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Tollwut und Schweinpest im Fokus

Bovine Tuberkulose, BSE, Tollwut und Salmonellose sind nur vier von zahlreichen Tierkrankheiten und Zoonosen, die erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Tieren und Menschen haben. Diese Tierkrankheiten und Zoonosen auszurotten und zu überwachen, ist ein Ziel von über 142 Programmen, die die EU im Jahr 2014 mit mehr als 160 Millionen Euro unterstützen wird.

Der Ausbruch von bestimmten Tierkrankheiten kann auch ernste Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, aber auch auf Gesellschaft, Wirtschaft und den Handel. Der Vorbeugung, Bekämpfung und letztlich Ausrottung kommt daher erhebliche Bedeutung zu. Die Ko-Finanzierung durch die EU hilft den nationalen Staaten entsprechende Programme durchzuführen.

In 2014 wird die EU vor allem die Unterstützung von Impfprogrammen gegen Tollwut erhöhen – vor allem in den Nachbarländern von Weißrussland, Ukraine und Russland, heißt es in einer EU-Pressemitteilung. Außerdem wird erstmals die Impfung gegen die Klassische Schweinepest in Weißrussland unterstützt.
Renate Kessen, www.aid.de

Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/food/animal/diseases/index_en.htm

Deutsche Enten: Ein Viertel weniger produziert

Die Produktion von Enten ist im Jahr 2013 deutlich gesunken: Von Januar bis Oktober lagen die Schlachtungen bei 35.819 Tonnen – knapp 25 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung sei auf stagnierende Schlachtereiabgabepreise und die hohen Kosten für Futtermittel zurückzuführen, vermutet Marktinfo Eier und Geflügel (MEG). Infolge der geringeren Produktion haben die Importe um 13 Prozent zugenommen, während die Exporte um über 40 Prozent gesunken sind.

Enten und Ententeile kommen gerne als Festtagsbraten auf den Tisch. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt seit dem Jahr 2010 konstant bei etwa 900 Gramm. Rund 60 Prozent der Einkäufe werden in den Monaten Oktober, November und Dezember getätigt. Aber auch zu Ostern greifen Feinschmecker häufiger zum edlen Geflügel. Insgesamt gesehen ist die Käuferreichweite aber gering: Weniger als jeder zehnte Haushalt hat im Jahr 2012 einmal frisches Entenfleisch eingekauft, bei gefrorener Ware waren es knapp 13 Prozent.

Die Barbarie-Ente, auch Fleisch- oder Flugente genannt, hat ein mageres festes Fleisch. Die weiblichen Tiere sind 1,8 bis 2 Kilogramm, die männlichen 3-4 Kilogramm schwer. Im November 2013 mussten Verbraucher beim Erzeuger für ein Kilogramm Barbarie-Ente 8,86 Euro zahlen. Das waren 20 Cent mehr als im November 2012. Beim Verkauf an Einzelhandel, Metzger und Gastronomie lagen die Preise bei 6,24 Euro und damit 15 Cent höher als im Vorjahr.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
aid-Heft „Geflügelfleisch“, Bestell-Nr. 1006, Preis: 3,00 Euro, www.aid-medienshop.de

Körnerleguminosen: Ergebnisse zum Forschungsprojekt Bodenfruchtbarkeit

Der Anbau von Ackerbohnen und Erbsen ist anspruchsvoll, aber es gibt für Praktiker viele Stellschrauben, über die sich die Erträge erhöhen und stabilisieren lassen. Das ist das Fazit der Wissenschaftler, die Anfang Dezember auf einem Hochschultag in Witzenhausen die wichtigsten Ergebnisse eines interdisziplinären Bodenfruchtbarkeitsprojektes mit dem Schwerpunkt Körnerleguminosenanbau vorstellten.

Um einen engen Praxisbezug herzustellen, wurden dabei bundesweit Daten auf 32 vieharmen Bio-Betrieben aufgenommen. Gefördert wurde das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

Dr. Harald Schmidt von der Stiftung Ökologie & Landbau verwies in seinem Vortrag auf die Bedeutung eines großen Anbauabstandes, der bei Erbsen mindestens neun Jahre betragen sollte. Hier seien die meisten untersuchten Betriebe mit fünf bis sechs Jahren Abstand den gängigen Empfehlungen gefolgt, die sich in der Studie aber als zu gering erwiesen hätten. Optimal für den Anbau seien nach den Ergebnissen auch leichte Böden mit maximal 20 Prozent Tonanteil, die zudem eine gute Wasserspeicherung und wenig Verdichtungen aufweisen. Auch eine Pflugfurche im Herbst und eine Saatguttiefe von sechs Zentimetern hätten die Erträge verbessert. „Dennoch bleibt der Erbsenanbau immer ein Risiko, auch wenn man alles richtig macht“, betonte Schmidt abschließend.

Dr. Christian Bruns von der Universität Kassel stellte in seinem Beitrag die vielfältigen positiven Effekte einer Grünkompostgabe heraus. Grünkompost liefere wichtige Nährstoffe und könne zudem die Wurzelgesundheit von Erbsen verbessern. Bei einer wurzelnahen Reihenapplikation seien bereits 5 t/ha ausreichend gewesen, um einen Mehrertrag von 10 bis 15 Prozent zu erzielen. Die positiven Effekte der Düngung haben sich laut Bruns auch in den nachfolgenden Winterweizenkulturen gezeigt. Probleme gäbe es zurzeit aber noch beim Bezug von qualitätsgesichertem Grüngutkompost und bei der Ausbringungstechnik.

Die große Bedeutung der Schlagauswahl hob Dr. Lucius Tamm vom Schweizer Forschungsinstitut für Biologischen Landbau hervor. Er stellte einen neu entwickelten Test vor, mit dessen Hilfe Landwirte ihre Schläge auf eine vorliegende Bodenmüdigkeit überprüfen können. In der Praxis erwies sich dieser sogenannte Differentialtest vor der Erbsensaat in den meisten Fällen als zutreffend. Die Kosten lägen je nach Schlaggröße bei 20 bis 80 Euro/ha. Dafür sei einen Mehrertrag von 0,4 bis 1,8 dt/ha erforderlich, der in den Versuchen auf den Betrieben meist deutlich übertroffen wurde.

Professor Knut Schmidtke von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden betonte die Notwendigkeit der Düngung im Ökologischen Landbau. „Über die Hälfte der untersuchten Betriebe liegen bei Kalium und Phosphat in der Versorgungsstufe A und B. Hier müssen wir was tun.“ Für den Leguminosenanbau seien dafür vor allem Substrate mit einem weiten C/N-Verhältnis geeignet, um die N-Fixierung nicht zu beeinträchtigen. In den Versuchen hätten sich bei Erbsen und Ackerbohnen vor allem Grüngutkompost und Gehölzhäcksel bewährt. Fein zerkleinerte Gehölzhäcksel hätten zudem den Vorteil, dass sie einjährige Unkräuter unterdrücken und dadurch zusätzlich ertragssteigernd wirken können.
Jürgen Beckhoff, www.aid.de

Weitere Informationen:
Die Ergebnisse und Praxisempfehlungen aus dem Forschungsprojekt wurden in einer Broschüre zusammengefasst. Die Broschüre kann ab Januar 2014 kostenlos bestellt werden unter: boeln@ble.de

Selbstbedienungs-Bäckereien: Fachkompetenz und Hygiene lassen zu wünschen übrig

Kurze Wartezeiten, niedrige Preise – Selbstbedienungs-Bäckereien machen traditionellen Bäckereien Konkurrenz. Ihre Ware ist geschmacklich in Ordnung, aber in einigen Filialen lässt die Hygiene zu wünschen übrig. Das ist das Resultat einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) in Hamburg. Bundesweit wurden fünf große Selbstbedienungs(SB)-Bäckereiketten je zehnmal verdeckt von Testkunden besucht. Im Fokus standen das Angebot, die Gestaltung der Filialen, Wartezeiten sowie die Freundlichkeit und Beratungskompetenz der Mitarbeiter.

Drei Unternehmen bekamen insgesamt das Qualitätsurteil „gut“, zwei waren „befriedigend“. Geschmacklich und optisch konnten die Backwaren überzeugen, erklärt das DISQ. Die Angebotsvielfalt war jedoch relativ gering. So hatte nur jede achte Filiale Bio-Produkte im Sortiment. Ein großer Vorteil der SB-Bäckereien im Vergleich zu klassischen Bäckereien sind die kurzen Wartezeiten an der Kasse von nur durchschnittlich 30 Sekunden.

Die Hygienestandards ließen jedoch zu wünschen übrig, auch wenn die Räumlichkeiten in der Regel sauber waren. An der Kasse fasste mehr als jeder dritte Mitarbeiter die losen Backwaren mit bloßen Händen an – ohne Zange oder Handschuhe. Ein weiterer Kritikpunkt war das lückenhafte Fachwissen der Mitarbeiter: In mehr als der Hälfte der getesteten Filialen erhielten die Verbraucher keine vollständigen Auskünfte zu den Backwaren. Vereinzelt machten die Servicekräfte auch falsche Angaben zu den Inhaltsstoffen, was für Allergiker kritisch sein kann.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
www.disq.de
aid-Heft „Brot und Kleingebäck“, Bestell-Nr. 1004, Preis: 3,00 Euro, www.aid-medienshop.de

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