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Macht essen süchtig?

(aid) – Zu den bekanntesten Essstörungen zählen Magersucht, die Anorexia nervosa, die Bulimie, die Ess-Brechsucht und Ess-Attacken mit Kontrollverlust. Daneben sind aber auch krankhaftes Übergewicht und das Phänomen des „nächtlichen Essens“ mit Essproblemen verbunden. Im Zusammenhang mit Essstörungen und Essproblemen davon zu sprechen, dass Essen süchtig mache, kann dazu dienen, ein falsches Ernährungsverhalten zu entschuldigen. Schließlich kann man selber gegen eine Sucht nur schwer etwas ausrichten. Haben wir womöglich gar keine Wahl, weil bestimmte Nahrungsmittel süchtig machen? Haben also beispielsweise Schokolade, Chips & Co. Suchtpotenzial?

Der neue Hörfunkbeitrag des aid infodienst „Macht Essen süchtig?“ zeigt die Zusammenhänge zwischen Essen und gesellschaftlichen Einflüssen. „Essstörungen und Kontrollverlust darf man nicht der Nahrung selbst anlasten. Und es betrifft auch nicht einzelne Nährstoffe, wie Zucker oder Fett. Das Thema Essen hat sich insgesamt ausdifferenziert“, erklärt dabei Harald Seitz vom aid infodienst.

Unter www.aid.de/presse/hoerfunkbeitraege.php steht der Beitrag direkt als mp3-Datei zum Anhören oder Herunterladen bereit. Ebenso finden Sie hier das Text-Manuskript als PDF-Dokument.
www.aid.de

Gärreste vermarkten

(aid) – Die Nährstoffe in den Gärresten haben einen wirtschaftlichen Wert. Damit haben sich verschiedene Vorträge auf der Tagung „Pflanzenbauliche Verwertung von Gärresten aus der Biogasanlage“ der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in Berlin beschäftigt.

Nach Dr. Gerd Reinhold von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft haben Gärreste einen Wert zwischen sechs und acht Euro je Tonne. Er steigt mit Zunahme des Einsatzes nachwachsender Rohstoffe (Nawaro). Bezogen auf die Futter- und Düngungsfläche entspreche jedes kW einer Biogasanlage einer Großvieheinheit. Vor dem Hintergrund der Regelungen in der Düngeverordnung, die maximal 170 kg N/ha zulässt, würden etliche Biogasanlagen in Niedersachsen Probleme bekommen, so Reinhold. In Bayern etwa sind Großvieheinheiten und die Zahl der Biogasanlagen so aufeinander abgestimmt, dass sich die Betriebe an dieser Grenze bewegen.

Überlegungen, überschüssige Gärreste zu vermarkten sind nicht abwegig. Nach Professor Carsten Herbes von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen ist der Markt für Gärreste allerdings sehr inhomogen. Unbehandelte Gärprodukte können zwischen fünf und 15 Euro je Kubikmeter erzielen, Pellets und Kügelchen erreichen zwischen Null und 100 Euro je Tonne und für Pellets als Hühnereinstreu werden auch schon mal 200 Euro je Tonne gezahlt. Sogar Privatkonsumenten kaufen Gärreste, müssen aber pro Liter bis zu neun Euro bezahlen. Mitunter verzichten Kunden wegen des Geruchs auf einen zweiten Einkauf. Kleine Betriebe mit kleinen Anlagen haben nach Professor Herbes kaum eine Chance für den Aufbau einer Produktpalette und Vermarktungsschiene. Allerdings könnten sich Anlagenbetreiber für eine Vermarktung zusammenschließen.

Generell gilt: Der Vorzüglichkeit von Gärresten sind lediglich durch die Transportkosten Grenzen gesetzt, fasste Professor Joachim Aurbacher vom Institut für Betriebslehre an der Justus-Liebig-Universität Gießen zusammen. Bei durchschnittlicher Gärrestqualität liegt der Nährstoffwert zwischen 10 und 15 Euro je Tonne. Im Nahbereich kostet die Ausbringung zwischen drei und vier Euro je Tonne. Erst ab einer Entfernung von 15 bis 40 Kilometern übersteigen die Kosten der Ausbringung den Nährstoffgehalt – abzüglich gesparter Ausbringungskosten für Mineraldünger. Dennoch kann sich auch ein weiterer Transport lohnen. Betriebe, die nicht in die Substratlieferung eingebunden sind, können auf diesen Wertstoff zugreifen. Möglicherweise rechnet sich sogar eine Kooperation zwischen dem Biogasbetreiber und Marktfruchtbetrieben der Nachbarschaft, die sonst keinen Zugang zu Wirtschaftsdüngern haben.
Roland Krieg, www.aid.de

Wie kam der Weizen auf die Insel?

(aid) – Weizen gibt es auf den Britischen Inseln schon deutlich länger als gedacht. Durch zahlreiche archäologische Funde ist belegt, dass er dort zwar erst seit rund 6.000 Jahren angebaut wird. Gegessen hat man ihn aber wohl auch schon rund 2.000 Jahre früher.

Zu dieser Erkenntnis gelangte ein Team von britischen Wissenschaftlern nach der Analyse von Bohrproben aus der entsprechenden Zeit. Die Proben stammen von einer unterseeischen Fundstätte auf der Isle of Wight. Diese Insel im Ärmelkanal ist heute durch eine Meerenge von Großbritannien getrennt. Bis vor ca. 6.000 Jahren war sie jedoch Teil der Hauptinsel. Die Fundstätte lag vor 8.000 Jahren noch über dem Meeresspiegel. Dass dort damals Menschen lebten, war bereits von früheren Untersuchungen her bekannt.

Die Wissenschaftler untersuchten unter anderem DNA-Spuren aus dem Bohrkern. So lässt sich ein detailliertes Profil der am Fundort aufgetretenen Tier- und Pflanzenarten erstellen. Dabei stießen sie auf starke Signale für frühe kultivierte Weizensorten, speziell Einkorn und Emmer. Angebaut wurde das Getreide in der Gegend damals aber wohl nicht; Pollen der entsprechenden Getreidearten fanden sich in keiner der untersuchten Proben. Vermutlich ist es tatsächlich durch Fernhandel aus dem Nahen Osten gekommen. Dort, an der Wiege des Ackerbaus, wurde es damals schon seit Langem angebaut. Die frühesten Nachweise für Getreideanbau auf dem nahegelegen französischen Festland finden sich dagegen erst gut 400 Jahre später.

Möglich wären solche Handelsbeziehungen durchaus, zumindest theoretisch. Durch den niedrigeren Meeresspiegel gab es im entsprechenden Zeitraum sehr wahrscheinlich eine Landbrücke von Großbritannien zum Festland. Auch weitere archäologische Funde deuten zudem darauf hin, dass schon in dieser Zeit ein reger Austausch der noch als Jäger und Sammler lebenden Menschen im Norden Europas mit den frühen Bauern weiter südlich stattfand. Wie und auf welchen Wegen das geschah, werden vielleicht künftige Untersuchungen klären können.
Dr. Margit Ritzka, www.aid.de

Samenfeste Brokkoli-Sorten

(aid) – Der Einsatz von Hybridsorten ist im professionellen Gemüseanbau weit verbreitet. Sie garantieren hohe Erträge und einheitliche Verkaufsware. Hybridsaatgut darf auch im Ökolandbau eingesetzt werden, während sogenannte CMS-Hybride (Cytoplasmatisch-männliche Sterilität) bei den meisten Bioverbänden nicht zugelassen sind. Soweit verfügbar, werden jedoch samenfeste Sorten bevorzugt, da sie im Gegensatz zu Hybridsaatgut nachbaufähig und besser an die besonderen Anforderungen des ökologischen Anbaus angepasst sind.

In der ökologischen Gemüsebaupraxis besteht deshalb großer Bedarf an leistungsfähigen samenfesten Sorten, die einen wirtschaftlichen Anbau ermöglichen. Bei der Suche nach geeigneten Genotypen für den professionellen Anbau von Brokkoli sind Wissenschaftler der Universität Hohenheim im Rahmen eines dreijährigen Projektes des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) fündig geworden. Sie prüften dafür gemeinsam mit Züchtern der Kultursaat e.V. verfügbare Zuchtpopulationen, indem sie Einzelpflanzen auf erwünschte Eigenschaften wie Ertrag, Einheitlichkeit und Festigkeit der Blume selektierten. Mit einbezogen wurden auch der Geschmack und der Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltstoffen.

Bei der Selektion kristallisierten sich zwei Genotypen heraus, die beide gute agronomische Eigenschaften, hohe Blumengewichte und hohe Anteile gesundheitsfördernder Stoffe aufwiesen. Auch ihr Geschmack wurde durchgehend positiv bewertet. Allerdings müssen nach Einschätzung der Wissenschaftler beide Typen weiter züchterisch bearbeitet werden. Während ein Typ noch eine zu geringe Blumenfestigkeit aufweist, neigen beide Varianten zum Frühblühen, so dass ihr Anbau nur im Frühjahr und Herbst erfolgversprechend ist, nicht aber im Sommer. Dennoch empfehlen die Wissenschaftler die selektierten Varianten aufgrund ihrer vielen positiven Eigenschaften uneingeschränkt zur Weiterzüchtung von Brokkolisorten für den Ökologischen Landbau.
Jürgen Beckhoff, www.aid.de

Weitere Informationen: www.orgprints.org/27440/

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