Kategorie-Archiv: Alltag

Weihnachtsgeschenke im Beruf bergen Risiken

Bald ist Weihnachten. Und wie jedes Jahr stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, an Geschäftspartner, Lieferanten und Kunden adäquate Grußkarten und Geschenke zu überreichen. Aber wo liegt die wertmäßige Grenze, damit die gut gemeinte Geste nicht als Bestechung auslegbar ist? Wird dem keine Beachtung geschenkt, kann es für den Beschenkten und den Absender Folgen haben. „Dabei gibt es gibt keine gesetzlichen Vorgaben oder Wertgrenzen, ab wann ein Geschenk als Korruption gilt. Das müssen die Unternehmen für sich selbst regeln“, erläutert Walter Schlegel, Compliance-Experte von TÜV Rheinland, das Problem.

Bei Geschenken wie zum Beispiel Eintrittskarten für die VIP-Lounge im Fußballstadion, Reisen, hochwertiger Unterhaltungselektronik oder gar Bargeld ist Vorsicht geboten. „Um den Geber aber nicht vor den Kopf zu stoßen und sich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen, können Geschenke grundsätzlich auch weiterverkauft und der Erlös kann einer gemeinnützigen Sache gespendet werden“, so Schlegel: Wer bei dem Wert eines Geschenks unsicher ist, aber auf Nummer sicher gehen möchte, hält besser Rücksprache mit seinem Vorgesetzten. Das schafft nicht nur Transparenz, sondern vermeidet zudem den Anschein von Käuflichkeit.

Ideal ist es, wenn ein Ansprechpartner für Korruption, ein sogenannter Compliance-Beauftragter im Unternehmen vorhanden ist. Dieser kann mit der Geschäftsleitung klare Regeln aufstellen, an denen sich Mitarbeiter orientieren können und steht im Zweifel beratend zur Seite. TÜV Rheinland bietet ein ganzes Spektrum von Dienstleistungen an, die Unternehmen helfen, mit Compliance-Themen umzugehen und entsprechende Verstöße zu verhindern. „Wir verfolgen einen umfassenden Ansatz der Compliance ‒ also die Einhaltung einer Vielzahl von internen und externen Regeln und Vorschriften ‒ und bilden so den Rahmen für verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln“, erklärt Walter Schlegel.

Mehr Informationen zu dem Thema finden sich unter www.tuv.com/compliance im Internet.

Jeder dritte Jugendliche radelt zur Schule

Die Sommerferien für die knapp 8,6 Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland gehen dem Ende entgegen. Als eines der ersten Bundesländer startet Hamburg heute wieder mit dem Unterricht. Eine repräsentative Elternumfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt: Nicht nur beim Start nach der Sommerpause haben die Kinder im Norden die Nase vorn, auch in Sachen Radnutzung sind sie die Nummer 1: In Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen schwingt sich jeder dritte Schüler zwischen 12 und 17 Jahren morgens in den Fahrradsattel, um zum Unterricht zu radeln (34 Prozent). Bundesweit sind es nur 19 Prozent. Das Schlusslicht in Sachen Radfahren bildet Bayern. Dort kommt nur jeder elfte der Altersgruppe mit dem Drahtesel zur Schule (9 Prozent).

„Schüler, die ihren Schulweg mit dem Fahrrad zurücklegen, sind leistungsfähiger. Denn die Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung, und auch das Gehirn wird besser durchblutet“, sagt Uwe-Folker Haase, Diplom-Sportwissenschaftler bei der TK. „Das tägliche Radfahren hilft auch gegen Bewegungsmangel, gerade wenn Jugendliche viel sitzen – in der Schule, bei den Hausaufgaben, vor dem Tablet oder Computer.“

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen benutzt zwar nur jeder zehnte Jugendliche das Rad, dafür sind diese Bundesländer die Hochburg der Fußgänger. Jeder fünfte Schüler zwischen 12 und 17 Jahren kommt  zu Fuß zur Schule (20 Prozent). Bundesweit sind es 14 Prozent in dieser Altersgruppe.

Zum Hintergrund

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) bundesweit 1.000 Eltern befragt, in deren Haushalt ein Kind zwischen 12 und 17 Jahren lebt. Die bevölkerungsrepräsentative Umfrage wurde in der Zeit vom 21. Juli bis 1. August 2014 durchgeführt.

Quelle/Text/Redaktion:
Techniker Krankenkasse, www.tk.de

Vorbeugung funktioniert – wenn sie in Familien ankommt

Zwei Jahre nach Beginn des Modellvorhabens „Kein Kind zurücklassen“, das vom Land Nordrhein-Westfalen und der Bertelsmann-Stiftung initiiert wurde, ziehen die Forscher eine erste Zwischenbilanz. Fazit: Vorbeugung funktioniert – wenn sie bei den Familien ankommt. Ein früher Kita-Besuch und Sport im Verein kann zum Beispiel helfen, Sprachprobleme bei Kindern mit Migrationshintergrund deutlich zu mildern und so ihre schulischen Chancen zu verbessern. „Aber Prävention kann nicht verordnet werden“, sagt Prof. em. Dr. Peter Strohmeier vom Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung (ZEFIR) an der RUB. „Familien haben eine Schlüsselfunktion; sie nehmen Angebote freiwillig in Anspruch.“ Die RUB-Forscher entwickeln Instrumente für Kommunen, um solche Angebote passgenau zu planen.

Vorbeugen ist besser als später helfen

Im Projekt „Kein Kind zurücklassen“, haben sich 18 Kommunen aus Nordrhein-Westfalen zusammengeschlossen, um sogenannte Präventionsketten aufzubauen. Dabei wollen sie Kräfte und Angebote bündeln, um Kinder und ihre Familien von der Schwangerschaft bis zum Berufseintritt zu unterstützen. Hintergrund ist die Einschätzung, dass sich durch gezielte Prävention Mittel einsparen lassen, die sonst für Kinder- und Jugendhilfe und soziale Folgekosten ausgegeben werden müssen. Begleitend zum Projekt erforschen Wissenschaftler, welche Faktoren für den Aufbau von Präventionsketten förderlich sind und wie man Familien erreicht, die bisher keine Unterstützung in Anspruch genommen haben.

Bisherige Ergebnisse: Weichen früh stellen

„Schulen, Kindertagesstätten, Angebote der Kirchen und Verbände, aber auch Sport im Verein fördern die Entwicklung von Kindern“, sagt Prof. Peter Strohmeier. Bildungsbiografien sind dabei „pfadabhängig“, die Weichen werden früh gestellt. Prävention wirkt besonders nachhaltig, wenn Kinder früh gefördert und die Eltern in die Förderung mit einbezogen werden. Kinder zum Beispiel, die vor ihrem dritten Geburtstag eine Kita besuchen, sind in nahezu allen Entwicklungsbereichen weiter als Kinder, die später in die Kita gehen. Die Bildungschancen von benachteiligten Kindern lassen sich somit erheblich verbessern: Die Wahrscheinlichkeit für mangelhafte Deutschkenntnisse beim Schuleintritt von Kindern mit einem türkischen Migrationshintergrund, deren Eltern eine niedrige Schulbildung aufweisen und die Sozialgeld beziehen, lässt sich so von 75 Prozent auf 29 Prozent senken, wie in einer der teilnehmenden Städte gezeigt werden konnte.

Wie man Familien erreicht

Allerdings funktioniert das natürlich nur dann, wenn die Familien solche Angebote auch nutzen. „Sozial benachteiligte Familien der unteren Bildungsschicht, zumal wenn es sich um Einwanderer handelt, werden von präventiv wirksamen Angeboten nicht überall gut erreicht. Arme Kinder gehen zum Beispiel später in die Kita, und nur relativ wenige von ihnen treiben Sport im Verein“, sagt Prof. Strohmeier. Angebote, die wirken sollen, müssen daher „nah“ bei den betroffenen Familien sein. Im Vergleich der Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben die Forscher noch erhebliche Unterschiede festgestellt: So bewegt sich der Anteil der Dreijährigen, die keine Kita besuchen, in verschiedenen Kommunen in NRW zwischen null und 47 Prozent.

Modellhafte Lösungen anhand vorhandener Daten

Um Zusammenhänge transparent zu machen, die vor Ort die Diagnose und Lokalisierung von Problemlagen (in Quartieren und Einrichtungen) und die Evaluation kommunalen Handelns ermöglichen, entwickeln die Forscher ein Monitoring für Kommunen. Es wertet Daten aus, die ohnehin erhoben werden – zum Beispiel bei der Schuleingangsuntersuchung – und verbindet sie miteinander. Anhand der Ergebnisse entwickeln die Forscher modellhaft Lösungen, die Informationen für alle am Bildungsgeschehen beteiligten Akteure interessant sind.

Quelle/Text/Redaktion: Meike Drießen (RUB)
Dezernat Hochschulkommunikation
Stand: 29.08.2014

Mehr Herzinfarkte durch Zeitumstellung

Die Zeitumstellung im Frühling erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt. Nach einer aktuellen Langzeitanalyse der DAK-Gesundheit kamen in den ersten drei Tagen nach der Zeitumstellung 25 Prozent mehr Patienten mit Herzbeschwerden ins Krankenhaus als im Jahresdurchschnitt – und das kontinuierlich seit 2006.

©Foto: DAK-Gesundheit/iStock
©Foto: DAK-Gesundheit/iStock

Allein im Vergleich der vergangenen drei Jahre gab es in den drei Tagen nach der Zeitumstellung zur Sommerzeit bei Versicherten der DAK-Gesundheit im Schnitt jeweils 40 Krankenhauseinweisungen wegen Herzinfarkt. Sonst sind es durchschnittlich 30 Einweisungen pro Tag.

„Wir beobachten diese Entwicklung seit einigen Jahren“, erklärt DAK-Krankenhaus-Experte Peter Rowohlt die Datenanalyse. „Die Häufung in mehr als einem halben Jahrzehnt ist auffällig und stützt eine schwedische Studie, die zu der gleichen Beobachtung gekommen ist.“ Rowohlt vermutet als Ursache unter anderem Schlafmangel und die Änderung des Biorhythmus durch die Zeitumstellung: Die fehlende Stunde bringt den Hormonhaushalt durcheinander.

Mehrheit will Zeitumstellung abschaffen

Die große Mehrheit (70 Prozent) der deutschen Bevölkerung ist übrigens für die Abschaffung der Sommerzeit, jeder Vierte „kämpft“ mit den Folgen der Zeitumstellung – vor allem Frauen sind betroffen. Der diesjährige Wechsel zur Sommerzeit findet vom 29. auf den 30. März statt. Die Nacht von Samstag auf Sonntag verkürzt sich um eine Stunde: Um zwei Uhr werden die Uhren vorgestellt.

Tipps für eine gesunde Zeitumstellung:

  • Bereits ein paar Tage vor der Zeitumstellung immer etwas früher zu Bett gehen und auch die Mahlzeiten früher als gewohnt einnehmen.
  • An den ersten Tagen nach der Umstellung abends möglichst leicht essen und keine aufputschenden Getränke wie Kaffee oder Alkohol vor dem Schlafengehen trinken.
  • Wer abends unter Einschlafproblemen leidet, sollte Dragees oder Kräutertees mit Baldrian, Hopfen, Johanniskraut und Melisse ausprobieren. Auch autogenes Training hilft. Schlafmittel nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.
  • Wen tagsüber die Müdigkeit plagt, der legt am besten eine kurze Pause ein. Optimal: ein kurzer Rundgang an der frischen Luft.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...