„Landlady“ Astrid Bröker ist neue Miss Bullenball

Mister und Miss Bullenball 2013: Georg Schulze Forsthövel (mit Tanzpartnerin Anna) und Astrid Bröker. Foto: © Messe und Congress Centrum Halle Münsterland
Mister und Miss Bullenball 2013: Georg Schulze Forsthövel (mit Tanzpartnerin Anna) und Astrid Bröker. Foto: © Messe und Congress Centrum Halle Münsterland

Der Tanz mit der Mistgabel überzeugte die Landjugendlichen restlos: Astrid Bröker ist die neue Miss Bullenball, gekürt am Samstagabend (12. Oktober) im Messe und Congress Centrum Halle Münsterland. Mit ihrem originellen Auftritt auf der Bühne der Großen Halle, wo die Forke während der Performance spontan zur E-Gitarre umfunktioniert wurde, sicherte sich die 21-Jährige aus Rhede-Krechting die Krone. Zuvor hatte sie schon beim Milchkannenstemmen und beim Ritt auf dem Provinzial-Bullen eine gute Figur abgegeben. Als „echte Landlady“ hat die Siegerin schon als Kind auf Opas Hof mit angepackt.

An der Seite der Pharmaziestudentin steht der neue Mister Bullenball: Der 25-jährige Georg Schulze Forsthövel ist in der Lüdinghauser Bauernschaft Aldenhövel aufgewachsen, besitzt aber – laut eigenen Angaben – „keinen Hof und keine Hektar“. Seine Aufgabe – ebenfalls ein Tanz, allerdings mit Partnerin Anna – löste der Maschinenbaustudent jedoch mit Bravour, wobei ihm seine Wettbewerbserfahrung sicherlich geholfen hat. Immerhin nahm er unter anderem schon erfolgreich an Badewannen- und Seifenkistenrennen sowie an einem Trecker-Geschicklichkeitsturnier teil.

Partyfreude pur. Foto: © Messe und Congress Centrum Halle Münsterland
Partyfreude pur. Foto: © Messe und Congress Centrum Halle Münsterland

Für die Sieger der Miss- und Misterwahl hat sich die Teilnahme gelohnt. Sie fahren mit Müller-Touristik auf dem Partyschiff nach Amsterdam. Doch auch die beiden anderen Finalisten, Robert Schulze Forsthövel (der vier Jahre jüngere Bruder vom neuen Mister Bullenball) sowie Carolin Altekemper (21 Jahre) aus Lüdinghausen, dürfen sich freuen, sie reisen mit dem Müller-Tanzzug zum Hafengeburtstag nach Hamburg. Die Wahlen waren nur ein Höhepunkt des Bullenballs, der wieder rund 4.000 Feierfreudige vom Land in die Stadt lockte. Die maßen sich zunächst beim Milchkannenstemmen, ritten den Bullen und zeigten Treffsicherheit im Jagd- und Schießkino der Jagdschule Waldfee. Gut angenommen wurden auch die Aktionen von Landflirt.de.

Die Show- und Partyband Royal Flash sang live im Congress Saal. Foto: © Messe und Congress Centrum Halle Münsterland

Die Show- und Partyband Royal Flash sang live im Congress Saal. Foto: © Messe und Congress Centrum Halle Münsterland

Volles Programm erwartete die Landjugend erneut in den Partyzonen: DJ GlenNRG füllte mit aktuellen Partyhits und Clubsounds die Tanzfläche, da wurde Peter Wackels Partyhit schnell zu „Bullenball ist nur einmal im Jahr“ umgedichtet. DJ Dirk Mertens legte die passende Musik für alle Freunde des Discoswings auf. Die Show- und Partyband Royal Flash heizte im Congress Saal den Partygästen ein. Die sollten sich schon den 25. Oktober 2014 vormerken. Dann rückt die Landjugend erneut in die Stadt ein, zum nächsten Bullenball. Mehr Infos unter www.bullenball.de.

Temporäres Memorial rekonstruiert Einweihungsfeier der Braunschweiger Synagoge

Aus Anlass des 75. Jahrestages der Reichpogromnacht 1938 veranstalten Stadt Braunschweig und Jüdische Gemeinde Braunschweig am 9. November 2013
um 19 Uhr im Großen Saal der Stadthalle die Gedenkveranstaltung „Zerstörte Hoffnung – Ein temporäres Memorial“. Das Memorial ist ein Projekt der Braunschweigischen Landschaft e. V. in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Braunschweig.

1875 war die Braunschweiger Synagoge in der Knochenhauer Straße feierlich eingeweiht worden. In den Redebeiträgen der Feier kam eine große Hoffnung auf eine größere soziale und politische Teilhabe jüdischer Menschen, ihrer Gemeinschaften und sonstigen Einrichtungen im gerade gegründeten zweiten Deutschen Reich zum Ausdruck. Eine bis dahin nicht gekannte Integration in eine moderne, von Industrialisierung, bedeutenden wissenschaftlichen Entwicklungen und neuem Kunst- und Kulturbewusstsein geprägte Gesellschaft schien möglich. Nur 63 Jahre später wurden diese Hoffnungen in der sogenannten Reichspogromnacht 1938 beendet: Die Braunschweiger Synagoge wurde zerstört.

In diesem Jahr findet in einer Projekt-Aufführung die Rekonstruktion der Einweihung der zerstörten Braunschweiger Synagoge statt. Die Trauer und Enttäuschung über das Unrecht, das den Juden im Nationalsozialismus angetan wurde, soll mit dem Rekonstruktions-Projekt in ein temporäres Memorial einfließen.

Das Projekt steht konzeptionell in enger Verbindung mit dem Benefiz-Gedenk-Konzert anlässlich des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht, das 2008 unter der Eisenbahnbrücke über die Helmstedter Straße stattgefunden hat. Entstehen wird im Großen Saal der Stadthalle nach der Konzeption von Orchesterdirektor Martin Weller ein „Raum im Raum“ mit rund 800 Sitzplätzen und einer Bühne. In dem dann komplett dunklen und maximal 18 Grad kühlen Raum sollen Rezitation, Chorgesang und konzertante Elemente den Besuchern des Memorials eine Annäherung an die feierliche Einweihungszeremonie von 1875 ermöglichen.

Maßgeblichen Anteil an dieser Rekonstruktion hat Jonah Sievers, Landesrabbiner in Niedersachsen. Er hat nicht nur den Impuls für die Rekonstruktion gegeben. Ihm ist auch der Fund der Original-Beiträge der Einweihungsfeierlichkeiten von 1875 zu verdanken, ohne die das Memorial nicht möglich gewesen wäre. „Ich hoffe, dass dieses Temporäre Memorial aufzeigt, wie die Hoffnungen der Juden in Braunschweig, die sie an ihre Heimat Deutschland hegten, auf das Schändlichste verraten wurden“, betont Sievers.

Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Renate Wagner-Redding bekräftigt: „Die Enttäuschung der Mitglieder der Jüdischen Gemeinde in Braunschweig, aber auch generell in ganz Deutschland darüber war groß, dass nichts mehr gezählt hat, was die jüdische Gemeinschaft für ihr vermeintliches Vaterland seit der Verleihung des Bürgerrechtes getan hatte. Ich denke hier an die zahlreichen Beiträge für Kultur, Wirtschaft und Gemeinwesen.“

„Nach den furchtbaren Erfahrungen der Jüdischen Gemeinde in den Jahren des Nationalsozialismus und einer schwierigen Zeit des Neubeginns bin ich sehr dankbar für das gegenseitige Vertrauen, das unsere Zusammenarbeit seit vielen Jahren prägt. Auch in diesem Jahr kooperieren wir anlässlich des Gedenktages am 9. November. Mit dem Staatstheater haben wir in diesem Jahr einen Partner an unserer Seite, der das außergewöhnliche und besondere Projekt künstlerisch umsetzt,“ führt Bianca Winter, Fachbereichsleiterin Kultur der Stadt Braunschweig, aus.

Martin Weller, Orchesterdirektor des Staatsorchesters Braunschweig und Leiter der Arbeitsgruppe Musik in der Braunschweigischen Landschaft, obliegt die Dramaturgie der Veranstaltung. „Nach dem Gedächtnisraum unter der Eisenbahnbrücke über die Bundesstraße 1, der am 9. November 2008 für wenige Stunden als Konzertsaal eingerichtet worden war, handelt es sich hier um einen zweiten Versuch, Gedächtniskultur durch ein temporäres Memorial in bestimmter Weise zu entwickeln“, so Weller in seinen konzeptionellen Überlegungen. „Geprägt ist dieses Unterfangen von dem Bemühen zu verhindern, dass gesellschaftliche Erinnerungsnotwendigkeiten vornehmlich in die offenbar unwirksamer werdenden Ausformungen museal-statischer Denkmäler sowie ritueller und politischer Handlungen entsorgt werden. Stattdessen soll in zeitweiligen Anstrengungen zur Errichtung vergänglicher Erinnerungsräume eine ethische Verantwortung der sozialen Fürsorge und der Fähigkeit zum Mitleiden fühlbar werden.“

Und Joachim Klement, Generalintendant des Staatstheaters Braunschweig stellt abschließend zusammenfassend fest: „Zerstörte Hoffnung – Ein temporäres Memorial“ ist nicht allein historische Erinnerung sondern auch eine künstlerische und politische Intervention, die uns Mut macht, die Hoffnung nicht aufzugeben.“

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist kostenlos. Wegen der begrenzten Plätze (freie Platzwahl) ist eine Einlasskarte erforderlich, die im Staatstheater Braunschweig oder in der Tourist-Information, Vor der Burg 1, erhältlich ist. Die Karten können auch online über die Internet-Seite des Staatstheaters reserviert werden.

Aufgrund der künstlerischen Konzeption wird während des Memorials im Saal der Stadthalle eine Raumtemperatur von maximal 18 Grad herrschen.

Outdoor-Fitness-Parcours im Neuland-Park eingeweiht

Um eine Attraktionen reicher ist seit heute der Neulandpark Leverkusen: Ein Fitness-Parcours lädt Spaziergänger wie Freizeitsportler ein, sich an fünf wetterfesten Turngeräten zu betätigen. Zu trainieren sind an den Edelstahlgeräten fast alle Muskelpartien mit unterschiedlicher Intensität. Die Übungen, die an den einzelnen Stationen möglich sind, werden mit Piktogrammen beschrieben. Zu finden ist der neue Bereich in Höhe des Windrades in der Nähe des Haupteingangs.

Die Initiative für dieses neue Sportangebot ging vom Fachbereich Stadtgrün aus. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beobachten seit langem, wie sehr der Neulandpark von Freizeitsportlern angenommen wird und haben im Rheindorfer Friedenspark gesehen, wie gut die dort installierten, vergleichbaren Fitnessgeräte noch nach drei Jahren in Schuss sind. Insgesamt 30.000 Euro brachten deshalb der Bezirk I, der Neuland-Park e.V., Immobilen Paeschke GMBH, die Wohnungsgesellschaft Leverkusens (WGL), die Pronova BKK und die Firma WISAG für das neue Angebot auf.

Louis Spohr Musikpreis für Siegfried Matthus

Der Komponist Siegfried Matthus hat für sein Lebenswerk den Louis Spohr Musikpreis 2013 der Stadt Braunschweig erhalten. Bürgermeisterin Annegret Ihbe überreichte die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung und einen silbernen Dirigentenstab am Sonntag, 20. Oktober, im Rahmen eines Sinfoniekonzertes des Staatsorchesters Braunschweig in der Stadthalle Braunschweig. Das Konzert umfasste neben anderem Siegfried Matthus‘ Konzert für Trompete, Pauken und Orchester.

Begründung der Preisjury:

„Siegfried Matthus gehört zu den meistgespielten zeitgenössischen Komponisten. Sein in den letzten gut fünfzig Jahren geschaffenes Oeuvre umfasst bis heute etwa 600 Werke und erstreckt sich auf nahezu alle Gebiete der Vokal- und Instrumentalmusik. Die Musik von Siegfried Matthus ist stets geprägt von einer ‚Singbarkeit‘ des musikalischen Textes. Sein Werk ist getragen vom Gedanken der Fortschreibung einer klassischen musikalischen Struktur und einer folkloristisch-expressionistischen Klangwelt.

Siegfried Matthus / Foto: Carla Arnold.
Siegfried Matthus / Foto: Carla Arnold.

Matthus ist über sein kompositorisches Schaffen hinaus Initiator und Künstlerischer Leiter der Kammeroper Schloss Rheinsberg – ein junge Sängerinnen und Sänger förderndes internationales Opernfestival – sowie Vermittler von Techniken für das Komponieren von Musiktheaterwerken in der ebenfalls in Rheinsberg etablierten Opernwerkstatt. Damit steht Siegfried Matthus in der Nachfolge Spohrs als Nachwuchsförderer sowie musikalischer Vermittler zwischen Traditionswahrung und Zukunftsgestaltung. Mit der Vergabe des Louis Spohr Musikpreises 2013 wird das Lebenswerk von Siegfried Matthus gewürdigt, der seit rund einem Vierteljahrhundert unter anderem eng mit dem Staatsorchester Braunschweig verbunden ist.“

Biografisches zu Siegfried Matthus

Siegfried Matthus, geboren 1934 in Ostpreußen, studierte an der Deutschen Hochschule für Musik in Berlin zunächst Chor- und Ensembleleitung und später Komposition bei Rudolf Wagner-Régeny und Hanns Eisler. 1964 holte Walter Felsenstein den jungen Komponisten an die Komische Oper Berlin. Er wurde Mitglied der Deutschen Akademie der Künste Berlin (Ost), Mitte der 70er-Jahre dann der Akademie der Künste (West) und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste München. Sein kompositorisches Schaffen deckt die gesamte Bandbreite von der Kammermusik bis zur Oper ab, wobei seine 13 Opern einen Schwerpunkt im Gesamtwerk bilden. Matthus gehört zu den erfolgreichsten, meistgespielten Komponisten der Gegenwart.

Louis Spohr Musikpreis

Der Louis Spohr Musikpreis der Stadt Braunschweig wird im Dreijahresturnus verliehen und zeichnet international bekannte und für die Musik der Gegenwart richtungweisende Komponistinnen und Komponisten aus. Namensgeber Louis Spohr, 1784 in Braunschweig geboren, gilt als wegweisender Komponist der Periode zwischen Klassik und Romantik und war einer der bedeutendsten Violinvirtuosen seiner Zeit. Zu den bislang ausgezeichneten Preisträgern zählen u. a. Hans Werner Henze (1976), Olivier Messiaen (1991), Sofia Gubaidulina (1994) Salvatore Sciarrino (2007) und zuletzt im Jahr 2010 die Österreicherin Olga Neuwirth.

Die Jury

– Julia Spinola (Musikredakteurin bei der FAZ)

– Bojan Budisavljević (ehem. Künstlerischer Leiter des Netzwerk Neue Musik e. V.)

– Prof. Wolfgang Rüdiger (Fagottist und Leiter des Ensemble Aventure, Professor für Musikpädagogik und Instrumentaldidaktik an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf)

– Matthias Stanze (Präsident der Braunschweigischen Louis-Spohr-Gesellschaft)

– Martin Weller (Musiker und Orchesterdirektor am Staatstheater Braunschweig, Künstlerischer Leiter des Festivals „Festliche Tage Neuer Musik

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