Kategorie-Archiv: Natur & Umwelt

Energieknappheit, Stau, Klimagase: Die Lösung liegt unter der Erde

Tief unter unseren Kellern schlummern ungeahnte Möglichkeiten: Die Energie der Erdwärme, staufreie Wege für den Warentransport und Speicherkapazitäten für Klimagase und Schadstoffe sind nur einige Beispiele. Dieses Potenzial intelligent zu nutzen ist Ziel des jetzt gegründeten Research Departments “Subsurface Modeling and Engineering” der Ruhr-Universität (Sprecher: Prof. Dr. Günther Meschke, Lehrstuhl für Statik und Dynamik). Darin vernetzen sich Experten der Computersimulation und der experimentell orientierten Forschung über Fakultätsgrenzen hinweg. Research Departments sind interdisziplinäre, international sichtbare Exzellenznetze und als Profilschwerpunkte der Ruhr-Universität ein Hauptelement des Zukunftskonzeptes „Research Campus RUB“.

Lösungen für drängende Probleme

„Die intelligente Nutzung des unterirdischen Raums ist ein Schlüsselfaktor zur Lösung einer Reihe drängender technischer und gesellschaftlicher Herausforderungen“, erklärt Prof. Meschke. Als Antwort auf die drohende Energieknappheit wollen die Forscher zum Beispiel mit Hilfe von numerischen Modellen, Laborversuchen und konkreten Tiefbohrungen Konzepte für eine umweltschonendere Nutzung der Erdwärme entwickeln um die Effizienz und die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Energieressource zu verbessern. Um Verkehrschaos und Umweltprobleme in Ballungsräumen zu mildern, forschen sie an zuverlässigen Prognosemodellen, die den Tunnelbau sicherer, effizienter und wirtschaftlicher machen sollen. Zuverlässige Simulationsmodelle sind ebenfalls dringend erforderlich, um CO2 und andere Schadstoffe umweltschonend über lange Zeiträume im Untergrund zu speichern und damit für die Atmosphäre unschädlich zu machen.

Exzellente Zusammenarbeit weiterführen

Das neue Research Department “Subsurface Modeling and Engineering” ist eine Plattform, auf der leistungsfähige, skalenübergreifende numerische Simulationsmodelle in Verbindung mit experimentellen Methoden entwickelt werden. „Diese Fragestellungen erfordern eine starke Vernetzung unterschiedlicher Forschungsdisziplinen aus den Bereichen Computersimulation, des Bauingenieurwesens, der Geowissenschaften, des Maschinenbaus, der Informatik und der Mathematik“, so Prof. Meschke. Die Forscher der Ruhr-Universität setzen im Research Department ihre langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit fort, deren Exzellenz zum Beispiel durch den DFG-Sonderforschungsbereich „Interaktionsmodelle für den maschinellen Tunnelbau“, zwei DFG-Forschergruppen sowie ein Graduiertenkolleg und ein Verbundforschungsprojekt zum Thema Geothermieforschung nachgewiesen ist.

Mit im Blick: Lehre und Forschernachwuchs

Das Research Department bildet dabei nicht nur ein inhaltliches Bindeglied zwischen den verschiedenen Bereichen, sondern auch das organisatorische Fundament für die Entwicklung von gemeinsamen Forschungseinrichtungen (Shared Labs) sowie gemeinsame Verbundforschungsprojekte. Außerdem sind interdisziplinäre Lehrangebote geplant, mit denen sich Studierende gleichermaßen für eine wissenschaftliche oder für eine praxisnahe Karriere qualifizieren können. Das Research Department soll zudem exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler gewinnen, um die gesamte Bandbreite der vielfältigen und komplexen Fragestellungen abzudecken. So wollen die Forscher den Bereich des unterirdischen Bauens und der Computersimulation im unterirdischen Bauen im Besonderen als einen der Kernbereiche exzellenter Forschung an der RUB weiter ausbauen.

Link:
Webseite des Research Departments

Quelle/Text/Redaktion: Meike Drießen (RUB)
Dezernat Hochschulkommunikation
Stand: 27.08.2014

55 Prozent der Ackerfläche wird zum Anbau von Getreide genutzt

Im Jahr 2014 bleibt die Fläche, die in Deutschland als Ackerland genutzt wird, mit 11,9 Millionen Hektar im Vergleich zu den Vorjahren konstant. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, verwenden die Landwirte den größten Anteil der Ackerfläche mit 6,5 Millionen Hektar (55 %) weiterhin für den Anbau von Getreide.

Die Anbaufläche von Weizen ist gegenüber dem Jahr 2013 von 3,1 Millionen Hektar auf 3,2 Millionen Hektar angestiegen. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Winterweizen. Im Jahr 2014 entspricht das 27 % der gesamten Ackerfläche. Damit bleibt der Winterweizen die wichtigste Getreideart und bedeutendste Feldfrucht insgesamt. Der Anbau von Roggen und Wintermenggetreide verliert hingegen an Bedeutung. Die Anbaufläche sank gegenüber dem Jahr 2013 um 19 % von 784 600 Hektar auf 636 300 Hektar. Die größten Flächenverluste gab es in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Gerste wird wie im Vorjahr auf einer Fläche von 1,6 Millionen Hektar angebaut.

Die Anbaufläche von Hülsenfrüchten ist von 74 700 Hektar auf 93 400 Hektar im Jahr 2014 deutlich angestiegen (+ 25 %). Der Abwärtstrend, der sich in letzten Jahren abzeichnete, wird damit unterbrochen und das Anbauniveau des Jahres 2010 fast wieder erreicht. Die größten Flächenzuwächse an Hülsenfrüchten meldeten Sachsen-Anhalt, Bayern und Brandenburg.

Hackfrüchte werden auf 624 400 Hektar Ackerland angebaut. Das sind 19 100 Hektar mehr im Vergleich zum Vorjahr (+ 3 %). Die Anbaufläche von Kartoffeln ist hierbei von 242 800 Hektar auf 245 100 Hektar nur leicht angestiegen. Kartoffeln sind damit hinter Zuckerrüben die zweitgrößte Position unter den Hackfrüchten. Die Zuckerrübenfläche legte um 5 % auf 374 400 Hektar zu.

Die Anbaufläche für Gemüse, Erdbeeren und andere Gartengewächse stieg von rund 132 000 Hektar auf 137 300 Hektar im Jahr 2014 nach nahezu konstanten Anbauflächen in den Vorjahren.

Auf 24 % des Ackerlandes bauen die Landwirte im Jahr 2014 Pflanzen zur Grünernte an (2,8 Millionen Hektar). Hier bleibt der Silomais mit knapp 2,1 Millionen Hektar die wichtigste Kultur und ist mit einem Anteil von 18 % an der gesamten Ackerfläche die zweitwichtigste Ackerfrucht in der Landwirtschaft.

Die Fläche für Handelsgewächse beträgt 1,5 Millionen Hektar, darunter 1,4 Millionen Hektar Winterraps. Damit sinkt der Winterrapsanbau im Vergleich zum Vorjahr um 4 %. Er bleibt jedoch im Jahr 2014 die bedeutendste Ölfrucht und erreicht mit einem Flächenanteil von 12 % am gesamten Ackerland den dritten Platz beim Anbau auf dem Ackerland in Deutschland.

Die Fläche, die brachliegt, ist von 198 900 Hektar im Jahr 2013 auf 189 500 Hektar (2 % des Ackerlandes) und damit um 5 % gesunken.

Quelle/Text: Statistisches Bundesamt, www.destatis.de

Mehr Lebensräume – größere Artenvielfalt

Biolandbau weist nicht per se eine größere Artenvielfalt auf. Es kommt vielmehr auf die Anzahl an unterschiedlichen Lebensräumen an, um die Artenvielfalt in einer Landschaft zu erhalten. Dazu braucht auch der Biolandbau gezielte Maßnahmen.

Eine Studie einer Forschungsgruppe des Agroscope Instituts für Nachhaltigkeitswissenschaften und des EU-Forschungsprojektes BioBio in zehn europäischen und zwei afrikanischen Regionen zeigte, dass Biobetriebe ohne gezielte Fördermaßnahmen nur eine leicht höhere Artenvielfalt aufweisen als die übrigen Betriebe. Unterschiede in der Artenvielfalt zwischen Biobetrieben und anderen wurden vor allem auf Ackerflächen festgestellt. Auf Bio-Äckern gab es mehr Arten als auf Nicht-Bio-Äckern. Dagegen war der Unterschied in Wiesen oder Rebkulturen nicht festzustellen. Auf Bio-Flächen gab es zwar mehr verschiedene Pflanzen- und Bienenarten als auf Nicht-Bio-Flächen, aber nicht mehr Spinnen- und Regenwurmarten. Bei Mitbetrachtung der Randflächen wie Hecken oder Feldrainen verringerten sich die Unterschiede zwischen Bio- und Nicht-Bio-Flächen.

Die Daten von über 1.400 Flächen zeigten, dass offensichtlich das Vorkommen seltener oder gefährdeter Arten mehr vom Vorkommen von geeigneten Lebensräumen als von der Bewirtschaftungsform abhängig ist. Um die Artenvielfalt zu erhalten, ist also mehr notwendig als nur die Umstellung auf Bio-Landbau. Vielmehr muss die Anzahl an wertvollen Lebensräumen erhöht werden – auch auf Bio-Betrieben. Denn auch dort fanden die Wissenschaftler nicht mehr unterschiedliche Lebensräume als auf den übrigen Betrieben. Auch hier sind gezielte Fördermaßnahmen notwendig, um zusätzliche Lebensräume wie Hecken in Graslandbetrieben oder Krautstreifen in Ackerbaubetrieben zu schaffen.

BioSuisse und IP Suisse unterstützen solche Programme zur Förderung der Lebensraum-Vielfalt bereits. Diese könnten nach Ansicht der Agroscope-Wissenschaftler als Vorbild auf europäischer Ebene dienen.

Renate Kessen, www.aid.de

Weitere Informationen:
www.agroscope.admin.ch

Mehr als jede fünfte Person klagte über Umweltbelastungen im Wohnviertel

Mehr als jede fünfte Person (22 %) in Deutschland klagte 2012 über Umweltbelastungen in ihrem Wohnviertel, die durch Industrie, Straßen- und Flugverkehr verursacht wurden. Das ist ein Ergebnis aus der EU-weit vergleichbaren Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Tages der Umwelt am 5. Juni weiter mitteilte, fühlten sich die Betroffenen nach eigener Einschätzung durch Verschmutzung, Ruß oder andere Umweltbelastungen in ihrem Wohnviertel oder der näheren Umgebung beeinträchtigt.

Im europäischen Durchschnitt war der Anteil der Betroffenen mit 14 % deutlich niedriger als in Deutschland. Innerhalb der Europäischen Union wiesen nur Griechenland (26 %) und Malta (40 %) höhere Quoten auf. Am seltensten klagten die Menschen in Dänemark (6 %) und in Kroatien (7 %) über Umweltbelastungen in ihrer Wohnumgebung.

Weitere Ergebnisse aus der Erhebung EU-SILC sowie methodische Erläuterungen und Publikationen sind auf den Internetseiten verfügbar.

Das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) veröffentlicht die Ergebnisse aller Länder, die an EU-SILC (European Union Statistics on Income and Living Conditions) teilnehmen, in seiner Datenbank.

Für weitere amtliche EU-Statistiken steht der Europäische Datenservice (EDS) unter www.destatis.de/Europa zur Verfügung.

Erläuterung zur Erhebung EU-SILC (LEBEN IN EUROPA): 

EU-SILC (European Union Statistics on Income and Living Conditions) ist die EU-weit vergleichbare Datenquelle über Einkommen, Armut und Lebensbedingungen in Europa. Für die Statistik gelten in allen Mitgliedstaaten einheitliche Definitionen sowie methodische Mindeststandards. Die amtliche Erhebung, deren Durchführung und Aufbereitung den Mitgliedstaaten obliegt, wird in Deutschland seit 2005 jährlich unter der Bezeichnung LEBEN IN EUROPA durchgeführt.

Text: www.destatis.de

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