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Über die Freiheit zu sterben

Mehr als 10.000 Menschen nehmen sich jedes Jahr in Deutschland das Leben. Viele von ihnen sind unheilbar krank. Was in den Menschen vorgeht, bevor sie sich umbringen, das kann man nur ahnen, ebenso wie den Schock, den die Angehörigen erleiden, wenn sie vom Tod ihrer Nächsten erfahren. Ist Sterbehilfe für die, die unheilbar krank und des Lebens müde sind, eine Alternative? Darüber wird in Deutschland derzeit diskutiert, denn die organisierte Sterbehilfe ist verboten. Und was tun, wenn der eigene Vater darum bittet, ihm beim Sterben zu helfen?

Diese Frage musste sich die preisgekrönte französische Schriftstellerin Emmanuèle Bernheim stellen. In ihrem ersten dokumentarischen Buch schildert sie, wie sie ihrem Vater André nach einem schweren Schlaganfall den Freitod ermöglichte. Ihr literarischer Bericht „Alles ist gutgegangen“, der in Frankreich unter dem Titel „Tout c’est bien passé“ bereits großes Aufsehen erregte, erscheint nun inmitten der aktuellen Sterbehilfe-Diskussion in Deutschland.

Fast zeitgleich kommt der Film „Und morgen Mittag bin ich tot“ von Frederik Steiner in die deutschen Kinos. Seine Hauptfigur, die 22-jährige Lea, leidet unheilbar an der tödlichen Krankheit Mukoviszidose. Sie wird qualvoll ersticken und möchte ihr Leben bis zuletzt selbst bestimmen. Sie reist in die Schweiz, um sich dort beim Sterben helfen zu lassen. Ein Buch und ein Kinofilm, die sich offen und berührend mit einer der wichtigen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit befassen: Haben wir die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann wir sterben?

„ttt – titel, thesen, temperamente“ hat die französische Schriftstellerin Emmanuèle Bernheim und den Filmregisseur Frederik Steiner getroffen und gefragt: Sollte man die Sterbehilfe in Deutschland endlich legalisieren? Die Sendung kommt am Sonntag, 2. Februar, vom Hessischen Rundfunk (hr) und ist um 23.05 Uhr im Ersten zu sehen; es moderiert Max Moor.

Außerdem bei „ttt“:
– Ein Land in Katerstimmung – Rafael Chirbes macht in seinem neuen Roman „Am Ufer“ die spanische Immobilienkrise zum Thema
– Bunte Landschaften als Therapie – Hermann Hesse als Maler
– „Operation Heimkehr“ – Das Leben von Bundeswehrsoldaten nach dem Auslandseinsatz
– Boy George – Ein Paradiesvogel feiert sein Comeback

Rheingau Musik Festival eröffnet mit „Ein Sommernachtstraum“

Das hr-Sinfonieorchester eröffnet das Rheingau Musik Festival im Kloster Eberbach Foto: hr/Ansgar Klostermann
Das hr-Sinfonieorchester eröffnet das Rheingau Musik Festival im Kloster Eberbach
Foto: hr/Ansgar Klostermann

Mit Felix Mendelssohn Bartholdys reizvoller Schauspielmusik „Ein Sommernachtstraum“ eröffnet das hr-Sinfonieorchester am Samstag, 28., und Sonntag, 29. Juni, jeweils 19 Uhr, das 27. Rheingau Musik Festival. In seiner neuen Funktion als Conductor Laureate leitet Paavo Järvi die beiden Konzerte im Kloster Eberbach. Im August präsentiert das hr-Sinfonieorchester unter Leitung seines neuen Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada ein weiteres Konzert im Kloster Eberbach. Die hr-Bigband lädt im Juli zu einer Jazz-Matinée auf Schloss Johannisberg.

Mendelssohns populäre musikalische Adaption von Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ ist eine Reise durch sommernächtliche Elfenszenen. Die Komödie der Liebe gerät zum Traum und Alptraum zugleich. Mit der 1. Sinfonie und „Das Märchen von der schönen Melusine“ sind zudem zwei weitere Werke von Mendelssohn zu hören.

Im zweiten Konzert des hr-Sinfonieorchesters beim Rheingau Musik Festival am 22. August, 20 Uhr, im Kloster Eberbach steht erstmals der neue Chefdirigent Andrés Orozco-Estrada am Pult des hr-Sinfonieorchesters. Zu erleben ist er mit der Tondichtung „Macbeth“ von Richard Strauss, Wagners Vorspiel und Liebestod aus „Tristan und Isolde“ sowie einem weiteren großen chorsinfonischen Werk Mendelssohns: „Die erste Walpurgisnacht“.

Gast der hr-Bigband bei der Jazz-Matinee des Rheingau Musik Festivals am Sonntag, 6. Juli, um 11 Uhr im Hof von Schloss Johannisberg ist diesmal der deutsch-irische Gitarrist und Sänger Torsten Goods. Die Gitarrenlegende Les Paul holte den Musiker, der damals erst Anfang zwanzig war, zu einem Auftritt auf die Bühne. Zum Singen ermutigte den Deutschen mit der irischen Mutter ein anderes großes Vorbild: George Benson. Satter Swing, eine Prise Pop und Soul, groovender Funk und beseelter Blues: Torsten Goods wird das Spektrum seiner Kunst in diesem Programm vor den jazzorchestralen Klängen der hr-Bigband präsentieren.

Der Hessische Rundfunk begleitet das Rheingau Musik Festival seit dessen Anfängen vor 27 Jahren. Der hr ist der älteste Medienpartner und hat mit vielen Übertragungen in Hörfunk und Fernsehen sowie den Konzerten seiner beiden Orchester den großen Erfolg des Festivals mitbegründet. Das hr-fernsehen überträgt das Eröffnungskonzert, und hr2-kultur sendet regelmäßig Live-Übertragungen und Mitschnitte von Konzerten. Über die European Broadcasting Union (EBU) sind die Konzerte darüber hinaus weltweit zu hören. Zahlreiche Konzerte des Rheingau Musik Festivals, darunter die beiden Konzertprogramme des hr-Sinfonieorchesters, können zudem auch live und danach als Video on Demand auf www.arteliveweb.com sowie www.hrsinfonieorchester.de verfolgt werden.

Die Konzerte im Überblick:

Eröffnungskonzerte:
Samstag, 28. Juni, und Sonntag, 29. Juni, 19 Uhr, Kloster Eberbach, Basilika

Miah Persson, Sopran; Golda Schulz, Sopran
Estnischer Philharmonischer Kammerchor
hr-Sinfonieorchester; Paavo Järvi, Dirigent
Felix Mendelssohn Bartholdy
Das Märchen von der schönen Melusine /
1. Sinfonie / Ein Sommernachtstraum
Sendetermine:
hr2-kultur: Samstag, 28. Juni (Live-Übertragung)
hr-fernsehen: Sonntag, 6. Juli
3sat: Samstag, 12. Juli (genaue Sendetermine folgen)
Internet: www.arteliveweb.com und www.hrsinfonieorchester.de

Sonntag, 6. Juli 2014, 11 Uhr, Schloss Johannisberg, Cuvéehof, Geisenheim
Torsten Goods, Gitarre/Gesang
hr-Bigband; Jörg-Achim Keller, Dirigent

Freitag, 22. August, 20 Uhr, Kloster Eberbach
Elisabeth Kulman, Alt; Maximilian Schmitt, Tenor
Adrian Eröd, Bariton; MDR Rundfunkchor Leipzig
hr-Sinfonieorchester; Andrés Orozco-Estrada, Dirigent
Richard Strauss | Macbeth
Richard Wagner | Vorspiel und Liebestod aus „Tristan und Isolde“
Felix Mendelssohn Bartholdy | Die erste Walpurgisnacht
Internet: www.arteliveweb.com und www.hrsinfonieorchester.de

„Lindenstraße“ weiter bis 2016

Die Programmdirektorinnen und Programmdirektoren der ARD haben sich für eine Verlängerung der ARD-Familienserie „Lindenstraße“ um zwei weitere Jahre ausgesprochen. Die Vertragsverlängerung bis 2016 steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der ARD-Gremien.

Prof. Gebhard Henke, Leiter des WDR Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie: „Die Zuschauerinnen und Zuschauer können sich auf zwei weitere Jahre der Kultserie freuen. Die Fans begleiten den Alltag der Familien dann seit 31 Jahren und erleben ein Stück Zeitgeschichte.“

Produzent Hans W. Geißendörfer sagt zur Vertragsverlängerung: „Die Freude ist groß! Der Sender schenkt uns das Vertrauen, und wir dürfen weiterhin Geschichten mit den Bewohnern der Lindenstraße erzählen. Wir werden alles tun, dass die Lindenstraße spannend und aktuell bleibt. Wir freuen uns besonders auf die 1500. Folge im September 2014 sowie natürlich auch auf das 30-jährige Bestehen im Jahre 2015!“

Interview mit dem Hollywoodstar-Star Idris Elba

Idris Elba, zurzeit als „Mandela“ auf der Leinwand, begrüßt Hollywoods Aufarbeitung der Rassismus-Geschichte: „Es sieht so aus, als würde Hollywood die Scheuklappen abnehmen“, sagte er im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagausgabe). Dass mit Werken wie „Mandela“ und „Twelve Years A Slave“ Apartheid und Sklaverei Filmstoff werden, führte der41-jährige Star auch auf Obamas Präsidentschaft zurück: „Die Geschichte von Afroamerikanern wird dringlicher, wenn ein schwarzer Präsident regiert. Es ist noch nicht lange her, dass Schwarze Sklaven waren“, sagte der Brite, dessen Eltern aus Sierra Leone und Ghana stammen.

Auf die jahrzehntelange Benachteiligung schwarzer Künstler bei den Oscars hat er eine klare Antwort: „Wir brauchen einfach mehr Filme von Schwarzen, mehr schwarze Schauspieler – wenn ihre Arbeit dann gut ist, kommt die Anerkennung.“ Wäre das ein Grund für ihn, Daniel Craig in der Rolle des Geheimagenten James Bond zu beerben? Zu den Spekulationen über sein Engagement als nächster 007 sagte Elba: „Es ist ein Gerücht. Ich habe keine Ahnung, wer es in die Welt gesetzt hat. Aber es hat an Dynamik gewonnen, als Daniel Craig sagte, ich wäre ein guter Bond.“ Abgeneigt ist Idris Elba allerdings nicht: „Es wäre eine Ehre“, sagte der in Blockbustern wie „Thor“ und „Pacific Rim“ erprobte Star. „Warum nicht?“

Dass sein aktueller Film „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“ bei den Oscars nur eine Nominierung für den besten Song verbucht, kränkt Elba nicht. „Ich habe die Oscar-Verleihung immer im Fernsehen angesehen, mitten in der Nacht. Auch mit ‚Mandela‘ habe ich mich all dem nicht näher gefühlt“, sagte er. „Natürlich wäre eine Nominierung eine Auszeichnung gewesen; aber sie hätte mein Leben nicht verändert, sie hätte nichts daran geändert, wie ich meine Rollen auswähle, wie ich spiele. Anerkennung von den Kollegen ist schön, aber es geht auch ohne. Ich ärgere mich nicht über die verpasste Nominierung. Ich werde die Verleihung einfach wieder im Fernsehen ansehen.“

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