Schlagwort-Archiv: Verbraucher

Immobilienfinanzierung: Kunden nach Widerruf unerwünscht

Kunden können fehlerhafte Kredite widerrufen. Darüber hatte die Zeitschrift Finanztest in ihrer Juli-Ausgabe berichtet. Doch nach einer Kündigung erhalten Kunden nicht von jeder Bank einen neuen Kredit. Die ING-Diba lehnt ganz ab.

Die Verbraucherzentralen Hamburg, Bremen und Sachsen hatten tausende Verträge geprüft und in vier von fünf Fällen beanstandet, dass Kunden nicht korrekt über ihr Widerrufsrecht belehrt worden waren. Das ist seit November 2002 Pflicht. Widerruft ein Kunde, muss er die Restschuld ablösen, in der Regel mit einem neuen Kreditvertrag. Bei der ING-Diba hat er jedoch keine Chance auf einen Anschlusskredit: Die Bank schuldet seit dem 4. August 2014 nur Kredite um, deren Zinsbindungsfrist abläuft. Die Verbraucherzentrale Bremen kennt auch Fälle von anderen Instituten, in denen Anschlusskredite abgelehnt wurden.

Kreditnehmer müssen vor dem Widerruf sicherstellen, dass sie die Restschuld tilgen können. Informationen hierzu finden sich im Spezial Immobilienkredite auf test.de. Wer das Geld nicht flüssig hat, braucht eine Finanzierungszusage, die vier bis sechs Wochen gilt. Die Verbraucherzentrale Bremen bittet Kunden mit Problemen beim Anschlusskredit um Nachricht an baufinanzierung@vz-hb.de

Der ausführliche Artikel „Immobilienfinanzierung: Kunden nach Widerruf unerwünscht“ findet sich unter www.test.de/kreditwiderruf.

Billigflüge: Abzocke vor Abflug

Wer bei der Flugbuchung im Internet nicht aufpasst, zahlt im schlimmsten Fall fast doppelt so viel, wie zunächst angezeigt, berichtet die Zeitschrift test in ihrer August-Ausgabe. Zusatzkosten lauern bei der Bezahlung mit gängigen Kreditkarten, Zusatzversicherungen sowie Aufschlägen für Gepäck oder den Wunschsitzplatz. Ob Flugpreis-Vergleichsportal, Online-Reisebüro oder Fluggesellschaft: Wer nicht aufpasst, zahlt drauf.

Besonders dreist zockt fluege.de die Kunden ab. Die im Internet beworbenen Preise gelten dort nur, wenn der Reisende mit einer Fluege.de-Mastercard Gold oder mit Visa Electron bezahlt – Karten, die kaum jemand besitzt. Ansonsten sind happige Aufschläge fällig. Ein Flug von Düsseldorf nach London sollte bei der Stichprobe der Tester 37,99 Euro kosten. Wer den Flug mit seiner Mastercard buchen will, muss aber 66,53 Euro bezahlen. Bei Opodo kostete ein Flug von München nach Rom 43,98 Euro, wenn der Kunde mit der virtuellen Karte Visa Entropay bezahlt. Bei der Zahlung mit der Mastercard waren zusätzlich 33,67 Euro fällig.

Weitere Fallen lauern bei Zusatzangeboten, mit denen Flugportale weiteres Geld verdienen. Wer zum Beispiel „ohne Versicherung“ anklickt, wird eindringlich vor den üblen Folgen eines fehlenden Versicherungsschutzes gewarnt. Auch wer direkt bei den Airlines bucht, sollte vorsichtig sein. Häufig ist im Preis nur das Handgepäck inklusive, ein aufgegebener Koffer sowie Getränke und Snacks kosten extra. Das gleiche gilt für den Wunschsitzplatz oder einen Sitz mit mehr Beinfreiheit, der z. B. bei Airberlin bis zu 69,99 kostet.

Der ausführliche Artikel ist in der August-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/flugbuchung veröffentlicht.

Appetitlich-App auf dem Vormarsch

Das unter dem Namen „Appetitlich“-App gestaltete und zudem im Internet nutzbare Kontrollbarometer der Verbraucherzentrale NRW zum Stand der Hygiene und Kundeninformation in Gastronomiebetrieben ist mehr als sieben Monate nach dem Start ein Erfolgsmodell.

„Mehr als 20.000 App-Downloads und über 200.000 Klicks auf Ergebnisse der Betriebsprüfungen von Restaurants, Imbissstuben und Co. zeigen, dass wir Restaurantbesuchern per App und Internet einen nützlichen Zugang zu amtlichen Kontrolldaten ebnen“, so lautet die positive Zwischenbilanz der Verbraucherzentrale NRW zu ihrem Modellversuch.

Anfang Dezember letzten Jahres hat die Verbraucherzentrale NRW mit ihrer „Appetitlich“-App Neuland betreten. Seitdem testet sie das Kontrollbarometer als Pilotprojekt zunächst in den Städten Bielefeld und Duisburg. Die Veröffentlichung im Internet und App-Anwendung auf Tablets und Smartphones stützt sich auf die Ergebnisse der jeweiligen amtlichen Lebensmittelüberwachung. „Mit wenigen Klicks zeigt unser Kontrollbarometer anhand der Farbskala grün, gelb und rot an, ob sich ein Gastronomiebetrieb in puncto Sauberkeit und Kundeninformation korrekt verhält oder ob die berechtigten Verbraucherinteressen hierzu vernachlässigt werden“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

Um für mehr Transparenz zu sorgen und eine positive Auswirkung auf Restaurants und Gaststätten zu erzielen, wurde das Modell des Kontrollbarometers auf Grundlage der Beschlüsse der Verbraucherschutzminister der Länder und der Landesregierung NRW vom Frühjahr 2011 entwickelt und vor mehr als einem halben Jahr mit Unterstützung des Landesverbraucherschutzministeriums in Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen.

Von Anfang an war das Interesse von App- und Internet-Nutzern an dem Kontrollbarometer, das ihnen die Wahl einer geeigneten Lokalität erleichtern soll, überaus groß. Bis Ende Juni wurde das Kontrollbarometer rund 20.100-mal auf mobile Abspielgeräte heruntergeladen.

Bei der Restaurantsuche in Bielefeld und Duisburg ist die Nutzung des Kontrollbarometers für Benutzer und Betreiber gleichermaßen eine lohnende Sache. Bis Ende des ersten Halbjahres wurden in Bielefeld 448 und in Duisburg 735 Restaurants, Schnellimbisse, Cafés und Eisdielen erfasst. 95 Prozent (425) der Gastronomiebetriebe in Bielefeld und 90 Prozent (660) in Duisburg befinden sich hinsichtlich Hygienestandard und Informationsverhalten laut amtlicher Prüfung im grünen Bereich.

„Die Anzahl der gastronomischen Betriebe in der App steigt kontinuierlich. Deren Bewertungen werden von den Behörden permanent aktualisiert und von uns veröffentlicht. Unser Service wird dadurch immer aussagekräftiger. Auch immer mehr Gastwirte nutzen ihr individuelles Ergebnis auf der Skala des Kontrollbarometers zur Eigenwerbung“, erläutert die Verbraucherzentrale NRW die erfreuliche Wirkung des Kontrollbarometers. Als weiteres Plus ist geplant, der aktuellen Veröffentlichung geprüfter Daten zum Vergleich bis zu drei zurückliegende Bewertungen zur Seite zu stellen.

Das Kontrollbarometer für Bielefeld und Duisburg ist kostenlos als „Appetitlich“-App für Smartphones und Tablets im App Store (für iPhones) oder bei Google Play (für Geräte mit Android-Betriebssystem) abrufbar.

Quelle/Text: Verbraucherzentrale NRW
Stand: 21.07.2014

Test Aktienfonds: Nichts als schöner Schein

Über 8.000 unterschiedliche Aktienfonds werden derzeit in Deutschland angeboten. Um Anlegern bei der Entscheidung für das richtige Produkt zu helfen, bieten Ratingagenturen ihre Hilfe an. Sie vergeben jedes Jahr Oscars für besonders erfolgreiche Fonds. Doch im ÖKO-TEST (Ausgabe 11/2013) zeigte sich: Lediglich 15 der insgesamt 137 in den vergangenen drei Jahren ausgezeichneten Fonds konnten ihre Leistung halten.

Damit ist auch klar: Verbraucher sollten solche Auszeichnungen nicht als Entscheidungshilfe für die Auswahl eines bestimmten Aktienfonds missverstehen. Sie bieten keine Gewähr für den künftigen Erfolg der Anlage.

So stellte ÖKO-TEST fest, dass schon nach einem Jahr 81,4 Prozent der Preisträger nicht mehr zu den Performance-Spitzenreitern gehörten. Knapp ein Viertel der prämierten Fonds ist sogar regelrecht abgeschmiert und schreibt mittlerweile rote Zahlen – was in allen untersuchten Fällen nicht an der Marktentwicklung liegt. Die vom Top- zum Flopperformer mutierten Fonds schneiden sogar schlechter ab als die Börsenbarometer der Märkte, in die sie investierten.

Ein Grund für das schlechte Abschneiden kann die Verleihung des Preises sein: Weil sich Anleger um Produkte mit Top-Bewertung geradezu reißen, fließen ihnen oft überdurchschnittlich hohe Anlagesummen zu. Dafür gibt es aber nur selten genug lukrative Investitionsmöglichkeiten. Bittere Folge: Die Rendite des Fonds sinkt. Zudem besteht der Verdacht, dass die Fondsmanager bisweilen höhere Risiken eingegangen sind, um eine gute Bewertung ihrer Angebote zu erhalten.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...