Schimmelpilz am Bau

Mit einem Info-Stand und der Ausstellung „Dem Schimmel auf der Spur“ beteiligte sich das Schimmelnetzwerk Münster an einer Tagung, die das Handwerkskammer Bildungszentrum Münster (HBZ, Akademie Bauhandwerk) auf Haus Kump für Baupraktiker, Sanierungsbetriebe, Sachverständige und Architekten ausrichtete. Die anschaulich aufbereitete Ausstellung informiert über die Biologie der Pilze, über Möglichkeiten der Schimmelvermeidung und über typische Baumängel als Ursache für Schimmelpilzbefall.

Im Schimmelnetzwerk Münster arbeiten Beratungsstellen, Mietervereine, Sachverständige, Labore, Sanierungsbetriebe, Mediziner, die Handwerkskammer Münster, Ämter der Stadt und die Verbraucherzentrale zusammen. Die Mitglieder informieren, klären auf und stellen hohe Qualitätsstandards bei Beratung und Sanierung sicher. Regelmäßige Fortbildungen und ein ständiger Erfahrungsaustausch, auch mit überregionalen Netzwerken, garantieren einheitliche Beratungen auf aktuellem Wissensstand. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.muenster.de/stadt/umwelt/schimmelnetzwerk.html.

OB Norbert Bude gibt Startschuss für neue Platzgestaltung

Einen Original-Pflasterschemel mit dem heutigen Datum und dem Hinweis auf den Startschuss zur neuen Platzgestaltung auf dem Rheydter Markt bekam Oberbürgermeister Norbert Bude heute überreicht, als er an der Seite von Pflasterer Joachim Monteiro symbolisch die erste Granitplatte für die rund 6.500 Quadratmeter große Fläche zwischen Rathaus und der Evangelischen Hauptkirche verlegte. Begleitet wurde er durch Markus Loh vom Berliner Büro Planorama, nach dessen Entwürfen der Marktplatz in der Rheydter City ein neues Gesicht erhalten wird. „Es wird jetzt schon ersichtlich, wie sich der Platz nach außen öffnet und eine völlig neue Perspektive auf die umgebende Bebauung bietet“, betonte Oberbürgermeister Norbert Bude.

Während unter dem Platz die Sanierung der zweigeschossigen Tiefgarage voranschreitet und mit der Eröffnung am 9. Dezember beendet werden soll, stehen nun auf dem Platz umfangreiche Pflasterarbeiten an. Vorausgegangen sind nach dem Abriss der Pavillons an der Westkante und der Beseitigung der alten Pflasterung, Sanierungsarbeiten auf der Platzoberfläche, die mit einer mehrere Zentimeter dicken Drain-Asphaltschicht und Schottertragschicht ihren Abschluss gefunden haben. „Der Platz wird später einmal in seiner optischen Wirkung durch das Zusammenspiel der verschiedenen Bodenmaterialien von innen nach außen strahlen“, verrät Markus Loh. Sichtbares Zeichen der Neugestaltung ist später eine Platzfläche aus Basalt- und Grauwacke-Pflastersteinen, die von hellen portugiesischen Granitplatten umrahmt werden.

Ebenso angeliefert und zum Verlegen bereit liegen die Betonfertigteile, die zukünftig die Terrassenebenen rund um die Kirche und an der westlichen Platzkante einfassen werden. Auf die Besonderheit des neuen Marktplatzes weist Heinz Josef Kannen, neben seinem Kollegen Jürgen Adams Beuleiter für den Marktplatz, hin: „Der neue Platz geht in seiner Funktionalität auf die Anforderungen eines modernen Marktnetzes ein. Über insgesamt 21 Unterflurverteiler werden später einmal Marktbeschicker, Schausteller oder andere Veranstalter mit Starkstrom, Strom und Wasser versorgt“, betont er. Außerdem dienen die von oben kaum sichtbaren Verteiler als Stationen für die Abwasserentsorgung. Von der Funktionstüchtigkeit können sich die Marktbeschicker im Frühjahr überzeugen, wenn der Platz im Rahmen eines Festes planmäßig der Öffentlichkeit übergeben werden soll. Dann wird auch der Markt wieder von der Hauptstraße an seinen angestammten Platz zurückziehen.

Weiterer Bestandteil des Marktplatzes werden neben einem neuen 80 Quadratmeter großen Brunnen aus Edelstahl unter anderem auch zahlreiche Sitzelemente entlang der Terrassen und 55 über den Platz verteilte Fahrradbügel sein. Wie der Platz später einmal aussehen wird, ist im Bereich der Hauptstraße vor der nördlichen Platzkante bereits zu sehen. Hier wurde der Fußgängerweg in der Art eine Boulevards deutlich verbreitert und nahezu fertig gestellt. Flankiert wird die Platzkante noch durch zahlreiche Bäume, die in direkter Sichtachse zu den 22 japanischen Kirschbäumen auf der westlichen Terrassenebene stehen sollen. Eine weitere Grünfläche entsteht später auf der östlichen Platzkante. Während derzeit die „Überdeckelung“ der Tiefgarageneinfahrt an der Limitenstraße deutlich voranschreitet, soll zu einem späteren Zeitpunkt die dazu gewonnene Platzfläche von rund 250 Quadratmetern begrünt werden und zum Verweilen einladen.

Neue Regierung muss Finanzierung der Hochschulmedizin neu regeln

Die neue Regierungskoalition muss die Finanzierung der Universitätsmedizin ganz oben auf ihre Agenda setzen. Neben der angekündigten Krankenhausreform ist eine Neuordnung der Hochschul- und Forschungsfinanzierung dringend erforderlich. Dieses Fazit zog der Dachverband Deutsche Hochschulmedizin auf seinem diesjährigen Herbstforum in Berlin.

„Der Wissenschaftsrat, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und zentrale Akteure der Gesundheits- und Wissenschaftspolitik haben vor der Bundestagswahl festgestellt, dass wichtige Sonderaufgaben der deutschen Hochschulmedizin nicht ausreichend finanziert sind. Nach der Wahl müssen nun die Wissenschafts- und Gesundheitspolitiker in Bund und Ländern über konkrete Lösungen sprechen. Unser gesamtes Gesundheitssystem ist auf eine funktionsfähige Hochschulmedizin angewiesen“, sagt Prof. Dr. Heyo Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages.

Die Experten der Hochschulmedizin und aus dem Wissenschafts- und Gesundheitsbereich waren sich einig: Das mit der Föderalismusreform verankerte Kooperationsverbot von Bund und Ländern muss wieder fallen. Die Föderalismusreform war ein verfassungsrechtlicher Flop. Das Kooperationsverbot ist eine Fehlkonstruktion, dessen negative Folgen deutlich spürbar sind.

Der Gesetzgeber muss nun die Frage beantworten, welchen Gestaltungsspielraum der Bund künftig in der Forschungs- und Bildungspolitik einnehmen will. Während sich die vorherige Bundesregierung auf die Förderung der außeruniversitären Forschung konzentriert hat, muss sich die neue Regierungskoalition endlich wieder auf die staatlichen Universitäten und Universitätskliniken fokussieren.

Neben der Wissenschaftspolitik muss daher auch die Gesundheitspolitik wichtige Reformschritte gehen: „Im Rahmen der angekündigten Krankenhausreform muss ein Systemzuschlag für die deutschen Universitätsklinika eingeführt werden. Neben den Erlösen aus dem DRG-System und der Finanzierung von Investitionen durch die Länder muss eine dritte Säule aus Bundesmitteln und einem Zuschlag die Sonderaufgaben der Universitätsmedizin abdecken. Andere Länder haben schon lange eine solche Zusatzfinanzierung für die besonderen Aufgaben ihrer Universitätskrankenhäuser. Dazu zählen neben der Ausbildung künftiger Ärztegenerationen vor allem die Versorgung besonders schwerer Erkrankungen und der Aufgabenverbund von Forschung, Lehre und Krankenversorgung“, so Professor Michael Albrecht, Erster Vorsitzender des VUD.

Das Herbstforum unterstrich noch mal die Bedeutung einer neuen Finanzierung der besonderen Aufgaben der Hochschulmedizin in Forschung, Lehre und Krankenversorgung.

www.uniklinika.de

 

Rainer Erler erhält den Deutschen Regiepreis für das Lebenswerk

Rainer Erler hat Ende August seinen 80. Geburtstag gefeiert. Jetzt ehrt ihn der BUNDESVERBAND DER FILM- UND FERNSEHREGISSEURE e.V. (BVR) mit dem Deutschen Regiepreis METROPOLIS 2013 für ein Lebenswerk. Der Preis ist mit 20.000 EUR dotiert und wird vom BVR zusammen mit der Stiftung Kulturwerk als Ehrenpreis der VG Bild-Kunst, der Verwertungsgesellschaft der Bildkünstler vergeben. Die feierliche Preisverleihung findet in einer Gala am 24.11. 2013 in München statt. Dort werden auch die Jahres-Preisträger des METROPOLIS 2013, einer Auszeichnung von Regisseuren für Regisseure, überreicht.

Rainer Erler hat das Filmemachen von der Pike auf gelernt. Er begann als Regieassistent bei den Regiegrößen des deutschen Nachkriegsfilms, wie Rudolf Jugert, Wolfgang Liebeneiner, Kurt Hoffmann und kam über Franz Peter Wirth bald auch zum Fernsehen. Für die satirische Komödie „Seelenwanderung” (1962) um den Handel mit einer als Ware verpackten menschlichen Seele erhielt er u.a. den Ernst-Lubitsch-Preis. In den Folgejahren machte sich Erler als Regisseur von zeitkritischen, dabei oft satirisch zugespitzten Filmen einen Namen, etwa „Orden für die Wunderkinder” (1963) oder „Das Bohrloch oder Bayern ist nicht Texas” (1965), einem Fernsehfilm, den der BR partout nicht ausstrahlen wollte.

Mit „Die Delegation“ (1969/70), einer fiktiven Reportage über die Suche nach Außerirdischen, vertiefte Rainer Erler eine Genrefarbe im deutschen Fernsehen, für die er wenig später synonym werden sollte: Science Fiction. Er hat sich zunächst gegen dieses Etikett gewehrt, wollte nicht als Fantast, Träumer oder Geisterseher gelten. Seine SF-Filme waren denn auch keine märchenhaften Utopien, sondern er begriff sie als „Extrapolationen von Entwicklungen der Gegenwart, als Auseinandersetzungen mit den Folgen aktueller Entwicklungen in Wissenschaft und Technik“ (Olaf Brill).

Angeregt durch den Club of Rome-Bericht zu den „Grenzen des Wachstums“ und den sich anbahnenden ökologischen Zukunftsproblemen entstand Erlers fünfteilige Science-Thriller-Reihe „Das blaue Palais” (1974-1976) über eine Forschergruppe und deren Auseinandersetzung mit industrieller Profitgier und persönlicher Geltungssucht. Erlers Plädoyer für eine neue Wirtschafts- und Wissenschafts-Ethik war wichtig für die breite ökologische Diskussion in Deutschland, lange bevor es die Partei der Grünen gab.

In der Mischung aus Thriller und Aufklärungsfilm machte er ein Millionenpublikum mit wissenschaftlichen und ökologischen Themen vertraut. Und dies in spannender Erzählung, mit irritierender Bildsprache, starken Figuren, die keine Helden (mehr) sind und bei allem wissenschaftlichen Erkenntnisinteresse nicht wirklich Lösungen bieten. Die gibt es nur in den vereinfachten Genreformen des Unterhaltungskinos, zu dem sich Erler zwar formal, aber nicht in der thematischen Vereinfachung bekennt. Trotz knapper Budgets atmen seine Filme in der intelligenten Adaption von Genreversatzstücken stets etwas von (erheblich teureren) Hollywood-Filmen.

Filme wie „Plutonium” (1978) über verschwundenes, hochangereichertes Spaltmaterial, „Das schöne Ende dieser Welt” (1983) über die fragwürdigen Machenschaften europäischer Chemiekonzerne in Afrika, „Operation Ganymed” (1977) über eine Weltraummission, die zu einer verwüsteten Erde zurückkehrt, „Fleisch” (1979) über die skrupellosen Methoden von Organhändlern und „Die Kaltenbach Papiere” (1990) über ein Intrigenspiel um nukleare Sprengsätze waren einprägsame Erkundungen zu Moral und ihrer fehlenden gesellschaftlichen Verankerung. Man müsse nur „extrapolieren”, erläutert Rainer Erler seine Erkenntnis-Methode, in der zuweilen schonungslos die Krisenszenarien zutage treten: „Wer sich informiert, die Facts kennt und dann hochrechnet, kommt zu solchen Ergebnissen”, erläutert der Regisseur, der keineswegs ein Pessimist ist.

Viele der Science-Thriller Erlers sind inzwischen Kultfilme, werden aber relativ selten im TV gezeigt. Glücklicherweise liegen die meisten auf DVD vor. Einige Erler-Filme werden in einer kleinen Werkschau im Rahmen des Münchner Filmgipfels Moviecom518 zu sehen sein. Der außergewöhnliche Regisseur wird zudem in einer Lecture am 23.11. im Münchner HVB-Forum über sein Werk sprechen.

www.regieverband.de

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