Schlagwort-Archiv: Landwirtschaft

Medikamente vom Tierarzt für Landwirte

Bleibt es beim Dispensierrecht?

(aid) – Wenn landwirtschaftliche Nutztiere krank werden, greift für die betroffenen Halter und behandelnden Tierärzte das Dispensierrecht. Der Tierarzt bekommt damit die Möglichkeit, Tierarzneimittel direkt vom Hersteller oder Großhändler zu beziehen und an Tierhalter abzugeben. Er darf sie in beschränktem Umfang auch selber herstellen.

Das Dispensierrecht ist in der Vergangenheit von der Öffentlichkeit kritisch beäugt worden. Vor allem durch das vermehrte Auftreten von Antibiotikaresistenzen ist die Verantwortung der Tierärzte in Bezug auf die Anwendung und Abgabe von antibakteriell wirksamen Tierarzneimitteln verstärkt in den Fokus geraten.

Ist also das landwirtschaftliche Dispensierrecht zeitgemäß? Im Zusammenhang mit der Verabschiedung der 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes (seit 1. April 2014 in Kraft) hatte der Bundesrat die Bundesregierung gebeten, dies prüfen zu lassen, um beurteilen zu können, ob und wenn ja wie viel Änderungsbedarf besteht. Nun hat das beauftragte Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG gemeinsam mit Professor Rolf Mansfeld von der Ludwig-Maximilians-Universität in München, das Gutachten hierzu vorgelegt.

Die Gutachter stellten als Vorteile des Dispensierrechts in Deutschland heraus, dass es eine ordnungsgemäße Behandlung von Tieren schnellstmöglich durch eine Person mit der höchsten formalen Qualifikation sicherstelle. Aus Sicht des Tierhalters habe das den Vorteil, dass er alle Leistungen aus einer Hand beziehe und keine weiteren Aufwände habe. Zudem würden in der Praxis exakt zugeschnittene Mengen an Arzneimitteln vom Tierarzt ausgegeben. Aus Sicht der Überwachung sei auch die Bündelung der Überwachung des Tierarzneimittel-Einsatzes beim Tierarzt ein Vorteil.

Das Gutachten merkt aber auch kritisch an, dass das Dispensierrecht zusammen mit weiteren Regelungen für „unangemessene finanzielle Anreize“ sorge. Es ermögliche Tierärzten, am Verkauf von Tierarzneimitteln zu verdienen, so dass ein ökonomischer Anreiz besteht, Arzneimittel zu verkaufen. Darüber hinaus führe die Gewährung von Rabatten beim Einkauf größerer Mengen von Tierarzneimitteln dazu, dass Tierärzte einen wirtschaftlichen Anreiz haben, große Mengen kostengünstiger zu beziehen und hierdurch die Gewinnmarge auszuweiten.

Die Abschaffung des Dispensierrechts führt nach Ansicht der Gutachter zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Tierärzte bis hin zu Praxisschließungen. Da Tierhalter dann in die Apotheke gehen müssten, um Arzneimittel abzuholen, seien sie eventuell dazu verleitet, im Internet zu bestellen. Bleibt alles wie es ist, verändere sich nicht viel, auch nicht die Tatsache, dass weiterhin in den Hofapotheken zu viele Restbestände an Mitteln vorhanden sind, die dann ohne die Überwachung des Tierarztes verabreicht werden könnten.

Britta Klein, www.aid.de

Weitere Informationen:

www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Tier/Tiergesundheit/DispensierrechtGutachten.html

aid-Heft „Arzneimittelrecht für Nutztierhalter“
Bestell-Nr. 1575,
www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=1575

Milch ist und bleibt gesund

Viel Wirbel verursachte eine schwedische Studie, veröffentlicht in einem britischen Journal(1), über die angeblich schädigende Wirkung von Milch. Während viele internationale Studien weltweit zum positiven Ergebnis kommen, dass Milch nicht nur ein schmackhaftes, sondern auch gesundes Lebensmittel ist, kommen die schwedischen Wissenschaftler auf Grund einer Untersuchung in nur drei schwedischen Landkreisen zu gegenteiligen Erkenntnissen.

Weltweit empfehlen führende Ernährungsgesellschaften den Verzehr von Milch und Milchprodukten im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung. Die Ergebnisse der schwedischen Studie sollten in den wissenschaftlichen Kontext aufgenommen werden. Es ist gefährlich und unberechtigt, diese Ergebnisse als neue und einzige Wahrheit zu verkaufen und vor Milch zu warnen.

„Vereinfachte negative Schlüsse bergen die Gefahr von Fehlaussagen. Die Autoren verweisen selbst darauf, dass der Konsum von Milch und Milchprodukten der Osteoporose entgegenwirkt, nur dieses wird leider in den Zeitungskommentierungen eben nicht zitiert“, so Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie-Verbandes, Berlin. „Und am Ende der Studie wird zudem deutlich gemacht, dass das Design der Studie nicht geeignet ist, Ernährungsempfehlungen abzuleiten. Was sollen wir davon halten, wenn die etablierte wissenschaftliche Meinung nur durch eine Studie in Frage gestellt wird, zumal diese aufgrund ihres Aufbaus keine ursächlichen Schlüsse zulässt?“.

(1) BMJ 2014;349:g6015 doi: 10.1136/bmj.g6015
„Milk intake and risk of mortality and fractures in women and men: cohort studies”

Quelle: http://www.milchindustrie.de

Historische Hofanlage

 Hauptgebäude der Historischen westmünsterländischen Hofanlage im Stadtpark von Vreden: der Hof Früchting. Im Vordergrund die großen Fenster der „guten Stube“. Hierbei handelt es sich um einen Anbau aus dem Jahr 1804. Foto: Hamaland-Museum/Kreis Borken
Hauptgebäude der Historischen westmünsterländischen Hofanlage im Stadtpark von Vreden: der Hof Früchting. Im Vordergrund die großen Fenster der „guten Stube“. Hierbei handelt es sich um einen Anbau aus dem Jahr 1804. Foto: Hamaland-Museum/Kreis Borken

Die Westmünsterländische Hofanlage im Vredener Stadtpark geht in die Winterpause. Am Freitag, 31. Oktober, ist sie zum letzten Mal in diesem Jahr geöffnet. Danach macht das Team des benachbarten Hamaland-Museums die Gebäude winterfest.

Wieder öffnen werden sich die Türen der historischen Hofanlage am 1. April 2015. Das Hamaland-Museum ist dann bereits wegen der Bauarbeiten für das Kulturhistorische Zentrum Westmünsterland geschlossen. Aber in der Hofanlage geht der Betrieb weiter. Das bedeutet, dass auch die pädagogischen Programme genutzt werden können. Zahlreiche Schulklassen und andere Gruppen kommen dafür jedes Jahr im Sommerhalbjahr nach Vreden. Zum Angebot gehören unter anderem „Backen nach Großmutters Art“, Buttermachen wie zu früheren Zeiten und vieles mehr. Weitere Informationen dazu gibt es unter Tel.: 02564 / 39180 und im Internet unter www.hamaland-museum.de
.
Die Westmünsterländische Hofanlage liegt direkt am Ufer der Berkel im Vredener Stadtpark. Sie besteht aus elf Gebäuden, die allesamt einst an verschiedenen Orten im Kreis Borken standen. Die Anlage dokumentiert die frühere Bau-, Lebens- und Arbeitsweise eines Bauern mit mittelgroßem Anwesen im Westmünsterland.

Quelle/Text/Redaktion: Kreis Borken, Pressestelle

Getreide: 23,6 Prozent gehen in den Iran

23,6 % der deutschen Getreideexporte gingen in den ersten sieben
Monaten des Jahres 2014 in den Iran. Dorthin wurden nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 1,8 Millionen Tonnen im Wert von 415 Millionen Euro verkauft. Damit war der Iran Hauptempfänger deutschen Getreides vor den Niederlanden (1,2 Millionen Tonnen) und Belgien (0,7 Millionen Tonnen). Insgesamt führte Deutschland mehr Getreide aus (7,6 Millionen Tonnen) als ein (5,8 Millionen Tonnen). Wertmäßig wurde Getreide für 1,8 Milliarden Euro exportiert und für 1,6 Milliarden Euro importiert.

Quelle/Text/Redaktion: www.destatis.de

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...