Ratgeber schützt vor Ärger mit Architekten und Handwerkern

Nicht selten wird der Traum vom Eigenheim für Bauherren zum Albtraum, weil ihnen die Planung und Überwachung des Baus über den Kopf wächst, sie über Bauverträge stolpern, Mängel die Baustelle lahm legen oder die Kosten explodieren. Hilfreiches Basiswissen für alle, die ihr Eigenheim vom ersten Spatenstich an auf ein sicheres Fundament stellen wollen, liefert der Ratgeber „Recht und Verträge beim Hausbau“ der Verbraucherzentrale.

Das Buch informiert kompakt und verständlich auf rund 180 Seiten, worauf private Bauherren von der Wahl des Grundstücks bis zur Vertragsgestaltung mit Architekten und Handwerkern achten sollten. Darüber hinaus wird erklärt, wie sich kostspielige Fehler auf dem Weg in die eigenen vier Wände vermeiden lassen, welche Rechte nach der Bauphase noch gelten und wie sie durchgesetzt werden können. Informationen über notwendige Versicherungen rund um den Hausbau ergänzen die nützliche Lektüre.

Den Ratgeber „Rechte und Verträge beim Hausbau“ gibt es für 11,90 Euro im Infozentrum der Verbraucherzentrale Hamburg an der Kirchenallee 22 (Mo, Mi, Do, Fr 10 – 18 Uhr, Di 10 – 19 Uhr). Zuzüglich 2,50 Euro für Porto und Versand kann man das Buch auch online unter www.vzhh.de oder per Telefon (040) 24832-104 bestellen.

Alarmierend: Patienten mit Essstörungen werden immer jünger

Informierten über Therapiemöglichkeiten bei Essstörungen (vl) Dr. Claus-Rüdiger Haas, LWL-Haardklinik, Dr. Christiane Abdallah, LWL-Haardklinik, Prof. Dr. Tanja Legenbauer, LWL-Universitätsklinik Hamm, Dr. Irene Stöcklin und Norbert Vennen, beide Kindertagesklinik Evangelisches Krankenhaus Düsseldorf. Es fehlt: Prof. Dr. Silja Vocks, Universität Osnabrück. Foto: LWL/Seifert
Informierten über Therapiemöglichkeiten bei Essstörungen (vl) Dr. Claus-Rüdiger Haas, LWL-Haardklinik, Dr. Christiane Abdallah, LWL-Haardklinik, Prof. Dr. Tanja Legenbauer, LWL-Universitätsklinik Hamm, Dr. Irene Stöcklin und Norbert Vennen, beide Kindertagesklinik Evangelisches Krankenhaus Düsseldorf. Es fehlt: Prof. Dr. Silja Vocks, Universität Osnabrück.
Foto: LWL/Seifert

Essstörungen zählen zu den schwersten psychischen Erkrankungen

Marl-Sinsen (lwl). 14,8 Jahre alt sind Patienten durchschnittlich, wenn sie zur Behandlung ihrer Essstörung eine Klinik aufsuchen. Vor vier Jahren lag dieser Wert noch bei 16,9 Jahren. „Diese besorgniserregende Entwicklung spüren wir in der LWL-Klinik Marl-Sinsen natürlich hautnah“, so Dr. Christiane Abdallah, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und eine der Referentinnen auf dem Fortbildungstag zum Thema Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen, der jetzt in der LWL-Haardklinik stattgefunden hat.

Essstörungen zählen zu den schwersten psychischen Erkrankungen. „Alleine die stationäre Therapie dauert häufig sechs Monate. Inklusive einer ambulanten Nachbehandlung erhöht sich die Behandlungsdauer auf durchschnittlich zwei Jahre. Trotz immer früher einsetzender Therapien sterben auch heute noch zehn Prozent der Betroffenen an den Folgen dieser Erkrankung“, machte Dr. Claus-Rüdiger Haas, Ärztlicher Direktor der LWL-Haardklinik, auf die nach wie vor brisante Lage aufmerksam. Deswegen sei es immens wichtig, die Auslöser und Mechanismen von Magersucht, Ess-Brech-Sucht und verwandten Krankheitsbildern weiter zu erforschen, um die Behandlungsmöglichkeiten weiter zu optimieren, so Haas weiter.

Prof. Dr. Tanja Legenbauer von der Universitätsklinik Hamm des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) wies in ihrem Vortrag darauf hin, dass Sport in moderater Form einen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf haben könne. Noch vor wenigen Jahren hätten Ärzte und Therapeuten dem ständigen Bewegungsdrang ihrer jungen Patienten häufig strenge Bettruhe entgegengesetzt, um ihren Kalorienverbrauch zu senken und eine Gewichtszunahme zu fördern. Heute wisse man, so Legenbauer, dass für den Bewegungsdrang nicht allein der Wunsch der Betroffenen zur Gewichtsreduktion ursächlich ist, sondern auch eine Unterversorgung des Körpers mit dem hormonellen Botenstoff Leptin. Dieser wird durch das starke Untergewicht nicht mehr in ausreichendem Maß gebildet. Als Folge entsteht ein starker Drang zur Bewegung, der in der Evolutionsgeschichte dafür sorgte, dass die Menschen weite Wanderungen unternehmen konnten, um die nächste Nahrungsquelle zu finden. Diesen Bewegungsdrang zu unterbinden führe häufig zu einer Verweigerungshaltung der Patienten und sei deshalb medizinisch kontraproduktiv.

Auf das sogenannte „Body Checking“ als Symptom einer Magersucht wies Prof. Dr. Vocks hin. Hierzu nehmen die Patienten immer wieder Hautfalten am ganzen Körper zwischen Daumen und Zeigefinger. Was manchmal irrtümlich als Zwangshandlung eingeschätzt würde, diene erkrankten Patienten ausschließlich dazu, die Dimension der Fettschicht unter ihrer Haut zu ertasten.

Über die Möglichkeiten einer teilstationären tagesklinischen Behandlung von magersüchtigen Kindern und Jugendlichen referierte Dr. Irina Stöcklin. Diese sei sowohl im Anschluss an eine stationäre Therapie als auch bei leichteren Fällen als Sofortmaßnahme eine wichtige und effiziente Behandlungsmöglichkeit.

Hintergrund:
1993 wurde der Behandlungsschwerpunkt Essstörungen in der Marler Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) eingerichtet. Seitdem haben hier rund 1000 junge Patienten professionelle Hilfe im Kampf gegen ihre Erkrankung gefunden. Dabei fließen neue Erkenntnisse ständig in die Therapie mit ein. In ihren sechs Tageskliniken bietet die LWL-Klinik Marl-Sinsen ebenfalls teilstationäre und ambulante Behandlungen an.

Hegen Eltern oder Sorgeberechtigte den Verdacht, dass ihr Kind an einer Essstörung leidet, ist schnelles Handeln wichtig. Häufig schafft ein Termin beim Haus- oder Kinderarzt bzw. einem niedergelassenen Therapeuten schon Klarheit. Betroffene können sich auch direkt an die Institutsambulanz der LWL-Haardklinik Tel. 02365/ 802-2402 wenden und einen Termin vereinbaren.

http://www.lwl-jugendpsychiatrie-marl.de

LWL-Einrichtung:
LWL-Klinik Marl-Sinsen
Haardklinik
Halterner Str. 525
45770 Marl
Karte und Routenplaner

28 420 Rheuma-Patienten wurden stationär in Krankenhäusern behandelt

Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2013 wurden in den nordrhein-westfälischen
Krankenhäusern 28 420 Patientinnen und Patienten in einer Rheumatologie stationär behandelt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als statistisches Landesamt anlässlich des Welt-Rheuma-Tages (12. Oktober 2014)mitteilt, waren das 4,5 Prozent weniger als 2012 (29 771), aber 20,6 Prozent mehr als 2006 (23 574).

Bei den Rheuma-Patienten wurde 2013 die seropositive chronische Polyarthritis (ständige Gelenkentzündung) am häufigsten diagnostiziert (4 258 Fälle). Fast drei Viertel aller in rheumatologischen Fachabteilungen Behandelten waren Frauen (72,7 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Rheuma-Patienten mit ständigen Gelenkentzündungen um 6,1 Prozent gesunken; im Vergleich zu 2006 stieg ihre Zahl um 16,5 Prozent.

Die Rheumatologie ist je nach fachärztlichem Schwerpunkt des Krankenhauses der Fachabteilung „Innere Medizin“ oder der Orthopädie zugeordnet. Im Jahr 2013 waren in den nordrhein-westfälischen Krankenhäusern insgesamt 22 internistische sowie zehn orthopädische Rheumatologien eingerichtet. Damit verfügten von den 370 nordrhein-westfälischen Krankenhäusern 32 über Rheumatologien. Trotz nahezu unveränderter Zahl der Krankenhäuser mit rheumatologischen Fachabteilungen war die Zahl der aufgestellten Betten in dieser Fachrichtung 2013 mit 1 039 Betten (-4,3 Prozent) niedriger als 2006 (1 086). Wie die Statistiker mitteilen, wurde die pädiatrische Rheumatologie (für Kinder und Jugendliche) im Rahmen dieser Statistik nicht berücksichtigt. (IT.NRW)
http://www.it.nrw.de

Invasive Tierarten: Nicht immer nützlich oder niedlich

Invasive Tierarten

Nicht immer nützlich oder niedlich

Seit der Mensch größere Strecken mit dem Flugzeug oder Schiff überbrücken kann, gelangen neben Pflanzen auch Tiere in andere Länder. Die meisten dieser gebietsfremden Tierarten – auch Neozoen genannt – können sich in dem neuen Lebensraum nicht vermehren. Manchen gelingt es jedoch, und das mit teilweise dramatischen Folgen: „Prominentes“ Beispiel ist die Einschleppung der Wanderratte aus Asien. Sie brachte den Pestfloh und das Pestbakterium nach Europa und löste die große Pestepidemie aus, die Millionen Menschen das Leben kostete.

Neben der unbeabsichtigten Verschleppung wurden etliche Tiere absichtlich in fremde Regionen gebracht, häufig, um sie zu bejagen oder um sie für die Landwirtschaft zu nutzen. Beispiele hierfür sind der Fasan, der ursprünglich aus Asien stammt und in Europa zur Jagd eingeführt wurde. Den nordamerikanischen Bisam hielt man als Pelzlieferant und setzte ihn später frei. Heute gehört der Bisam in Deutschland zu den invasiven Tierarten und wird mit großem finanziellem Aufwand als Problemart bekämpft, da er unter anderem Hochwasserschutzdämme beschädigt.

In Deutschland kommen inzwischen rund 1.100 gebietsfremde Tierarten vor, wovon sich etwa 260 Arten etabliert haben. Mit nur rund 30 Arten ist die Anzahl der Wirbeltiere unter ihnen eher gering. Häufiger sind wirbellose Neozoen, die meist auch tief greifende Veränderungen von Lebensgemeinschaften verursachen. Zudem sind die Auswirkungen im Süßwasserbereich stärker als in terrestrischen Lebensräumen.

Die effektivste Maßnahme, mögliche Gefahren invasiver Tierarten zu verhindern, ist es, die Einschleppung zu verhindern. Dies wird zum Beispiel über die Konvention zur Einhaltung der biologischen Vielfalt versucht. Einmal angekommen, gibt es kein Patentrezept für den Umgang mit den gebietsfremden Arten. Jede Tierart und ihre Auswirkungen muss genau beobachtet und untersucht werden. Nur so lassen sich sinnvolle Maßnahmen ergreifen. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) erarbeitet naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen, die als Grundlage für Listen über gebietsfremde Arten dienen und nachgewiesene oder potenzielle negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt enthalten.

Heike Stommel, www.aid.de

Weitere Informationen:
Der aid infodienst informiert in seinem Newsletter in lockerer Folge über invasive Tierarten und deren Verbreitung www.aid.de

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