Kategorie-Archiv: Neu

Gans ohne Stress

Stundenlang selbst am Herd stehen und kaum Zeit für besinnliche und entspannte Festtage? Das muss nicht sein. In der Zeit vom 11. November bis 26. Dezember 2014 kann man in 34 deutschen Maritim Hotels einen Gänsebraten mit allen Beilagen zur Selbstabholung oder inklusive Lieferung (Aufpreis) bestellen.

Die „Gans für Zuhause“ gibt es jeweils für vier Personen mit extra viel Soße und typischen Beilagen wie Apfel-Rotkraut, Maronen und Kartoffelklößen. Im Preis von 95 Euro ist darüber hinaus auch eine Flasche Rotwein inbegriffen. Es ist ebenfalls möglich, zwischen Brust oder Keule (Aufpreis) zu wählen. Die „Gans für Zuhause“ sollte 48 Stunden vor dem Wunschtermin im jeweiligen Hotel bestellt werden. Der Braten steht dann heiß und servierfertig zur Abholung bereit. Weitere Informationen können unter www.maritim.de/de/startseite abgerufen werden.

Ebenfalls im gleichen Zeitraum bieten die Restaurants der deutschen Maritim Hotels im Rahmen ihrer Spezialitätenwochen eine kleine Zusatzkarte mit herbstlichen und winterlichen Impressionen rund um Ente, Gans und Pilze an. Wie wäre es beispielsweise mit einer Variation von Ente und Gans mit Szechuan-Pfefferkirschen als Entrée, einem Gänseragout mit karamellisierten Äpfeln und Kartoffelsoufflé im Biskuitmantel zum Hauptgang und zum Dessert abschließend ein köstliches Délice von Schicht-Nougat und Birne mit Haselnüssen auf Schokolade? Die Aktionskarte enthält zusätzlich auch vegetarische Gerichte, die die Geschmackssinne verwöhnen werden.

Die Maritim Hotelgesellschaft ist die größte inhabergeführte deutsche Hotelkette und in sieben Ländern im Ausland vertreten: Mauritius, Ägypten, Türkei, Malta, Spanien, China und Lettland. Die starke Position des Unternehmens in der First-Class-Hotellerie soll durch kontinuierliches Wachstum weiter gefestigt werden. Mehr Informationen unter www.maritim.de.

Der Tod hat nicht das letzte Wort!

Am Montag, 27. Januar, wird im Deutschen Bundestag die Ausstellung »Niemand / zeugt für den / Zeugen« eröffnet. Anlässlich dieser Ausstellung zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und des wenige Monate späteren Kriegsendes findet von Ende Oktober bis zum 28. Januar 2015 an der Universität Osnabrück eine umfassende Veranstaltungsreihe statt.

Eingeladen dazu wurden Autoren, Museums- und Gedenkstättenleiter, Regisseure, Redakteure und Künstler aus Polen, Israel, der Tschechischen Republik und Deutschland, die an der Ausstellung ihren Beitrag geleistet haben. Es werden zahlreiche Vorträge und Lesungen gehalten, sowie Filme gezeigt. »Unser Ziel ist es, dazustellen, dass wir alle Verantwortung im Umgang mit unserer Geschichte tragen, insbesondere für die Zeit nach den Überlebenden«, erklärt der Kunsthistoriker und Kurator der Ausstellung, Jürgen Kaumkötter.

Das Programm startet am 29. Oktober mit der Vorpremiere des Dokumentarfilms  »Wiedersehen mit Brundibar« um 19 Uhr im Osnabrücker »Cinema Arthouse«; der Regisseur Douglas Wolfsperger wird ebenfalls anwesend sein.

Zum Inhalt: Wolfsperger begleitet eine Jugendtheatergruppe der Berliner Schaubühne, die zunächst von ihrem neuen Theaterstück nicht sonderlich begeistert ist. Das Thema? Mal wieder der Holocaust, meinen die Kinder. Dabei ist die Kinderoper keine leichte Kost. Die Uraufführung fand 1942 im KZ Theresienstadt statt. Die Nazis missbrauchten die Aufführung für ihren Propagandafilm, um gegenüber der Öffentlichkeit den Schein zu wahren und somit die wahren Zustände zu verschleiern. Bei einem Ausflug nach Theresienstadt gerät die Theatergruppe in den Bann der Geschichte.

Der Schrecken der Vergangenheit wird ihnen durch die Mitreisende Greta Klingsberg, eine der wenigen Überlebenden der Originalbesetzung von »Brundibar«, genommen. Die Dokumentation wandert auf den Spuren der Geschichte und zeigt, wie viel die Kinder der Theatergruppe und Klingsberg wirklich verbindet – mehr als vorher gedacht. »Gerade dieser Film zeigt deutlich, dass diese unsere Geschichte nichts Abstraktes ist. Jugendliche, denen das Thema erst weit entfernt vorkam, finden plötzlich den Bezug zu ihrem eigenen Leben«, so Kaumkötter.

Das Programm unterteilt sich in drei Kapitel. Der November steht ganz im Zeichen der Museen und Gedenkstätten, die als Orte der Erinnerung dienen. Direktoren und Wissenschaftler halten Vorträge und informieren über ihre Arbeit.

Der Dezember widmet sich dem Thema »Auschwitz und die Medien, das Buch, das  Internet und der Film«. Die verfolgten Künste und Fragen, wie »Im Land der Täter kein Lehrstuhl für Holocaust-Kunst?« regen zu Gesprächen an. Der NDR präsentiert im Cinema Arthouse Beiträge, die zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz produziert wurden.

Die Veranstaltungsreihe wird am 28. Januar 2015  durch einen Vortrag von Dariusz Stola, Direktor des gerade eröffneten Jüdischen Museums Warschau in Deutschland, in der Universitätsbibliothek Osnabrück (Alte Münze 16/ Raum 09, 18 Uhr) zum Thema »Post-Holocaust-Geschichte im Museum der Geschichte der polnischen Juden« abgeschlossen. Die Besucher können mit zahlreichen an der Ausstellung im Bundestag beteiligten Künstlern Gespräche führen und sich über deren Arbeiten und Eindrücke informieren.

Programm-Flyer

„Junge” Gene machen den Unterschied

m Gewächshaus: Dr. Anja Paschold und Prof. Dr. Frank Hochholdinger von der Universität Bonn. (c) Foto: Barbara Frommann/Uni Bonn
m Gewächshaus: Dr. Anja Paschold und Prof. Dr. Frank Hochholdinger von der Universität Bonn. (c) Foto: Barbara Frommann/Uni Bonn

Die Weltbevölkerung wächst, bis 2050 müssen die landwirtschaftlichen Erträge deshalb um 70 Prozent gesteigert werden. Eine wichtige Rolle spielt Hybridmais, weil er vor Reis und Weizen das Getreide mit den höchsten Kornerträgen ist. Er wird aus der Kreuzung verschiedener Maislinien gewonnen und übertrifft die Produktion von reinerbigen Sorten bei weitem. Dies wird als „Heterosis“ bezeichnet, die molekularen Grundlagen des Effekts sind weitgehend unverstanden. Ein internationales Forscherteam unter Federführung der Universität Bonn leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der molekularen Vorgänge. Die Ergebnisse sind vorab online im Fachjournal „The Plant Cell“ publiziert.

Im Vergleich zu reinerbigen Linien weist Hybridmais häufig deutlich höhere Erträge auf. Dieses Phänomen wird als „Heterosis“ bezeichnet. Aufgrund der hohen Erträge sind die meisten kommerziell angebauten Getreidesorten inzwischen Hybride. Hybridmais wird durch die Kreuzung verschiedener Maislinien hergestellt. Seine Einführung in den 1930er Jahren hat die Erträge im Vergleich zu den bis dahin verwendeten reinerbigen Sorten um mehr als 200 Prozent erhöht. Der Züchtungsfortschritt durch die Herstellung und Auswahl geeigneter Kreuzungspartner hat die Erträge seither kontinuierlich weiter gesteigert. Dies ist auch dringend erforderlich: Bis 2050 müssen die landwirtschaftlichen Erträge um 70 Prozent gesteigert werden, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Trotz der enormen Bedeutung der Hybridzüchtung sind die genetischen und molekularen Grundlagen dieses Phänomens noch weitgehend unverstanden.

Prof. Dr. Frank Hochholdinger vom Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) der Universität Bonn untersucht mit seinem Team die Grundlagen der Heterosis beim Mais. „Das pflanzliche Wurzelsystem wurde bisher nicht in Züchtungsansätze einbezogen, weil Wurzeln im Boden schwer zugänglich und komplex aufgebaut sind“, berichtet er. Dennoch seien gerade die Wurzeln von zentraler Bedeutung. Sie erscheinen während der Keimung zuerst und nehmen fast alle für den Menschen wichtigen Mineralnährstoffe aus dem Boden auf. Die zentrale Frage lautet: Warum liefern mischerbige Pflanzen höhere Erträge als reinerbige? Die 1917 formulierte Komplementationshypothese besagt, dass sich die vorteilhaften Komponenten des Erbguts der Eltern in Mischlingen gegenseitig ergänzen. Diese Hypothese wurde im Jahr 2012 von einem Forscherteam unter Federführung von Prof. Hochholdinger auf Ebene der Genaktivität am Beispiel von Maiswurzeln bestätigt.

Die Forscher untersuchten verschiedene Wurzelgewebe

In der aktuellen Untersuchung konzentrierten sich die Wissenschaftler der Universität Bonn mit ihren Kollegen aus den USA, dem Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie Tübingen und der Universität Hohenheim auf vier verschiedene Wurzelgewebe des Maises: In einem findet die Zellteilung für das Wachstum statt, im zweiten vergrößern sich diese Zellen auf ihre endgültige Größe, im dritten befinden sich die Leitbahnen für den Wasser- und Nährstofftransport und beim vierten handelt es sich um das Grund- und Abschlussgewebe, welches für die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen wichtig ist.

Mit Hilfe moderner Hochleistungssequenzierer untersuchten die Forscher die Aktivität aller Gene der verschiedenen Gewebe sowohl in zwei Inzuchtlinien als auch den daraus erzeugten Hybriden. Es waren jeweils etwa 25.000 der rund 40.000 bekannten Maisgene aktiv. In allen vier funktionell unterschiedlichen Geweben beobachteten die Wissenschaftler das Phänomen der gegenseitigen Ergänzung von Genen in Hybriden. „Besonders bemerkenswert war, dass diese Gene nicht in allen Geweben gleiche Aktivitätsmuster zeigen, sondern dass sie sehr variabel und gewebespezifisch waren“, sagt Erstautorin Dr. Anja Paschold aus Prof. Hochholdingers Team. „Dass diese Muster in allen Geweben in großer Zahl beobachtet wurden, spricht für ihre biologische Relevanz.“

„Junge“ Gene führen zur Überlegenheit der Hybride

Die Wissenschaftler fragten sich, ob es einen Zusammenhang zwischen dem evolutionären Alter der Gene und ihrer Aktivität gibt. „Die Gesamtheit der Maisgene – das sogenannte Genom – wurde zum letzten Mal vor etwa fünf bis zwölf Millionen Jahren verdoppelt“, sagt Prof. Hochholdinger. Mit Sequenzvergleichen kann man zwischen Genen, die vor mehr als fünf Millionen Jahren entstanden sind und jüngeren unterscheiden.

„Interessanterweise sind die sich in Hybriden gegenseitig ergänzenden Gene meistens »junge« Gene“, stellt Prof. Hochholdinger fest. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die „alten“ Gene für wichtige Funktionen verantwortlich sind, ohne die die Pflanzen nicht überleben können. Deshalb konnten sie sich so lange erhalten. Bei den „jungen“ Genen ist es aber offenbar so, dass sie nur kleinere Vorteile bringen, die nicht überlebenswichtig sind. „Wenn sich viele dieser kleinen Vorteile in Hybridpflanzen vereinigen, könnte dies aber zur beobachteten Überlegenheit der Hybride führen“, sagt Prof. Hochholdinger.

Publikation: Nonsyntenic Genes Drive Highly Dynamic Complementation of Gene Expression in Maize Hybrids, The Plant Cell, Internet: http://www.plantcell.org/content/early/2014/10/14/tpc.114.130948.abstract

Paulineraltar steht wieder am Leipziger Augustusplatz

Er ist ein überragendes spätmittelalterliches Kunstwerk und gleichsam Zeitzeuge prägender Leipziger Ereignisse im vergangenen Jahrhundert. „Die Rückkehr des Paulineraltars aus der am 30. Mai 1968 gesprengten Universitätskirche St. Pauli an den Augustusplatz ist ein Ereignis von höchster stadt- und universitätsgeschichtlicher Bedeutung“, betont Prof. Dr. Rudolf Hiller von Gaertringen, Kustos der Kunstsammlung der Universität Leipzig.

Diplom-Restaurator Manfried Eisbein zeigt, wie der Flügelalter mit zweifacher Wandlung technisch funktioniert. Foto: Swen Reichhold
Diplom-Restaurator Manfried Eisbein zeigt, wie der Flügelalter mit zweifacher Wandlung technisch funktioniert.
Foto: Swen Reichhold

Der prächtige Altar war 1993 als Leihgabe der Universität Leipzig in der Thomaskirche aufgestellt worden. Nach seinem Umzug an den ursprünglichen Ort steht nun das erste Holzobjekt im Andachtsraum des Paulinums. Die Universitätsgemeinde wird den Paulineraltar künftig im Rahmen ihrer Gottesdienste wieder liturgisch nutzen.

Am neuen Standort tritt der über 500 Jahre alte Altar in einen spannungsreichen Dialog mit der zwar gotisch inspirierten, zugleich aber unverkennbar modernen Architektur. „Der Paulineraltar, geschaffen wohl um 1490 für das einstige Leipziger Dominikanerkloster und 1543 in den Besitz der Universität gelangt, ist das bedeutendste mittelalterliche Altarwerk der Stadt, welches noch heute in einen liturgischen Zusammenhang eingebunden ist“, erklärt Hiller von Gaertringen. Er freue sich sehr, dass es wieder an seinen ursprünglichen Standort im Herzen Leipzig und vor allem der Universität aufgestellt wurde. „Für die Universität kehrt nicht nur das Hauptwerk ihrer Kunstsammlung auf den Campus zurück, auch im regionalen Umfeld sucht der Altar seinesgleichen“, weiß Hiller.

Glücklich über den „Neuzugang“ im Paulinum, in dem auch mehrere Epitaphien bereits aufgehängt sind, ist auch der 1. Universitätsprediger der Universität Leipzig Prof. Dr. Peter Zimmerling. „Die Universitätsgemeinde freut sich sehr darüber, den Paulineraltar ab kommendem Jahr bei den Universitätsgottesdiensten wieder liturgisch nutzen zu können“, sagt er. „Am neuen alten Ort wird er sogar noch besser zur Geltung kommen als in der alten Paulinerkirche. Der Neubau ist heller und schmuckloser. So wird der Altar zum dominierenden Blickfang für den ganzen Raum werden.“ Getreu dem Geist des Paulinums – Aula/Universitätskirche St. Pauli insgesamt werde auch der historische Paulineraltar eine Verbindung mit den neu konzipierten und mit modernen Materialien gefertigten Prinzipalstücken von Altartisch, Taufstein und Lesepult eingehen. Ebenso seien die neuen Behänge für Altar und Lesepult von einem zeitgenössischen Künstler ungegenständlich entworfen worden.

Bei dem Altar-Kunstwerk handelt es sich um einen besonders monumentalen und qualitätsvollen spätgotischen Flügelaltar mit zweifacher Wandlung. Die Maße betragen bei geöffnetem Zustand zirka 4,90 x 4,80 Meter. Auf der geschlossenen Außenseite sind zwei Szenen aus dem Leben des Apostels Paulus zu sehen, dem die Ordenskirche geweiht war. Die immer sichtbare sogenannte Predella zeigt die Bekehrung des Paulus im Zusammenhang mit seinem Damaskuserlebnis, die Alltagsseite die Passion Christi in Form von acht Tafelgemälden, die Festtagsseite schließlich in zentraler Position die Statue des Apostels mit Schwert und Buch, flankiert von acht Reliefs mit einem sogenannten „Jesus-Maria-Zyklus“.

„Ein besonderes Augenmerk der rekonstruierten bildlichen Botschaft liegt also auf dem Apostel Paulus“, erläutert Hiller von Gaertringen. „Die Predigertätigkeit und das Martyrium des Heiligen zieren in die beiden hochformatigen Bildtafeln der Altaraußenseite, er bildet zugleich die zentrale Bildnisstatue der besonders bedeutsamen Festtagsseite.“ Die Wirkung des Paulus als Verkündiger der christlichen Botschaft sei für die auch als Predigerorden bezeichneten Dominikaner vorbildhaft gewesen. „Außerdem hatte sich das Leipziger Kloster unter sein Patrozinium gestellt. So ist die Rückkehr des Altars an den Ort der einstigen Paulinerkirche auch vor diesem Hintergrund historisch sinnvoll“, so der Kustos.

Der Altar ist im Laufe seiner Geschichte mehrfach umgestaltet und vor etwa 100 Jahren sogar in einen Gemälde- und einen Skulpturenaltar getrennt worden. Seine heutige Form, welche die ursprüngliche Zusammensetzung zu rekonstruieren sucht, ist das Ergebnis der jüngsten Restaurierung zwischen 1983 und 1993 unter Aufsicht des Instituts für Denkmalpflege in Dresden, dem heutigen Landesamt für Denkmalpflege Sachsen (LfDS). Auch die Werkstätten der Dombauhütte Meißen sowie der Leipziger Restaurator Arne Hüthel waren an dieser Restaurierungskampagne beteiligt. Diplom-Restaurator Manfried Eisbein vom LfDS hat damals in der Thomaskirche wie heute im Paulinum Auf- und Abbau geleitet.

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