Ost-West Begegnungen in Krieg und Frieden

Familie Karl Somplatzki Ende der 1930er Jahre. Foto: Somplatzki
Familie Karl Somplatzki Ende der 1930er Jahre. Foto: Somplatzki

Seit über einem Jahrhundert begegnen sich im Ruhrgebiet Menschen aus Ost und West. Die wechselvolle deutsch-polnische Geschichte hat in vielen Familien deutliche Spuren hinterlassen und das Leben der Menschen geprägt. Die Ausstellung „Ost-West-Begegnungen in Krieg und Frieden – Auf den Spuren einer Familiengeschichte“ im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover folgt dem Weg der Familie Somplatzki zwischen Masuren und dem Ruhrgebiet von den 1880er Jahren bis in die Gegenwart.

Sie basiert auf dem erfolgreichen Roman „Masurische Gnadenhochzeit“, in dem der bekannte Autor Herbert Somplatzki die Geschichte seiner Familie verarbeitet. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt zur Ausstellungseröffnung am Freitag (11.10.) um 20 Uhr in sein Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum ein. Der Autor wird anwesend sein. Der Eintritt ist kostenfrei.

In der Geschichte der Familie Somplatzki spiegelt sich die deutsch-polnische Geschichte wider. Wilhelm Somplatzki wanderte 1881 aus dem ländlichen Masuren in das Ruhrgebiet aus, um im Bergbau zu arbeiten. Nach den Bergarbeiterstreiks 1889 ging er zurück ins masurische Groß Dankheim. Dort arbeitete er im Frühjahr und Sommer in der Landwirtschaft. Die Wintermonate verbrachte er als Bergmann in den Zechen des Ruhrgebiets. Während des Ersten Weltkriegs musste seine Familie vor den Kampfhandlungen zwischen Deutschen und Russen fliehen.

Nach Kriegsende entschieden sich die Masuren für den Verbleib im Deutschen Reich. Sohn Karl Somplatzki nahm eine Arbeit im masurischen Staatsforst auf. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs musste die Familie mit Enkel Herbert Somplatzki erneut vor dem Krieg aus Masuren in den Westen fliehen. Die Rückkehr ins Heimatdorf zu Beginn des Jahres 1946 war nur von kurzen Dauer: Mitte 1946 wurden die Somplatzkis vertrieben und zogen in das Ruhrgebiet. Im Alter von 14 Jahren wurde Herbert Somplatzki Bergmann auf Zeche Auguste Victoria in Marl.

Seit Mitte der 1970er Jahren pflegt Herbert Somplatzki gute Beziehungen zu den Menschen in seinem masurischen Heimatdorf. Die wechselvollen deutsch-polnischen Beziehungen bilden seit Ende der 1980er Jahre den Mittelpunkt seiner literarischen Arbeit. Als Autor und Musiker gilt Somplatzki heute als wichtiger kultureller Brückenbauer zwischen Polen und Deutschland.

Die Ausstellung „Ost-West-Begegnungen in Krieg und Frieden – Auf den Spuren einer Familiengeschichte“ entstand 2005 als Kooperation des Westpreußischen Landesmuseums in Münster mit dem polnischen Regionalmuseum in Krokowa (Muzeum Regionalne w Krokowej) und war bereits in vielen Städten in Deutschland und Polen zu sehen. Im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover wird sie bis zum 3. November als Beitrag zu den interkulturellen Wochen „Pott-Püree 2013“ gezeigt.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen von „Pott-Püree 2013“:

Mittwoch, 17.10.2013, 19 Uhr
Vortrag „Mein Revier!“ 150 Jahre Zuwanderung ins Ruhrgebiet“. Historiker und Migrationsexperte Dietmar Osses gibt Einblicke in die Geschichte und Gegenwart der Zuwanderung ins Ruhrgebiet.

Mittwoch, 30.10.2013, 20 Uhr
Olé – StandUp-Migranten. Die Comedians mit Abdelkarim und Moderator Helmut Sanftenschneider präsentieren migrantische Augenblicke des Alltags zwischen Ghetto und Germanen.
Eintritt: 15 Euro. Karten unter 0234 6100-874 oder zeche-hannover@lwl.org

 

LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Günnigfelder Straße 251
44793 Bochum
Karte und Routenplaner

Kinder sollen im Kita-Alltag mitentscheiden und „Nein sagen“ dürfen

Das neue Bundeskinderschutzgesetz und seine Auswirkungen auf die Arbeit in Kindertageseinrichtungen stand am Dienstag (08.10.) im Mittelpunkt einer Arbeitstagung für Fachberaterinnen von Kindertageseinrichtungen des LWL-Landesjugendamtes. Dazu kamen rund 100 Fachberaterinnen auf Einladung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) nach Münster.

Dabei ging es vor allem um die Beteiligungsrechte der Kinder. „Das neue Gesetz fordert diese Rechte deutlicher als bisher ein. Denn aktiver Kindesschutz beginnt mit alters- und entwicklungsgerechter Beteiligung von Kindern“, so LWL-Expertin Anita Kässler „Die Kinder sollen im Kita-Alltag mitentscheiden und erfahren, dass ihre Entscheidungen auch Folgen haben. Sie sollen ‚Nein sagen‘ dürfen und eigene Grenzen setzen. Die Erzieherinnen müssen sich im Team einig sein, wo die Grenzen dieser demokratischen Teilhabe von Kindern liegen.“ Die Erwachsenen sollten ihre eigene Macht soweit wie es eben geht zurücknehmen, um die Kinder zu ihrem Recht kommen zu lassen. Dabei sei es Aufgabe der Fachberater, den Erzieherinnen Hilfe bei diesem Umdenken anzubieten. Wichtiger Partner in diesem Umsetzungsprozess seien die Eltern, ein ständiger Austausch zwischen allen Beteiligten sei sehr wichtig, so Kässler weiter.

Weitere Themen der Fachtagung waren die sichere Kita, die Aufsichtspflicht und übergriffiges Verhalten von Kindern.

Mehr Informationen dazu unter http://www.lwl.org/kita -> Materialen und Informationen.

LWL-Einrichtung:
LWL-Landesjugendamt, Schulen, Koordinationsstelle Sucht
Warendorfer Straße 25
48145 Münster
Karte und Routenplaner

Warum essen Menschen häufig zu viel?

Warum essen Menschen häufig zu viel? Ein Grund ist, dass sie die Portionsgrößen unterschätzen. Experimente eines internationalen Forscherteams unter Beteiligung der Universität Bonn ergaben, dass die Probanden die Portionen teils nur halb so groß wahrnahmen wie sie tatsächlich waren. Wenn die Testpersonen dagegen die angebotenen Speisen verlockend fanden, aber gleichzeitig wussten, dass diese ungesund sind, kam es zu deutlich besseren Schätzungen der Essenrationen. Die Ergebnisse, die nun im “Journal of Consumer Psychology” veröffentlicht sind, könnten auch Konsequenzen für Gesundheitskampagnen haben.

Konsumenten neigen dazu, Portionsgrößen zu unterschätzen: Eine 300 Gramm schwere Riesen-Schokoladentafel ist häufig genauso schnell verputzt wie eine herkömmliche 100 Gramm-Packung. Und trotz aller Warnungen erfreuen sich stark gesüßte XXL-Drinks großer Beliebtheit. Wer aber auf Dauer zu viel süße und stark fetthaltige Lebensmittel zu sich nimmt riskiert, zum Beispiel an Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken. Was führt dazu, dass Konsumenten Portionsgrößen tendenziell eher zu klein einschätzen?

Dieser Frage ging ein Forscherteam der Business School INSEAD in Frankreich zusammen mit dem Center for Economics and Neuroscience, dem Life & Brain Zentrum und dem Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) der Universität Bonn sowie der Rotterdam School of Management in den Niederlanden auf den Grund. Yann Cornil, ein Doktorand am INSEAD und Erstautor der Studie sagt: „Menschen, die gesund essen wollen, neigen dazu, sehr darauf zu achten, was sie Essen, aber nicht genug darauf, wie viel sie Essen. Dies ist ein Problem, da die Portionsgrößen in Restaurants in den letzten 15 Jahren enorm gestiegen sind.“

Kinder schätzten die Portionsgrößen nur halb so groß

Das internationale Forscherteam führte drei verschiedene Experimente mit Probanden unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Gesundheitseinstellungen durch. An einem Online-Experiment nahmen insgesamt 84 Grundschüler teil. Auf Fotos präsentierten ihnen Forscher der Universität Bonn zunächst Teller mit Schokoladenstückchen und kleinen Karotten, deren Anzahl ihnen mitgeteilt wurde. Die nächsten Bilder zeigten dann zunehmende Mengen, die die Kinder schätzen sollten. „Je größer die Rationen wurden, desto mehr unterschätzten die Grundschüler die Schokoladen- und Karottenmengen“, berichtet Prof. Dr. Bernd Weber, Leiter der NeuroImaging-Forschungsgruppe am Life & Brain Zentrum der Universität Bonn. Häufig empfanden die jungen Testpersonen die Portionen nur halb so groß, wie sie wirklich waren.

Kommt es bei Erwachsenen zu ähnlichen Fehleinschätzungen? Die französischen Forscher um Prof. Dr. Pierre Chandon legten 115 jungen Erwachsenen Packungen mit Gummibärchen vor, deren Gewicht sie schätzen sollten. Die Süßigkeit war teils als ungesunde Variante deklariert und zum anderen Teil als Nahrungsmittel mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen. Das Verlangen nach den beiden Arten von Gummibärchen steigerten die Forscher bei einem Teil der Probanden, indem diese vorher probieren durften. Auch hier zeigte sich wieder: Die Testpersonen, die vorher kosten durften und die „ungesunden“ Gummibärchen bekamen, schätzten die Portionsgrößen am genauesten ein.

Können Menschen, die auf ihre Gesundheit achten, Portionsgrößen besser einschätzen? Dies testeten die Forscher um Prof. Dr. Nailya Ordabayeva, indem sie aus einem Fitness-Studio in Rotterdam insgesamt 116 Männer und Frauen rekrutierten. Die Probanden wurden zunächst zu ihrem Gesundheitsbewusstsein befragt. Dann wurden wiederum Fotos mit unterschiedlichen Mengen Chips präsentiert, die entweder als fettreduziert oder normal ausgewiesen waren. Hier schätzten die Probanden am besten die Portionsgrößen, die sich selbst als gesundheitsbewusst einstuften und es mit der ungesunden Normal-Chips-Variante zu tun hatten.

Wichtige Ergebnisse für Ernährungskampagnen

„Die Nahrungsmenge kann offensichtlich dann besonders gut eingeschätzt werden, wenn Probanden das Angebotene verlockend finden und gleichzeitig wissen, dass es ungesund ist“, sagt Prof. Ordabayeva. Diese Ergebnisse sind laut Wissenschaftler wichtig für Ernährungskampagnen. „In früheren Studien am INSEAD konnten wir zeigen, dass unser Gehirn sehr schlecht darin ist, Veränderungen von Portionsgrößen zu unterscheiden. Im Durchschnitt schätzen wir eine Größenveränderung von 100 Prozent nur als 50 bis 70 Prozent größer ein. In dieser Studie konnten wir zeigen, wieso manche Menschen dies besser können als andere“, sagt Prof. Chandon.

Die derzeitige Strategie, durch Hinweise auf die Folgen ungesunder Ernährung einseitig auf Abschreckung zu setzen, funktioniere nach den jetzt vorliegenden Resultaten nicht, sagt Prof. Weber. Es sollten bei Ernährungstipps nicht nur die negativen Folgen zu süßer und zu fetthaltiger Lebensmittel hervorgehoben werden, sondern auch das positive Gefühl, wenn gesunde Lebensmittel schmecken. Diese Doppelstrategie führe absehbar zu einem genaueren Abschätzen des tatsächlichen Portionsbedarfs. Weitere Forschung zum Thema sei aber erforderlich.

Publikation: The Acuity of Vice: Attitude Ambivalence Improves Visual Sensitivity to Increasing Portion Sizes, “Journal of Consumer Psychology”, DOI: 10.1016/j.jcps.2013.09.007, Internet: http://www.sciencedirect.com/science/journal/aip/10577408

Weihnachtsmenü: Entenbrust mit Calvados-Rahmsauce

Weihnachtsmenü: Entenbrust mit Calvados-Rahmsauce Foto: www.Weihnachtsmenue.de
Weihnachtsmenü: Entenbrust mit Calvados-Rahmsauce
Foto: www.Weihnachtsmenue.de

Weihnachtsmenü: „Entenbrust mit Calvados-Rahmsauce“
(für 4 Personen)

Klare Gemüsebrühe mit Eierstich
1 Zwiebel
1 Möhre
1 Stück Sellerie
1 Petersilienwurzel
1 kleine Stange Lauch
2 EL Butter
1 1/2 l kaltes Wasser
Salz
Pfeffer
Muskat
2 Eier
100 ml Milch
Salz
Muskat

Das Gemüse waschen, putzen und klein schneiden. In heißer Butter kurz anrösten, mit dem Wasser aufgießen, würzen, gut 1 Stunde köcheln lassen, anschließend abseihen. Die Eier mit Milch gut verquirlen, würzen, in eine kleine, gebutterte Kastenform geben und solange im Wasserbad kochen, bis die Masse stockt. Mit einer Plätzchenform vier Sterne ausstechen, in Suppenteller legen und mit Gemüsebrühe auffüllen.

Entenbrust mit Calvados-Sauce
750 g vorgekochte Kartoffeln
Butter zum Einfetten der Form
0,2 l Sahne
Salz
Pfeffer
Muskat
2 Entenbrüste à 350 g
2 EL Butterfett
150 g Crème fraîche
1/2 TL Zucker
3 cl Calvados
1 Apfel
300 g Zuckerschoten
20 g Butter
1 Dose Babyäpfel (Kirschäpfel mit Stiel)

Kartoffeln in dünne Scheiben schneiden und in eine mit gebutterte Auflaufform legen. Sahne mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen, darüber gießen und das Ganze bei 200 °C im Ofen gut 20 Minuten backen. Inzwischen die Entenbrüste waschen, trocken tupfen, würzen und im heißem Butterfett mit der Hautseite nach unten ca. 5 Minuten anbraten. Umdrehen und nochmals einige Minuten braten. Die Entenbrüste aus der Pfanne nehmen und gut 5 Minuten mit der Fettseite nach oben im Ofen weiterbraten, anschließend warm stellen.

Den Fond mit Calvados löschen, eventuell entfetten, Crème fraîche zugeben, mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen. Aus dem geschälten Apfel einige Kugeln ausstechen und im Fond kurz mitschmoren lassen. Die Zuckerschoten putzen, in wenig Salzwasser kurz blanchieren, abtropfen lassen und in etwas heißer Butter schwenken. Die Entenbrust tranchieren, mit den Zuckerschoten und den abgetropften Babyäpfeln, dem Kartoffelgratin und der Calvados-Sauce servieren.

 

Camembert mit Waldfrüchten
150 g Camembert
300 g Waldfrüchte (TK)

Die Hälfte der Waldfrüchte fein pürieren. Den Camembert auf vier Dessertteller verteilen, mit dem Fruchtmus und den aufgetauten Waldfrüchten servieren.

Pro Person: 1.290 kcal (5.397 kJ), 56,6 g Eiweiß, 92,4 g Fett, 58,0 g Kohlenhydrate

 

Ente

Enten unterscheidet man nach der Art und dem Alter. Die Frühmastente oder junge Ente wird 3 Monate alt und etwa 2 kg schwer. Die „normale” Ente erreicht ein Gewicht von 2-3 kg bei einem Alter von 6 Monaten. Enten, die älter als 1 Jahr sind, weisen oft einen tranigen Geschmack auf. Flugenten unterscheiden sich von Hausenten durch ein fettärmeres und festeres Fleisch sowie einen intensiveren Geschmack. Wildenten schmecken nur, wenn sie jung sind. Ihr Fleisch ist fettarm und sollte deshalb mit Speck gespickt oder umwickelt werden. Eine besondere Art ist die Barbarie-Ente eine Kreuzung zwischen Flug- und Wildente. Am besten schmeckt Ente in den Monaten Oktober und Januar. Kauft man Tiefkühlware, so lässt man das Tier über Nacht auftauen. Man rechnet bei einem ganzen Tier mit 6-8 Stunden Auftauzeit, bei Teilstücken mit etwa 4 Stunden. 100 g Ente enthalten: 227 kcal (951 kJ), 18,1 g Eiweiß, 17,2 g Fett, 2,5 mg Eisen

 

 

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