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Verbraucherzentrale verklagt fünf Lebensversicherer

Die Lebensversicherer DBV, PB (Postbank), Nürnberger, AachenMünchener und Axa weigern sich, Unterlassungserklärungen hinsichtlich der von ihnen verwendeten Klauseln zur Kündigung, zur Beitragsfreistellung und zum Stornoabzug in ihren Policen für Kapitallebens- und private Rentenversicherungen abzugeben. Um die seit Mitte 2012 gültige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs durchzusetzen, hat die Verbraucherzentrale Hamburg nun Klagen gegen die fünf Versicherungsunternehmen bei den jeweils zuständigen Landgerichten eingereicht.

„Die Rechtslage ist inzwischen sehr klar“, sagt Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg, „und trotzdem weigern sich die verklagten Versicherer seit Monaten, die Urteile des BGH umzusetzen.“ Die Expertin vermutet, dass es den Unternehmen lediglich darum gehe, Zeit zu gewinnen und Verbrauchern möglichst lange und möglichst viel von dem ihnen zustehenden Geld vorzuenthalten. Versicherte dürfen nach Rechtsprechung des obersten Gerichts bei vorzeitiger Kündigung ihrer Kapitallebens- und Rentenversicherungsverträge wegen einer nachteiligen Verrechnung von Abschlusskosten und Provisionen sowie einer Art Kündigungsstrafe, dem sogenannten Stornoabzug, nicht mehr so viel Geld verlieren wie bisher.

Mit ihrer Verweigerungshaltung stehen die Lebensversicherer DBV, PB, Nürnberger, AachenMüchener und Axa nach Erfahrungen der Hamburger Verbraucherschützer in der Versicherungswirtschaft nicht allein da. Erst Ende 2013 wurden auf Klage der Verbraucherzentrale hin die Klauseln der Stuttgarter Lebensversicherung AG und der Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG gekippt, die sich ebenfalls geweigert hatten, die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs anzuerkennen.

Älterwerden lohnt sich!

Das Älterwerden hat in unserer Kultur kein gutes Image. Vollkommen zu Unrecht, wie Professor Dr. Ernst Pöppel, einer der führenden Hirnforscher Deutschlands, und Dr. Beatrice Wagner in ihrem Buch Je älter desto besser belegen. Denn das Alter hält positive Überraschungen bereit, besonders, was die Entwicklung des Gehirns betrifft.

Je_aelter_Cover.inddAnders als der übrige menschliche Körper entwickelt das Gehirn bestimmte Fähigkeiten erst in späteren Jahren. Dazu gehört auch, dass es mit zunehmendem Alter effektiver arbeitet. So wurde festgestellt, dass ältere Menschen in Sachen Konzentrationsfähigkeit besser abschneiden als jüngere – vorausgesetzt, diese Fähigkeit wird auch trainiert.

Ebenso ist belegt, dass man im späteren Lebensabschnitt zwar langsamer, aber dafür gründlicher denkt. Auch bietet das Altern die Chance, größere Ich-Nähe zu erfahren, also sich selbst immer näher zu kommen und authentischer aufzutreten. In zehn überraschenden Thesen, die jeweils auf einen Forschungsbereich von Ernst Pöppel zurückgehen, werden unterschiedliche Funktionsweisen des Gehirns vorgestellt und wie man mit ihnen auf die richtige Art und Weise umgehen kann.

Dabei wird spannend und unterhaltsam beschrieben, wie der Hirnforscher auf den vielen Stationen seines Lebens zu wichtigen wissenschaftlichen Erkenntnissen kam. Darüber hinaus werden aktuelle Forschungsergebnisse aus der Hirnforschung berücksichtigt und mit bereits bekannten Erkenntnissen auf diesem Gebiet verknüpft und leicht verständlich erklärt.

Die beiden Autoren führen auf intelligente und sehr persönliche Weise in die komplexe Welt des menschlichen Gehirns ein. Außerdem kommen bekannte Persönlichkeiten wie Mario Adorf, Oswalt Kolle, Verona Pooth oder Dr. Bernhard Vogel in ausführlichen Interviews zum Thema Älterwerden am Ende eines jeden Kapitels zu Wort. So ergibt sich ein faszinierendes Gesamtbild, welches das Älterwerden in einem neuen, positiven Licht erscheinen lässt.

Prof. Dr. Ernst Pöppel gilt als einer der führenden Hirnforscher Deutschlands. Er war Gründungsvorstand des Instituts für Medizinische Psychologie und des Humanwissenschaftlichen Zentrums an der Universität München. Seit langem befasst sich Pöppel auch mit Fragen des demographischen Wandels; so hat er in Bad Tölz das universitäre Projekt „Generation Research Program“ (GRP) aufgebaut. Sein Anliegen ist, auf die Chancen hinzuweisen, die sich für die älter werdende Gesellschaft ergeben.

Dr. Beatrice Wagner ist selbstständige Buchautorin, Medizinjournalistin und Lehrbeauftragte an der LMU München. Sie promovierte bei Prof. Dr. Pöppel und arbeitet für nationale und internationale Publikationen mit den Schwerpunkten Gerontologie, Liebe & Sexualität sowie Hirnforschung.

Prof. Dr. Ernst Pöppel / Dr. Beatrice Wagner
Je älter, desto besser
Überraschende Erkenntnisse aus der Hirnforschung
272 Seiten
Format: 13,5 x 21 cm. Hardcover, 2-farbig
19,90 € (D)/ 20,50 € (A)/ 28,50 sFr
ISBN 978-3-8338-1867-7

Je älter, desto besser

Einmal Kartoffeln, immer Kartoffeln!

Des Deutschen liebste Knolle ist die Kartoffel. Keiner kann der Verwandlungskünstlerin widerstehen, egal ob gebraten, gekocht, gratiniert, ob gehobelt, frittiert oder püriert. 50 Rezeptideen im GU Küchen Ratgeber 1 Kartoffel – 50 Rezepte laden dazu ein, noch mehr Seiten der schmackhaften Knolle kennen zu lernen.

1 Kartoffel - 50 Rezepte_SU:KŸRa_Kartoffeln_KlNamen wie „Bamberger Hörnchen“, „La Ratte“ oder schlicht „Linda“ zeugen von der großen Sorten- und damit Geschmacksvielfalt, die es bei Kartoffeln gibt. Vorbei die Zeit als die Knollen vorwiegend nach ihrer Kocheigenschaft – fest oder mehlig – gekauft wurden. Denn mit ein paar Kartoffeln lässt sich ein komplettes Menü bestreiten. Wie wäre es zu Beginn mit einer cremigen Suppe oder einer leichten Kartoffel-Quiche? Als Hauptgang locken Schupfnudeln, Kartoffel-Kürbis-Gratin, Fischfilets in Kartoffelteig oder Kartoffel-Pizza – alles mit der Wunderknolle gezaubert. Als Nachtisch vielleicht Süßkartoffelchips? Aber auch als Beilage –Rösti, Knödel, Bratkartoffel – bleiben mit den „Erdäpfeln“ keine Wünsche offen. Und als wäre das noch nicht genug, überzeugt das fettarme Nachtschattengewächs auch mit seinen gesunden Inhaltsstoffen.

Damit einfache, edle oder exotische Varianten gut gelingen, helfen zahlreiche Praxisratschläge und die 10 GU Erfolgstipps. Eine kleine Kartoffelkunde erzählt die Geschichte der weitgereisten Erdfrucht und gibt Einblick in die Sortenvielfalt. Zusätzliche Rezepte für Saucen machen Lust aufs Kartoffel-Dippen. Außerdem zeigt Cornelia Schirnharl wie sich fertiger Kloßteig drei Mal abwandeln lässt. Einfach raffiniert, diese Knolle!

Cornelia Schinharl arbeitet seit über 15 Jahren als freie Food-Journalistin und erfolgreiche Kochbuchautorin. Dabei gilt ihr großes Interesse den Küchen fremder Länder. Bei GRÄFE UND UNZER sind bereits zahlreiche, teilweise prämierte Bücher erschienen. Sie ist bekannt für einfache und dennoch raffinierte Küche.

Cornelia Schinharl
1 Kartoffel – 50 Rezepte
64 Seiten, mit ca. 45 Farbfotos.
Format: 16,5 x 20cm, Softcover mit Klappen
Preis 7,99 € (D) / 8,30 € (A) / 11,90 sFr
ISBN: 978-3-8338-1000-8

1 Kartoffel – 50 Rezepte

Stammzellersatz bei häufiger Altersblindheit

Die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Erblindungsursache. Wissenschaftler der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn und vom Neural Stem Cell Institute in New York (USA) haben nun eine Methode entwickelt, wie sich die durch AMD zerstörten Zellen im Auge mithilfe von Stammzellen ersetzen lassen. Die Implantate überlebten in den Augen von Kaninchen mehrere Wochen. Für eine klinische Anwendung ist noch weitere Forschung erforderlich. Die Ergebnisse werden nun im Fachjournal “Stem Cell Reports” vorgestellt.

Am Operations-Mikroskop: Dr. med. Boris V. Stanzel (links), Claudine Strack und Ralf Brinken von der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn bereiten die Implantation von Ersatzzellen unter die Netzhaut vor. (c) Foto: Volker Lannert/Uni Bonn
Am Operations-Mikroskop:
Dr. med. Boris V. Stanzel (links), Claudine Strack und Ralf Brinken von der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn bereiten die Implantation von Ersatzzellen unter die Netzhaut vor. (c) Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

Rund viereinhalb Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Sie ist mit einem allmählichen Verlust der Sehschärfe und Lesefähigkeit verbunden, Autofahren ist nicht mehr möglich. Die Mitte des Gesichtsfelds ist wie von einem Schleier überzogen. Ursache ist eine Schädigung der Schicht unter der Netzhaut, des sogenannten retinalen Pigmentepithels (RPE). Es koordiniert Stoffwechsel und Funktion der Sinneszellen im Auge. Mit der AMD gehen Entzündungsprozesse in dieser Schicht einher, außerdem wird der „Stoffwechselmüll“ dort nicht mehr ausreichend recycelt. Bislang gibt es keine Heilungsmöglichkeiten für die AMD, Therapien können die Beschwerden nur lindern.

Wissenschaftler der Universitäts-Augenklinik Bonn haben mit Forschern in New York (USA) nun eine neue Methode an Kaninchen erprobt, mit der sich die geschädigten RPE Zellen möglicherweise ersetzen lassen. Die Forscher implantierten verschiedene RPE, die unter anderem aus Stammzellen von erwachsenen Menschen gewonnen wurden. „Diese Zellen wurden nun erstmals in der Forschung für Transplantationszwecke herangezogen“, sagt Erstautor Dr. Boris V. Stanzel von der Bonner Uni-Augenklinik. Die Gewinnung und Charakterisierung der Stammzellen erfolgte in der Arbeitsgruppe von Prof. Sally Temple vom Neural Stem Cell Institute in New York, USA.

Bonner Forscher entwickelten die Implantationstechniken

Die Implantationstechniken für die neue Methode entwickelten dagegen Forscher um Dr. Stanzel von der Bonner Uni-Augenklinik. Sie ließen die Stammzellen auf kleinen Polyesterscheibchen heranwachsen, woraus sich ein dünner Zellrasen entwickelte. Diese RPE Einzelschicht pflanzten die Wissenschaftler Kaninchen unter die Netzhaut. „Unsere Forschergruppe hat hierfür spezielle Instrumente entwickelt, mit der sich die Ersatzzellen unter die Netzhaut implantieren lassen“, berichtet Dr. Stanzel. Nach vier Tagen prüften die Forscher mit tomographischen Methoden, ob die Ersatzzellen in den umgebenden Zellverband eingewachsen waren. „Die implantierten Zellen lebten“, berichtet der Forscher der Bonner Uni-Augenklinik. „Das ist ein eindeutiger Hinweis, dass sie sich mit den umgebenden Zellen verbunden haben.“ Nach einer Woche war die implantierte Zellschicht noch stabil. Auch nach vier Wochen zeigten Gewebeuntersuchungen, dass das Transplantat intakt war.

Ein neuer Ansatz für eine mögliche Behandlung der AMD

„Die Ergebnisse aus den Experimenten beweisen, dass aus Stammzellen von Erwachsenen gewonnene retinale Pigmentepithelzellen das Potenzial haben, durch Altersbedingte Makuladegeneration zerstörte Zellen zu ersetzen“, fasst Dr. Stanzel zusammen. Darüber hinaus lasse sich mit der neu entwickelten grundlegenden Methode künftig testen, welche Stammzelllinien für Transplantationen im Auge geeignet seien. „Von einer klinischen Anwendung sind wir jedoch noch weit entfernt“, sagt Dr. Stanzel. Es sei noch intensivere Forschung erforderlich.

Publikation: Human RPE stem cells grown into Polarized RPE Monolayers on an Polyester Matrix are Maintained after grafting into Rabbit Subretinal Space, Fachjournal “Stem Cell Reports”, DOI: 10.1016/j.stemcr.2013.11.005

 

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