Stadt steuert Spielhallen

Mönchengladbach. Es scheint nicht nur so – auch faktisch haben in den letzten Jahren Spielhallen und die so genannten Wettbüros im Stadtbild zugenommen. Seit 2008 ist die Zahl der Geldspielgeräte mit Gewinnmöglichkeit in Nordrhein-Westfalen sprunghaft von rd. 27.000 auf über 44.000 Geräte angestiegen. Dies entspricht einer Zunahme von über 60 Prozent. Hauptgrund hierfür sind die erweiterten Möglichkeiten der neuen Spieleverordnung 2006, welche dem Konzessionsnehmer erlaubt, statt wie bisher acht nunmehr zwölf Spielgeräte je Konzession zu betreiben. Somit erhöhte sich die auch die Rentabilität je Konzession um 50 Prozent.

Diese Entwicklung hat vor Mönchengladbach nicht Halt gemacht und zu einer Ausstattung mit Geldspielgeräten geführt, die deutlich über dem Schnitt der kreisfreien Städte in NRW liegt. In Mönchengladbach ist die Anzahl der Geldspielgeräte mit Gewinnmöglichkeit je 10.000 Einwohnern von 2006 bis 2012 von 35 auf über 50 angestiegen. Damit gehört die Vitusstadt seit Jahren zu den Städten mit den meisten Geldspielgeräten mit Gewinnmöglichkeit je Einwohner in Nordrhein-Westfalen.
Im Jahre 2010 hat die Verwaltung daher nach einem entsprechenden Beschluss des Stadtrates mit der Erarbeitung eines Konzeptes zur Steuerung der sogenannten „Vergnügungsstätten“ begonnen. Nach Beratungen in allen vier Stadtbezirken und im Planungs- und Bauausschuss hat gestern der Rat das Vergnügungsstättenkonzept formal beschlossen.

Torsten Stamm, zuständiger Abteilungsleiter im Fachbereich Stadtentwicklung und Planung, betont, dass eine weitere ungesteuerte Expansion von Vergnügungsstätten nicht wünschenswert sein kann: „Ich möchte nicht, dass wir die Verdrängung von Handel und Gastronomie aus den Innenstädten und von Handwerksbetrieben aus Misch- oder Gewerbegebieten einfach akzeptieren“, sagt er. Aufgrund der hohen Rentabilität der Vergnügungsstätten habe sich, so Stamm weiter, die Zahl der entsprechenden Bauanträge spürbar erhöht. Es sei allerdings nicht immer klar ersichtlich, ob es sich um ernstgemeinte Anträge handelt oder lediglich solche, die dazu dienen sollen, im Falle einer Ablehnung eine Schadenersatzklage gegen die Stadt zu erwirken und einen entsprechenden Prozess durchzufechten.

Das nunmehr vorliegende Konzept weist sowohl Ausschluss- wie aber auch so genannte „Toleranzbereiche“ für Vergnügungsstätten im gesamten Stadtgebiet von Mönchengladbach aus. Es werden also Gebiete dargestellt, in denen Vergnügungsstätten planungsrechtlich ausnahmsweise zulässig sein sollten oder aber auszuschließen sind. Die „Toleranzbereiche“ zeichnen sich dadurch aus, dass in ihnen geringe Störauswirkungen wie Lärmimmissionen und eine Abwertung des Stadtbildes auf Wohn- und Geschäftsnutzungen bei der Ansiedlung von Vergnügungsstätten zu erwarten sind.

Michael Frehn, Stadtplaner und Geschäftsführer des Gutachterbüros „Planersocietät“ aus Dortmund, welches das Konzept maßgeblich erarbeitet hat, erläutert hierzu: „Das Konzept berücksichtigt neben einer detaillierten Gesamtbetrachtung der Stadt und aller rechtskräftigen Bebauungspläne auch die jüngsten Rechtsprechungen und Gesetzesänderungen.“ Damit, so Frehn weiter, verfüge Mönchengladbach über eine Planungsgrundlage auf dem neuesten Stand.

„Wichtig ist mir“, ergänzt der Technische Beigeordnete Andreas Wurff, „dass sich eine Vergnügungsstätte in einem stabilen Umfeld befindet. Ich will nicht verdammen oder verbannen, aber ich möchte keine Häufung von Spielhallen und Wettbüros; sondern ein vielfältiges Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot in den Zentren erhalten.“

 

Bocholter Kriminacht

Um den Mord an einer alten Dame geht es am Samstag, 16. November, wenn die Spinnerei des TextilWerks wieder zum Tatort wird. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Stadtsparkasse Bocholt laden zur 4. Bocholter Kriminacht in die ehemalige Textilfabrik ein, in der diesmal der vierte Krimi „Sternenblut“ der Autorin Bettina Oehmen in einer szenischen Lesung auf die Bühne gebracht wird.

Die Autorin Bettina Oehmen gibt den Sprechern Tipps beim Krimi-Casting. Foto: LWL
Die Autorin Bettina Oehmen gibt den Sprechern Tipps beim Krimi-Casting.
Foto: LWL

In der Krimigeschichte versucht Kommissar Kollo dieses Mal den Mord an einer älteren Dame aufzuklären. In einem anonymen Brief wird die Haushälterin des Mordes bezichtigt. Die streitet jedoch alles ab und wird vehement von ihren Töchtern verteidigt. Kollo, frischgebackener Vater, macht sich zusammen mit seinem Team auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei stolpert er über die schöne Katja, die ihn gehörig aus dem Gleichgewicht bringt.

Beim erfolgreichen Krimi-Casting gaben neben altbekannten Stimmen, wie Ralf Melzow und Heicke Mecking, viele neue Lese- und Spielbegeisterte Kostproben ihres Könnens. So konnten u. a. die Rollen der älteren Dame sowie die ihrer beiden Töchter besetzt werden. Bei der Kriminacht werden die Mitwirkenden musikalisch begleitet von Jan Klinkenberg am Piano und mit Gesang von Marie Oehmen.

Wer wissen möchte, wer sonst noch auf der Bühne steht und wer der Täter war, hat die Möglichkeit, Karten für die Kriminacht im TextilWerk (Uhlandstr. 50), in der Hauptstelle der Stadtsparkasse Bocholt am Markt, in der Mayerschen Buchhandlung (Shopping-Arkaden) und in der Buchhandlung „Seitenblick“ am Crispinusplatz zu erwerben. Die Karten kosten für Erwachsene 15 Euro, ermäßigt 8 Euro.

Die Kriminacht beginnt am 16. November um 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr). Während des ganzen Abends werden ein kleiner Imbiss und Getränke gereicht.

LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum – TextilWerk Spinnerei
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Industriestraße 5
46395 Bocholt
Karte und Routenplaner

Woll-Lust 2.0

Aus der Kammer drang leises Surren, hin und wieder lautes Lachen und immer wieder fröhliche Stimmen. Die Teilnehmerinnen hatten Spaß beim letzten Spinnworkshop im TextilWerk Bocholt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Am Samstag, 26. Oktober, und Sonntag, den 27. Oktober findet wieder ein Spinnworkshop im LWL-TextilWerk statt.

Es wird wieder gesponnen LWL-TextilWerk. Foto: LWL
Es wird wieder gesponnen LWL-TextilWerk.
Foto: LWL

In dem zweitätigen Kurs (Sa, 10-17 Uhr, So, 10-16 Uhr) mit Magdalena Allbrink, Angelika Beßling und Hannelore Hemingway, können Interessierte erste Erfahrungen am Handspinnrad sammeln und sich in der Technik des Verziehens und Verdrehens von losen Fasern zu einem festen Garn üben. Außerdem wissen die Damen viel über eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit zu berichten. So war es früher üblich, während des Spinnens Lieder zu singen. Solche Lieder dienten den vielen tausend Spinnerinnen, die es überall in den Textilregionen wie Bocholt vor der Einführung der Spinnmaschinen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegeben hatte, nicht der Unterhaltung. Ihr Rhythmus sollte helfen, einen gleichmäßigeren Faden zu spinnen. Wie das funktioniert, das kann jeder beim nächsten Spinnworkshop selber ausprobieren.

Es wird wieder gesponnen LWL-TextilWerk. Foto: LWL
Es wird wieder gesponnen LWL-TextilWerk.
Foto: LWL

„Da kann ich richtig abschalten“, erklärte einer der Teilnehmerinnen des letzten Workshops auf die Frage, warum das Spinnen für sie eine solche Faszination habe. Eine andere ergänzte: „Entweder hänge ich meinen Gedanken nach oder ich träume einfach.“ Für alle aber war ebenfalls wichtig, dass „etwas dabei herauskommt, nämlich ein Faden aus Wolle.“ Selbst der jüngsten Teilnehmerin – mit elf Jahren immerhin 70 Jahre jünger als die älteste – sah man die Lust an der Arbeit an. Garn in Papageien-Farben war ihre Spezialität.

Der Workshop findet in der Weberei des LWL-TextilWerks an der Uhlandstr. in Bocholt statt. Die Teilnahme ist auf max. zehn Personen begrenzt. Für beide Tage werden 50 Euro (inkl. Materialkosten) plus einmalig Eintritt von 3 Euro erhoben. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 02871 21611-0.

Ort:
LWL-Industriemuseum Textilwerk Bocholt. Weberei, Uhlandstraße 50
Datum:
Samstag, 26. Oktober, und Sonntag, 27. Oktober 2013
Zeit:
Samstag: 10-17 Uhr, Sonntag: 10-16 Uhr
Kosten (inkl. Material):
50 € plus einmalig 3€ Eintritt

LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum – Textilmuseum
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Uhlandstr. 50
46397 Bocholt
Karte und Routenplaner

Herbstsalat mit Walnussöl

Herbstsalat mit Walnussöl  Foto: Wirths PR
Herbstsalat mit Walnussöl
Foto: Wirths PR

Herbstsalat mit Walnussöl
(für 4 Personen)

1/2 kleiner Kopf Eichblattsalat
1/2 Kopf Bataviasalat
1 Schalotte
100 g Kürbisfleisch
1 Birne
100 g Champignons
100 g magerer durchwachsener Speck in Scheiben
8 EL Walnussöl
Salz
Pfeffer
2 EL Himbeeressig
50 g grob gehackte Walnüsse
200 g Baguette

Die Salate putzen, waschen, gut abtropfen lassen und in mundgerechte Stücke zupfen. Die Schalotte schälen und in Ringe, das Kürbisfleisch in dünne Streifen schneiden. Die Birne von Stielansatz und Kerngehäuse befreien, in dünne Spalten schneiden und diese nochmals teilen. Die Champignons halbieren und mit dem Speck in 2 EL Walnussöl anbraten.

Die Salatzutaten in einer Schüssel anrichten. Salz und Pfeffer mit dem Himbeeressig lösen und 4 EL Walnussöl unterheben, abschmecken und das Dressing über den Salat geben. Den Salat mit gehackten Walnüssen bestreuen und kurz durchziehen lassen. Inzwischen das Baguette in dünne Scheiben schneiden und diese in dem restlichen Walnussöl anrösten. Den Herbstsalat mit den gerösteten Brotscheiben servieren.

Pro Person: 331 kcal (1386 kJ), 7,2 g Eiweiß, 31,2 g Fett, 5,3 g Kohlenhydrate

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