Ein Stück Hellweg öffnet neues Zeitfenster ins mittelalterliche Paderborn

Gerechnet haben sie nicht damit, dass plötzlich ein Stück Hellweg unter ihren Füßen auftaucht. Der Boden unter dem Fachwerkhaus an der Heiersstraße 14 in Paderborn hat jedoch schon einige Überraschungen für die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) bereit gehalten. Aus dem 12. Jahrhundert stammt das Pflaster der für Westfalen wegweisenden Straße.

Das Straßenpflaster des Hellweges unter dem Fachwerkhaus in der Heiersstraße 14. Foto: LWL/Spiong
Das Straßenpflaster des Hellweges unter dem Fachwerkhaus in der Heiersstraße 14.
Foto: LWL/Spiong

Die Straßenbefestigung kam jetzt 50 Zentimeter unter dem heutigen Fußboden zu Tage und ist gut erhalten. Sie zeugt von einer wichtigen Bauepoche: Mit der Gründung der Stadt Paderborn in den Ausmaßen der heutigen Altstadt ließ der Bischof als damaliger Stadtherr zwischen 1150 und 1180 auch die Straßen ausbauen. Der Hellweg als wichtigste Handelsstraße durch Westfalen war innerhalb der Stadtbefestigungen durchgängig und sorgfältig mit Pflaster versehen. Auf die Häuser der Bewohner des ehemaligen Dorfes Aspethera wurde bei den umfangreichen Baumaßnahmen keine Rücksicht genommen. Das zeigen Pfostenlöcher der Holzhäuser des 12. Jahrhunderts, die unter der Straße liegen und verdeutlichen: Die Häuser mussten der Straße weichen.

Grabungsleiterin Eva Manz weiß, dass der Aufwand für den Bau der ursprünglich etwa 14 bis 18 Meter breiten Straßen enorm war. „Zunächst wurde der Oberboden abgetragen bis auf den darunter liegenden Kalkschotter“, erläutert sie. „Allein für einen Meter Straße mussten die Straßenbauer in Handarbeit zunächst sieben bis neun Kubikmeter Erde wegschaffen und knapp einen Kubikmeter Pflastersteine verlegen.“

Ausschnitt des Straßenpflasters. Foto: LWL/Spiong
Ausschnitt des Straßenpflasters.
Foto: LWL/Spiong

Bisherige Ausgrabungen in Paderborn haben gezeigt, dass der Hellweg und die Königstraße damals durchgängig gepflastert waren. Auch die aktuellen Ausgrabungen geben einen Eindruck davon, wie außerordentlich groß der Kraftakt für die Bauarbeiten und für die neue Stadt waren.

Allerdings: Der neu gebaute Hellweg verlor schon nach etwa 150 Jahren seine herausgehobene Bedeutung. Bereits um 1300 verengte sich die Straße, indem die Randbereiche mit Fachwerkhäusern überbaut wurden. Im späten Mittelalter reichte die Hausfassade auf der aktuellen Ausgrabung an der Heiersstraße schon zwei Meter in die ehemalige Straße hinein.

Aus Staub geboren: Das Einmaleins der Planetenentstehung

Am Dienstag (29.10.) ist Privatdozent Dr. Hubert Klahr vom Max-Planck-Institut für Astronomie zu Gast im Planetarium des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster. Um 19.30 Uhr spricht der Astronom über die Entstehung von Planeten in seinem Vortrag „Aus Staub geboren: Das 1×1 der Planetenentstehung“.

Aus Staub geboren: Das 1x1 der Planetenentstehung. Foto: NASA
Aus Staub geboren: Das 1×1 der Planetenentstehung.
Foto: NASA

Noch vor wenigen Jahren hielt man die Entstehung des Sonnensystems für einen außerordentlichen Glücksfall. Erst mit der Entdeckung der Planeten anderer Sterne änderte sich dieses Bild: Fast jeder Stern der Milchstraße, ja des Universums könnte von Planeten umgeben sein.

Planeten kommen in allen Größen, in allen möglichen Abständen von ihrem Zentralobjekt und um alle Arten von Sternen vor. All diese Entdeckungen führten zu einem besseren Verständnis der Entstehungsprozesse von Planeten.

Mittlerweile können Computer diese Prozesse abbilden und Vorhersagen treffen, wie Sterne die Eigenschaften ihrer Planetensysteme beeinflussen. Auch wenn folgendes Zitat von Metrodoros von Chios aus dem 4. Jahrhundert nicht belegt werden kann, so scheint es doch den Kern der Wahrheit zu treffen: „Die Erde als die einzige bevölkerte Welt im unendlichen All anzusehen, ist ebenso absurd wie die Behauptung, auf einem ganzen, mit Hirse gesäten Feld würde nur ein einziges Korn wachsen.“

Klahr ist Leiter der Theoriegruppe der Abteilung Planeten- und Sternentstehung am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Dort arbeitet er an Simulationen, die zeigen, auf welche Weise und durch welche Prozesse in der Umgebung junger Sterne Planeten entstehen.

Eintritt: Erwachsene 5,50 Euro, Kinder 3 Euro. Eintrittskarten für den Vortrag sind erhältlich im LWL-Museum für Naturkunde, Infotelefon 0251 591-6050 (Servicezeiten Mo-Fr 8.30-12.30 Uhr, Mo-Do 14.00-15.30 Uhr)

LWL-Einrichtung:
LWL-Museum für Naturkunde
Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium
Sentruper Str. 285
48161 Münster
Karte und Routenplaner

Früher Arbeiterdichter kommt zu neuen Ehren

Er war einer der frühen Arbeiterdichter und hatte eine große Leserschaft. Von 1890 bis 1912 war Heinrich Kämpchen (1847-1912) in nahezu jeder Ausgabe der „Bergarbeiter-Zeitung“ mit einem Gedicht vertreten, was ihm eine hohe Bekanntheit eintrug. Auf Drängen seines Freundes Otto Hue stellte er seine Verse in Einzelausgaben zusammen („Aus Schacht und Hütte“,1899; „Neue Lieder“, 1904/05; „Wie die Ruhr mir sang“, 1909). Eine Einführung in das Werk Kämpchens legt nun der Bochumer Literaturwissenschaftler Joachim Wittkowski in Form eines „Kämpchen-Lesebuchs“ vor, ein Kooperationsprojekt der LWL-Literaturkommission mit der Nyland-Stiftung.

45400„Mit der Aufnahme in die inzwischen über 40 Bände zählende Lesebuchreihe wird Kämpchen eine verdiente Aufmerksamkeit zuteil“, erläutert der Geschäftsführer der LWL-Literaturkommission, Prof. Dr. Walter Gödden. Wittkowski freut sich, dass sich „Kämpchen in diese Ahnenreihe renommierter westfälischer Autoren einreiht und auf diese Weise ein breites Publikum erreicht“.

In Kämpchens Gedichten tritt das Elend des Bergmanns ungeschönt vor Augen, etwa in Bergmannslos: „Das ist des Bergmanns früher Tod: / Er muß im Schacht / Tagtäglich scharren um sein Brot / In Dunst und Nacht.“

Schon als Jugendlicher fuhr Kämpchen erstmals selbst „hinab in die Grube“ und arbeitete über 30 Jahre als Bergmann in Bochum. Die meisten seiner Texte thematisieren den Alltag der Bergleute: die Härte der Arbeit untertage, Unglücke und Berufskrankheiten, das ungerechte Verhalten von Vorgesetzten und den Arbeitskampf. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, engagierte sich Kämpchen im Bergarbeiterverband, der sich das Ziel gesetzt hatte, den Bergmannsstand wieder zu Ehren kommen zu lassen. Beim großen Bergarbeiterstreik 1889 wurde er als Delegierter vorgeschlagen und einstimmig gewählt, was ihm allerdings eine Abmahnung seines Dienstherren einbrachte. Trotzdem war Kämpchen bis zuletzt im Bergarbeiterverband aktiv, für dessen Zeitung er von Anfang an bis zu seinem Tod schrieb.

Jeder sentimentalen Verklärung seines Berufs erteilte Kämpchen eine klare Absage. Im Gedicht „Bergmannsleben“ heißt es: „Und jedwedem möcht‘ ich raten, / Der dich rühmend will besingen: / In die Tiefe soll er steigen / Und die Keilhau‘ soll er schwingen“. Auch Kämpchens „Westfalenlied“ ist ohne Schwulst und sentimentale Verklärung: „Wohl will ich dich, Westfalen, preisen, / Doch ächten auch die harte Fron, / Womit man Kohle hier und Eisen / Gewinnt um einen Hungerlohn.“

Als Heinrich Kämpchen 1912 im Alter von 64 Jahren starb, war die Anteilnahme groß: Er wurde, wie es hieß, „unter einer hier noch nie dagewesenen großen Beteiligung zu Grabe getragen; der Leichenzug zählte wohl an die 4000 Teilnehmer.“ Das neue Lesebuch bietet nun einen Querschnitt durch das Werk mit zahlreichen erstmals edierten Texten des frühen Arbeiterdichters, der vor allem Heinrich Heine, aber auch die Droste zu seinen Vorbildern zählte.

Lesebuch Heinrich Kämpchen.
Zusammengestellt und mit einem Nachwort von Joachim Wittkowski.
Bielefeld: Aisthesis Verlag 2013. 166 Seiten.
8,50 Euro. ISBN 978-3-89528-911-8.

LWL-Einrichtung:
Literaturkommission für Westfalen
Erbdrostenhof
Salzstraße 38
48147 Münster
Karte und Routenplaner

Vegetarisches Chili con carne (cholesterinarm)

Vegetarisches Chili con carne (cholesterinarm) Foto: Hensel/Wirths PR
Vegetarisches Chili con carne (cholesterinarm) Foto: Hensel/Wirths PR

Vegetarisches Chili con carne
(für 4 Personen)

1 Packung Soja-Kost Hackfleisch-Mix (von Hensel/Reformhaus)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 Chilischoten
1 EL Sonnenblumenöl
1 EL Tomatenmark
200 ml passierte Tomaten
1 kleine Dose Mais
1 kleine Dose Kidney-Bohnen
1 Prise Cayennepfeffer
1 Prise Salz
3 EL Ketchup

Hackfleisch-Mix nach Packungsaufschrift zubereiten. Zwiebel und Knoblauch schälen, fein hacken und in Öl anbraten. Chilischoten in Ringe schneiden, dabei die Kerne entfernen. Tomatenmark zugeben und kurz anrösten. Mit passierten Tomaten ablöschen, den eingeweichten Hackfleisch-Mix sowie Mais und Kidney-Bohnen zugeben und 5 Minuten köcheln. Mit Cayennepfeffer und Salz abschmecken und mit Ketchup abrunden. Dazu schmecken Taco-Chips.

Pro Person: 277 kcal (1159 kJ), 21,4 g Eiweiß, 4,5 g Fett, 37,1 g Kohlenhydrate, Cholesteringehalt vernachlässigbar

 

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