Die Auswirkungen von extremen Wetterereignissen im Frühsommer 2013 haben vor allem die Anrainer von Elbe, Donau und deren Seitenflüssen zu spüren bekommen. Auf diese Extreme mit ihren Folgen wie Hitzewellen und Überflutungen ist Deutschland nach Ansicht des Arbeitskreises „Klimawandel und Raumplanung“ der Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover nicht ausreichend vorbereitet.
Die Herausforderungen der Zukunft bestehen nach Ansicht des Arbeitskreises darin, die Raumplanung an dem sich wandelnden Klima und einer sich wandelnden Gesellschaft auszurichten. Dringend erforderlich sei es zum Beispiel, kühle Orte in urbanen Zentren zu schaffen und vorhandene Grünflächen in Innenstädten zu bewahren.
Eine zunehmende Bebauung mit Versiegelung von Flächen führe bei Hitzewellen zu zusätzlichem Temperaturanstieg im Vergleich zum Umland. Begrünte Räume und Wasserflächen könnten dem entgegenwirken. Die Erhaltung von Kaltluftschneisen sei ebenfalls eine wichtige Maßnahme.
Auch Veränderungen der Gesellschaft müssten mit berücksichtigt werden. Ältere Menschen bräuchten mehr Unterstützung bei der Bewältigung von Extremereignissen. Darauf müssten sich Städte und Regionen ebenfalls einstellen. Ziel der Raumplanung müsse es sein, sowohl den Erfordernissen des Klimaschutzes als auch den Anpassungen an dessen Folgen Rechnung zu tragen.
In Deutschland werden täglich fast 81 Hektar als Siedlungs- und Verkehrsflächen neu ausgewiesen, der Anteil der versiegelten Flächen beträgt dabei nach Angaben des Umweltbundesamtes ca. 46 Prozent. / Renate Kessen, www.aid.de
Wer frühzeitig in Rente geht, muss häufig hohe Abschläge in Kauf nehmen. Wie man trotzdem die volle Rente erhalten kann, erklärte die Zeitschrift Finanztest in ihrer August-Ausgabe. Eine Möglichkeit ist die Altersteilzeit im Blockmodell, die viele Vorteile gegenüber der Frührente bietet.
Entscheiden sich Angestellte für die Altersteilzeit, arbeiten sie nur die Hälfte der Zeit. Sie erhalten das halbe Gehalt, das jedoch um 20 Prozent aufgestockt wird. In vielen Branchen ist es sogar mehr. Die Reduzierung der Arbeitszeit kann entweder in Form einer geringeren Wochenstundenzahl bis zum regulären Rentenantritt oder als ein vorgezogener Ruhestand wahrgenommen werden.
Bei letzterem Modell, dem Blockmodell, gibt es zwei gleich lange Beschäftigungsphasen, die Arbeitsphase und die Freistellungsphase. Während der Arbeitnehmer in der ersten Phase regulär arbeitet, hat er in der zweiten Phase, trotz regulärer Bezahlung, frei. Dafür entscheiden sich rund 90 Prozent der Menschen, die Arbeitsteilzeit beantragen. Da der Arbeitgeber während der Freistellungsphase weiterhin in die Rentenkasse einzahlt, muss der Arbeitsteilzeitler trotz vorzeitigem Ruhestand kaum Renteneinbußen in Kauf nehmen.
Finanztest rät, sich rund zwei Jahre vorher im Personalbüro oder beim Betriebsrat zu erkundigen, ob und ab welchem Alter man mit der Altersteilzeit anfangen kann. Meist ist die Altersteilzeit auf einen Prozentsatz der Beschäftigten im Betrieb begrenzt.
Die besten Entsafter im Test punkten mit guter Saftausbeute, einfacher Reinigung und langer Haltbarkeit. Getestet wurden 15 elektrische Entsafter. Die Ergebnisse der Stiftung Warentest reichen von „Gut“ bis „Mangelhaft“. Der ausführliche Test ist in der August-Ausgabe der Zeitschrift test erschienen.
Der Saft aus Zentrifugen trennt sich in klar und trübe. Foto: test.de
Getestet wurden sehr unterschiedliche Entsafter: Zentrifugen und Saftpressen zu Preisen von 36 bis 600 Euro. Wer die ganz billigen Entsafter unter 60 Euro meidet, findet unter den günstigen Zentrifugen viele „gute“ Geräte. Sie sind oft sogar besser als die teuren Saftpressen, so das Fazit der Tester. „Gute“ Geräte gibt es ab 99 Euro. Die billigsten Entsafter schneiden im Dauertest schlecht ab. Die vier „Mangelhaften“ von Clatronic, Bomann, Severin und Tristar mit Preisen zwischen 36 und 55 Euro sind bereits ziemlich früh mit einem Motorschaden ausgefallen, teilweise sogar nach weniger als acht Betriebsstunden.
Aus einem Kilogramm Äpfel holt die Saftpresse Green Star 770 Milliliter Saft – nur 514 Milliliter Saft bei gleicher Apfelmenge schaffte das Modell von Tefal. Der Testsieger von Philips ist der einzige Entsafter mit einer „sehr guten“ Saftausbeute bei Äpfeln, Möhren und Weintrauben. Mit 168 Euro liegt er preislich im Mittelfeld.
Das Urpferd Hippotherium war so erfolgreich, dass es binnen kurzer Zeit seine Konkurrenten in Europa vollständig verdrängte. Der Grund für diese Überlegenheit ist bislang ungeklärt. Dabei könnte die Antwort einfach sein: Einer neuen Studie zufolge war Hippotherium entgegen bisherigen Vermutungen kein reiner Grasfresser, sondern ernährte sich auch von Laub oder Früchten. Diese Flexibilität könnte ihm gegenüber anderen Urpferden einen entscheidenden Vorteil verschafft haben. Forscher der Universitäten Bonn und Hamburg stellen diese These in der kommenden Ausgabe der Zeitschrift PLOS ONE vor.
Hippotherium-Skelett im Naturkunde-Museum Karlsruhe. (c) Dr. Thomas Tütken
Die Invasoren kamen aus dem Osten; ihr Sieg war vollständig und endgültig: Vor elf Millionen Jahren wanderten Urpferde der Gattung Hippotherium von Nordamerika über die damals trocken gefallene Beringstraße nach Asien ein. Von dort breiteten sie sich rasch über ganz Europa aus. Dabei verdrängten sie ihre ursprünglich dort heimischen Verwandten der Gattung Anchitherium. Diese starben binnen kurzer Zeit aus. Bis heute rätseln Wissenschaftler, welches Merkmal Hippotherium so fit für den Daseinskampf machte. Forscher der Universitäten Bonn und Hamburg stellen nun zusammen mit französischen und Schweizer Kollegen eine mögliche Antwort vor: Die Neuankömmlinge kamen demnach mit völlig unterschiedlichen Nahrungsquellen zurecht. Diese Flexibilität verschaffte ihnen gegenüber dem Laubfresser Anchitherium einen entscheidenden Vorteil.
Bis vor kurzem hielten Paläontologen Hippotherium für einen reinen Grasfresser. Das liegt vor allem an einer Eigenart, die auch heutige Pferde auszeichnet: Ihre Backenzähne sind „hochkronig“ – sie sind besonders groß und brauchen entsprechend lange, um sich abzunutzen. Wahrscheinlich ist das eine Anpassung an ihr Hauptnahrungsmittel. Denn Gras enthält Kieselsäure-Einlagerungen, so genannte Phytolite. Die harten Silikateinlagerungen raspeln den Zahnschmelz regelrecht ab. Wären heutige Pferde nicht hochkronig, müssten sie wohl bald auf dem Zahnfleisch kauen.
Auch Hippotherium hatte ein hochkroniges Gebiss. In seiner ursprünglichen Heimat Nordamerika gab es damals weite grasbewachsene Flächen. Hippotherium habe sich auf diese Nahrungsquelle spezialisiert, vermuten viele Evolutionsbiologen, und ziehen die Hochkronigkeit als Zeugen heran. Ganz so wählerisch scheint Hippotherium aber nicht gewesen zu sein. Das belegen zumindest die Daten, die Dr. Thomas Tütken von der Universität Bonn und sein Hamburger Kollege Professor Dr. Thomas Kaiser in PLOS ONE vorstellen. Demnach deuten sowohl die Abnutzungsspuren auf den Kauflächen als auch Isotopenanalysen auf eine abwechslungsreichere Kost hin. Diese dürfte neben Gras auch Laub und Früchte umfasst haben.
Abnutzungsspuren sprechen gegen reine Schmirgel-Diät
Die Wissenschaftler haben Hippotherium-Backenzähne von Fundorten in Deutschland, der Schweiz und Frankreich untersucht. Unter dem Mikroskop zeigen die rund zehn Millionen Jahre alten Stücke charakteristische Kratzer – typische Schleifspuren von Gräser-Phytoliten. Dazwischen finden sich aber auch Riefen, die auf Laub als Nahrungsquelle hindeuten. Auch das durch Nahrungsabrieb entstandene Relief der Kauflächen spricht für Mischkost und gegen eine reine Schmirgel-Diät. „Wir hatten das schon früher beobachtet“, sagt Prof. Kaiser. „Die Isotopen-Analysen deuten jetzt ebenfalls darauf hin, dass die Tiere fraßen, was sie gerade fanden“, ergänzt Dr. Thomas Tütken.
Die Hochkronigkeit war also keine Spezialisierung, sondern das glatte Gegenteil: Sie erlaubte es den Urpferden, sich zusätzlich eine weitere Nahrungsquelle zu erschließen. Das dürfte ihnen ihren Siegeszug von Nordamerika über Russland und Asien bis nach Mittel- und Westeuropa erleichtert haben. Denn auf dem Weg wurden sie mit unterschiedlichen Klima- und damit auch Vegetations-Verhältnissen konfrontiert. Nahrungs-Pingel hatten da keine Chance. Das ursprünglich in Europa heimische Urpferdchen Anchitherium hatte niederkronige Zähne, war also hinsichtlich seiner Ernährung weit weniger flexibel. „Das könnte dem Neuankömmling geholfen haben, Anchitherium zu verdrängen“, spekuliert Tütken. Und das mit großem Erfolg: Schon kurze Zeit nach der Ankunft von Hippotherium war Anchitherium ausgestorben.
Publikation: Opportunistic feeding strategy for the earliest Old World hypsodont equids: evidence from stable isotope and dental wear proxies; Thomas Tütken, Thomas M. Kaiser, Torsten Vennemann, Gildas Merceron; PLOS ONE (http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0074463)