gehören unbedingt in den Koffer. Wenn vorhanden, aus atmungsaktiven Funktionsstoffen.

Weitere Informationen, Schneehöhen, die Wettervorhersage für die nächsten Tage, eine Datenbank mit aktuell geräumten Winterwanderwegen, Adressen zu Schneeschuh-Verleihen u. v. m. gibt es im Detail auf www.schmallenberger-sauerland.de oder telefonisch bei der Gästeinformation Schmallenberger Sauerland, Poststr. 7, 57392 Schmallenberg, Gratis Telefon: 0 800 – 0 114 130, täglich von 9 bis 21 Uhr.

Hintergrund Winterblues:

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge sinkt bei rund 20 % der Bundesbürger die Stimmung während der dunklen Jahreszeit in den Keller. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Tröstlich: Bei nur rund 1 % handelt es sich um eine echte Winter-Depression. Meist ist der Mangel an Lichtintensität an trüben Wintertagen dafür verantwortlich, dass das Gehirn vermehrt das Schlaf- und Ruhehormon Melatonin bildet. Die Folgen: Man fühlt sich müde, antriebs- und lustlos, zumal parallel zur Melatoninbildung die Produktion des Glückshormons Serotonin sinkt. Ein Ausweg: möglichst ausgedehnte Spaziergänge durch die frische Luft – warm eingepackt versteht sich.

Keine Düngung bei Dauerfrost und dicker Schneedecke

Seit dem 1. Februar dürfen stickstoffhaltige Düngemittel unter bestimmten Bedingungen wieder auf Felder und Wiesen ausgebracht werden. Die allgemeine Sperrfrist ist beendet, meldet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Im Frühjahr brauchen Ackerfrüchte wie Winterraps und Wintergetreide sowie intensiv genutztes Grünland mit steigenden Temperaturen ausreichend Nährstoffe für ein gutes Wachstum.

Stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel sind unter anderem Gülle, Jauche, Gärreste und Mist. Wer Feld und Wiese düngen möchte, muss bestimmte Regeln beachten. Die Voraussetzung ist, dass der Boden für die Nährstoffe aufnahmefähig ist. Das bedeutet: Die Flächen dürfen nicht überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder durchgängig höher als fünf Zentimeter mit Schnee bedeckt sein. Jeder Landwirt hat die Pflicht, die Aufnahmefähigkeit der zu düngenden Flächen zu prüfen. Witterung und Bodenzustand müssen eingeschätzt werden, um mögliche Umweltbelastungen und Abschwemmungen zu verhindern. Zu Gewässern ist nach der Düngeverordnung ein ausreichender Sicherheitsabstand von mindestens drei Metern einzuhalten. Verstöße gegen die Regeln werden mit Bußgeldern geahndet.

Bei Dauerfrost ist das Ausbringen von Düngemitteln nicht zulässig. Wenn die Flächen jedoch im Tagesverlauf aufgrund höherer Temperaturen und Sonneneinstrahlung auftauen, kann die Gülle in den Boden einsickern, und eine Düngung ist erlaubt. Die Nährstoffe dürfen aber nicht abgeschwemmt werden, wie es etwa in Hanglage zu befürchten ist. Dann sollte der Landwirt abwarten, bis der Boden vollständig aufgetaut ist.

In den Wintermonaten können die Pflanzen keinen Stickstoff aufnehmen. Daher besteht eine Sperrfrist für stickstoffhaltige Düngemittel, die am 1. Februar endet. Beim Grünland ist eine Verschiebung bis zum 15. Februar möglich.

Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

aid-Heft „Gute fachliche Praxis der Stickstoffdüngung“, Bestell-Nr. 1017, 4,50 Euro, www.aid-medienshop.de
Düngeverordnung: www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/d_v/gesamt.pdf

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