Der Kinder- und Jugendbuchmarkt in Deutschland

Das Kinder- und Jugendbuchsegment ist ein Markt mit großem Potenzial. Denn: Es gibt immer mehr Käufer in diesem Warensegment. Die Zahl stieg von 14,1 Millionen Käufern im Jahr 2011 auf 14,3 Millionen im Jahr 2012. Allerdings gaben sie im Schnitt weniger Geld für weniger Bücher aus: Der Umsatz war 2012 leicht rückläufig und lag bei 573,4 Mio. Euro (580,5 Mio. Euro in 2011). Das gaben der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse 2013 anlässlich der Vorstellung der neuesten Kinder- und Jugendbuchstudie „Marktentwicklung, Kaufverhalten, Konsumentenstrukturen und -einstellungen“ bekannt.

„Entgegen aller Schwarzmalerei sind es gerade die Kinder- und Jugendlichen, die mit großer Begeisterung lesen und sich längst nicht nur mit Computern beschäftigen. Und genau für diese Leser ist die Vermittlung und passgenaue Beratung wichtig, die der stationäre Buchhandel bietet. Ich finde es ist ein großartiges Zeichen, dass dieses Angebot der Buchhandlungen von den Kindern und Jugendlichen so intensiv wahrgenommen wird“, sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.

„Es gibt keine gültigen Wahrheiten: Auf dem Markt für Kinder- und Jugendbücher verändert sich viel. Es ist der Ort, der von Geschichten lebt – auch rund um die Bücher. Das können Verlage, aber auch der Buchhandel nutzen. Denn das Verlagsangebot wird als sehr gut bewertet. Steigendes Qualitätsbewusstsein bei den Kunden eröffnet Potenzial für verbesserte und innovative Ausstattung. Und das ist doch die beste Ausgangsbasis, auf der man nun aufbauen kann“, sagte Renate Reichstein, Vorsitzende der avj.

Besonderes Potenzial bieten vor allem die männlichen Leser und Käufer: Zwar sind sie immer noch in der Minderzahl, aber ihr Anteil nimmt zu und lag 2012 bei 36 Prozent (2009: 33 Prozent). Besonders stark ist diese Steigerung bei den 10- bis 15-Jährigen. Ebenfalls zugenommen hat der Anteil an Spontankäufen im Kinder- und Jugendbuchsegment. Auch hier sind es vor allem Männer, die ohne vorherige Kaufabsicht Kinder- und Jugendbücher erwerben.

Top-Bewertung für den stationären Buchhandel: Die Mehrheit der Befragten geht in den Buchhandel vor Ort, um Kinder- und Jugendbücher zu kaufen – gleichgültig, ob in die kleinere (2013: 61 Prozent) oder die größere Buchhandlung (2013: 58 Prozent). Und das Sortiment wird immer beliebter. 66 Prozent der Befragten kaufen die Bücher aktuell am liebsten in einer Buchhandlung, das sind vier Prozent mehr als vor drei Jahren. Zwar haben auch immer mehr Befragte eine Vorliebe für das Internet als Einkaufsstätte für Kinder- und Jugendbücher, doch der Anstieg von 12 auf 22 Prozent geht nur zu Lasten des reinen Versandhandels und der sonstigen Vertriebswege.

Das stationäre Sortiment punktet vor allem als Wohlfühlort – „Schmökern vor Ort“ steht auf Platz eins der relevantesten Kriterien. Weitere Alleinstellungsmerkmale des Buchhandels sind die Beratungskompetenz und die hohe Relevanz von Empfehlungen.

Digitale Formate spielen im Kinder- und Jugendbuchmarkt noch eine untergeordnete Rolle: Nur ein Prozent der Käufe entfielen 2012 auf E-Book-Titel. Ein etwas größerer Teil der Befragten (2013: 5 Prozent) kann es sich aber vorstellen, diese Editionsform beim Selbstlesen zu nutzen.

www.boersenverein.de

Terézia Mora erhält den Deutschen Buchpreis 2013

Die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2013 ist Terézia Mora. Sie erhält die Auszeichnung für ihren Roman „Das Ungeheuer“ (Luchterhand).

Die Begründung der Jury: „Ein schwarzer Strich zieht sich durch den Buchtext von Terézia Moras Roman ,Das Ungeheuer‘. Er teilt die Geschichte von Darius Kopp und Flora. Sie waren ein Ehepaar, er ein Jedermann, der seine Frau mehr als alles, aber heillos liebte und überfordert war von ihrer Krankheit, ihren Depressionen. Flora hat Selbstmord begangen. Kopp bleibt zurück mit ihrer Asche in einer Urne und einer Datei, in der die Ungarin Flora Tagebuch über ihre Krankheit führte. Er macht sich auf den Weg durch Osteuropa von Ungarn nach Kroatien, nach Albanien und immer weiter bis er schließlich in Griechenland strandet, auf der Suche nach einer Heimat für die Asche und seine Verzweiflung.

,Das Ungeheuer‘ ist ein stilistisch virtuoser, perspektivenreicher Nekrolog und eine lebendige Road-Novel aus dem heutigen Osteuropa. Terézia Mora findet eine radikale Form, der verstorbenen Flora und ihrem Leiden, das sie Darius nicht mitteilen konnte, eine Stimme zu geben. Ihre Tagebuchdatei ist parallel zur Reiseerzählung von Darius unter dem schwarzen Strich zu lesen, ein Mosaik autobiografischer und medizinischer Skizzen zur Depression. Als Schriftstellerin gelingt es Mora, zwei Charaktere, die sich im Leben verfehlten, und zwei Textformen miteinander in Verbindung zu setzen. Terézia Mora vereint hohes literarisches Formbewusstsein mit Einfühlungskraft. ,Das Ungeheuer‘ ist ein tief bewegender und zeitdiagnostischer Roman.“

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2013 gehören an: Helmut Böttiger (freier Kritiker, Jury-Sprecher), Katrin Lange (Literaturhaus München), Ursula März (Die Zeit), Jörg Plath (freier Kritiker), Andreas Platthaus (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Klaus Seufer-Wasserthal (Rupertus Buchhandlung, Salzburg, Österreich) und Claudia Voigt (Der Spiegel).

„Je mehr Kommunikation, Kaufentscheidung und Medienkonsum ins Internet abwandern, umso mehr wächst auf der anderen Seite das Bedürfnis, der Autorin oder dem Autor näher zu kommen, ihm oder ihr persönlich zu begegnen, seine oder ihre Sicht der Welt näher kennen zu lernen“, sagte Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Vorsitzender der Akademie Deutscher Buchpreis, bei der Begrüßung der rund 300 Gäste im Kaisersaal des Römers. „Autoren haben nicht nur literarisch etwas zu sagen, das Publikum will seine Autoren erleben – sehen und hören. Und Buchpreise sind dabei wie die Scheinwerfer, die die Autoren ins Blickfeld rücken und Literatur einer breiter werdenden Leserschicht erschließen.“

Terézia Mora hat sich durchgesetzt gegen: Mirko Bonné (Nie mehr Nacht, Schöffling & Co.), Reinhard Jirgl (Nichts von euch auf Erden, Hanser), Clemens Meyer (Im Stein, S. Fischer), Marion Poschmann (Die Sonnenposition, Suhrkamp) und Monika Zeiner (Die Ordnung der Sterne über Como, Blumenbar).

Sie erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Der Preisträger wurde in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Die sieben Jurymitglieder haben 201 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2012 und dem 11. September 2013 erschienen sind. Aus diesen Romanen wurde eine 20 Titel umfassende Longlist zusammengestellt. Daraus haben die Juroren sechs Titel für die Shortlist gewählt.

Mit dem Deutschen Buchpreis 2013 zeichnet die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Partner des Deutschen Buchpreises sind Paschen & Companie, die Stiftung der Frankfurter Sparkasse, die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland. Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur übertrugen die Preisverleihung live im Rahmen von „Dokumente und Debatten“ auf den LW 153 und 177 kHz, per Livestream im Internet unter www.deutschlandradio.de sowie im Digitalradio DAB+. Interessierte konnten die Preisverleihung per Video-Livestream unter www.deutscher-buchpreis.de mitverfolgen.

Die kostenlose App des Deutschen Buchpreises bietet Lese- und Hörproben aller nominierten Titel der Longlist. Sie ist unter bit.ly/dbp-ios über den iTunes App Store bzw. unter bit.ly/dbp-android über Google Play verfügbar. Exklusive englische Übersetzungen von Leseproben der sechs Shortlist-Titel sowie zu jedem Shortlist-Buch und -Autor ein englischsprachiges Dossier stehen unter www.new-books-in-german.com bereit.

www.boersenverein.de

Prinz William feiert Fußball-Jubiläum

Prinz William feiert Fußball-Jubiläum: Prinz William zeigte sein Fußballkönnen bei der Feier zum 150.Jubiläum des englischen Fußballverbands im Buckingham Palace.

Deutsche Pflegebildung europaweit abgehängt

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) begrüßt, dass die EU-Kommission nach 35 Jahren die Richtlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen reformiert und EU-weit die Mindeststandards für die Ausbildung angepasst hat. Die am 9. Oktober 2013 im Europaparlament in Straßburg verabschiedete Neufassung der Richtlinie macht deutlich, dass sich auch die Gesundheits- und Krankenpflege europaweit den Herausforderungen der Gesundheitsversorgung stellen muss.

Gute Allgemeinbildung ist dafür neben der fachlichen Qualifizierung wesentliche Voraussetzung! „Deutschland isoliert sich bei der Frage der Zulassung zur Pflegeausbildung. Die EU-Kommission wollte die Ausbildungsvoraussetzung auf zwölf Jahre Schulbildung oder Äquivalente anheben – den Standard in 24 von 28 Mitgliedsländern. Die deutsche Bundesregierung hat dieses Vorhaben mit allen Mitteln blockiert. Der noch amtierende Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr brüstet sich öffentlich, damit einen drohenden Pflegenotstand verhindert zu haben. Dabei wurde der deutschen Pflege ein Bärendienst erwiesen“, sagt DBfK-Vizepräsidentin Gertrud Stöcker heute in Berlin.

„Das deutsche Pflegeniveau driftet im internationalen Vergleich in die Zweitklassigkeit ab und die neue Richtlinie ist ein Beleg dafür. Das Zugeständnis, die Anerkennung auch nach 10 Jahren allgemeiner Schulbildung zu gewähren, ist ein Armutszeugnis für die Pflegebildungspolitik in Deutschland. Der auch in Brüssel äußerst kritisch gesehene Trend zur Dequalifizierung in der deutschen Pflege setzt sich fort. Die einzige Strategie deutscher Gesundheitspolitiker ist offenbar die Senkung des Bildungsniveaus, um den Zugang zum Pflegeberuf für möglichst alle offen zu halten. Persönliche und intellektuelle Eignung spielen immer weniger eine Rolle. So wird ein einstmals attraktiver Beruf mit Perspektiven systematisch abgewirtschaftet.“, so Stöcker.

Das Europaparlament in Straßburg hat in seiner heutigen Sitzung die Reform der Richtlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen (RL 2005/36/EG) beschlossen. Aufgrund deutscher Interventionen enthält sie folgenden Kompromiss:

Die Zulassung zur Ausbildung zur Pflegefachperson, die für die allgemeine Pflege verantwortlich sind, setzt Folgendes voraus: entweder eine zwölfjährige allgemeine Schulbildung (…) oder eine mindestens zehnjährige allgemeine Schulbildung. Artikel 31, § 2

Darüber hinaus werden Kompetenzen als Mindestanforderungen definiert, die künftig alle Gesundheits- und Krankenpfleger/innen in ihrer Ausbildung erwerben müssen (Artikel 31, § 7 und Anhang V, Artikel 5.2.1). Die Umsetzung erfolgt in nationaler Gesetzgebung innerhalb einer Frist von 2 Jahren.

www.dbfk.de

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