Die Sendung mit der Maus hat für Donnerstag (3.10.) bundesweit zum „Türöffner-Tag“ aufgerufen. Aus diesem Anlass öffnet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem TextilWerk Bocholt am Tag der deutschen Einheit zwei ganz besondere Türen: die zum Arbeiterhaus und die zur Meisterbude.
„Tür auf“ in der Meisterbude – Anne Büning freut sich auf viele Mausfans. Foto: LWL
„Wir freuen uns richtig auf viele, viele Mausfans“, erklärte Anne Büning, die im Museum verantwortlich ist für das außergewöhnliche Programm am 3. Oktober. Im Arbeiterhaus machen die Mausfans eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert und leben ein paar Stunden wie vor 120 Jahren. In seiner Weberei öffnet das LWL-TextilWerk die Tür zur Meisterbude. Dort beginnt eine Rallye mit vielen Aufgaben. Vom Transport der Textilsäcke über kniffelige Rechenaufgaben bis hin zum Arbeiten mit Lochkarten und dem Wiegen von Kohle: Alles muss möglichst schnell erledigt werden. In Holzschuhen laufen die großen und kleinen Mausfans durch die Museumsfabrik, um schließlich vom Webmeister in seiner Bude ihr „Zeugnis“ zu bekommen. Zur Belohnung gibt es für die ersten 200 Mausfans auch eine Anstecknadel der Maus. Gestartet wird zwischen 14 Uhr bis 17 Uhr. „Die Aktion ist kostenlos und mit viel Glück besucht uns auch der WDR mit seiner Maus“, erklärt Martin Schmidt, wissenschaftlicher Referent des LWL-Industriemuseums.
Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster hat mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen eine Renaissancekassette aus dem Jahr 1597 erworben. Es handelt sich um ein Prunkstück der süddeutschen Möbelkunst und wurde wohl in deren Zentrum, der Reichsstadt Augsburg, gefertigt.
Die prunkvolle Kassette aus dem 16. Jahrhundert hat das LWL-Museum für Kunst und Kultur mit Hilfe des Landes Nordrhein-Westfalen erworben. Foto: LWL
Dort hatte man sich auf die Herstellung von Möbeln mit kunstvollen Einlegearbeiten aus unterschiedlichen Hölzern spezialisiert. Auch die Neuerwerbung ist mit solchen Intarsien geschmückt. Sie zeigen auf dem Deckel eine Darstellung des Weltgerichtes, bekrönt von zwei prächtigen Wappen und an den Seiten sehr fein gearbeitete Ornamentfelder aus Blüten, Beeren, Vögeln und geometrischen Mustern. Im Inneren versteckt sich eine frivol aufgeladene Szene, in der ein Mönch eine Nonne züchtigt. Die hohe Qualität der Intarsien spiegelt sich auch in der dekorativen Eleganz der Eisenbeschläge wider, die als Scharniere dienen.
„Die Prunkkassette aus Augsburg aus dem Jahr 1597 ist in Technik und Thematik ein außergewöhnliches Objekt. Sie stellt eine höchst gelungene Ergänzung zum ‚Wrangelschrank‘ dar, einem der Hauptwerke des Museums in den Sammlungen zur alten Kunst“, erklärt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale. Der „Wrangelschrank“ ist ein „Spitzenerzeugnis“ der Augsburger Kabinettschränke. Seine meisterhaft gearbeiteten Intarsienbilder, in denen sich ein humanistisch geprägtes Weltbild zeigt, machen ihn einzigartig. „Er wird gemäß seiner Bedeutung zur Neueröffnung des Museums im Herbst 2014 in einem eigenen Raum hervorgehoben präsentiert. Aus diesem Grund hat das LWL-Museum den Kabinettschrank 2010 mit Mitteln des Landes NRW restaurieren lassen.“
„Die aus dem Handel erworbene Prunkkassette vollendet diesen neuen Ausstellungsraum“, so Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold. Das Konzept für den Raum sieht vor, dass neben dem „Wrangelschrank“ ein weiteres Objekt zum Thema Kunstkammer gezeigt wird. Die Besucher werden auch von dem darüber liegenden Geschoss einen Einblick in den Kunstkammer-Raum haben. „Für diese spannende Architektur eignet sich die Prunkkassette sehr gut: Zum einen durch ihre Größe und zum anderen durch die kontrastreiche Darstellung der Holzintarsien, die den Bezug zu den Bildwelten des ‚Wrangelschrankes‘ herstellen“, so Arnhold.
„Mit der Erwerbung dieses hochkarätigen Objektes wird die Sammlung des LWL-Museums für Kunst und Kultur in einzigartiger Weise ergänzt und die Kontur des Sammlungsprofils verstärkt. Das Land NRW begrüßt und fördert ausdrücklich ein solches Konzept“, führt Dorothee Feller, Regierungsvizepräsidentin in Münster aus.
Dr. Angelika Lorenz, Kustodin des LWL-Museums für den Sammlungsbereich alte Kunst, freut sich, dass der Ankauf der Prunkkassette geglückt ist. „Über seine unbestrittene hohe künstlerisch-handwerkliche Qualität hinaus vermittelt das Behältnis viel Lebensbezug zu seiner Entstehungszeit. Über die Wappen lassen sich seine adeligen Auftraggeber identifizieren, die wohl aus Anlass ihrer Hochzeit das Schatzkästchen anfertigen ließen. Es diente zur Aufbewahrung wichtiger familiärer Dokumente und privater Kostbarkeiten. Seine Intarsienbilder erzählen in ungewöhnlicher, spannender Weise vom Blick auf Ehe und Erotik, Leben und Tod.“
Zurück in die Frühzeit des Eisenhüttenwesens führt am Freitag, 27. September, eine Veranstaltung im LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt um 19.30 Uhr zu einem Vortrag über die Luisenhütte im sauerländischen Balve-Wocklum ein. In seinem reichlich bebilderten Vortrag stellt Museumsleiter Stephan Sensen dieses Technikdenkmal und dessen Geschichte vor.
In Balve können Besucher die geschichtlichen Wurzeln der Hüttentechnologie des Ruhrgebiets noch heute erleben. In der Luisenhütte wurde von 1758 bis 1864 mit Wasserkraft und Holzkohle eine Hochofenanlage betrieben. Das komplett erhaltene frühindustrielle Hüttenensemble mit Eisengießerei ist einzigartig in Deutschland. Das Denkmal wurde bereits 1950 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ist seit 2006 ein Industriemuseum.
Rinderbraten mit Rosenkohl und Kartoffelgratin Foto: www.weihnachtsmenue.de
Rinderbraten mit Rosenkohl und Kartoffelgratin
(für 6 Personen)
1,5 kg Rinderbraten aus der Hüfte oder aus der Oberschale
6 ganze Schalotten
2-3 Möhren
1 Stück Knollen-Sellerie
4 EL Sonnenblumenöl
1/2 l heiße Gemüsebrühe
1/4 l Rotwein
4-6 Nelken
1 Stück Zimtstange
6 Pfefferkörner
Pfeffer
Salz
Muskat
1-2 EL Mehl
900 g vorwiegend festkochende Kartoffeln
3/8 l Milch
2 Zwiebeln
150 g Bergkäse
1 EL Butter
4 Eier
750 g Rosenkohl
Das Fleisch kalt abbrausen und trockentupfen. Das Gemüse schälen und klein schneiden. Das Öl in einem Bräter erhitzen und das Fleisch darin rundherum kräftig anbraten. Das Gemüse zugeben, mit anrösten. Den Braten mit Gemüsebrühe und Wein angießen. Nelken, Zimtstange und Pfefferkörner zugeben und das Fleisch zugedeckt garen. Nach 1 1/2 Stunden den Braten herausnehmen und im vorgeheizten Backofen warmstellen. Die Sauce durch ein Sieb gießen, mit Pfeffer, Salz und etwas Muskat abschmecken und mit etwas Mehl binden.
Für das Kartoffelgratin die Kartoffeln schälen, waschen und in dünne Scheiben schneiden. Mit heißer Milch übergießen und abkühlen lassen. Zwiebeln schälen und in Scheiben schneiden. Kartoffeln abgießen und die Milch auffangen. Den Bergkäse reiben. Eine Auflaufform buttern, Kartoffeln und Zwiebeln einschichten, dabei mit Pfeffer, Salz und Muskat kräftig würzen und mit dem geriebenen Käse bestreuen. Die Milch mit den Eiern verquirlen, über die Kartoffeln gießen, im Backofen 30-40 Minuten garen, bis die Kruste goldgelb und knusprig ist. Inzwischen den Rosenkohl putzen, waschen und in wenig Wasser 10-12 Minuten kochen, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und abtropfen lassen.
Pro Person: 801 kcal (3353 kJ), 75,2 g Eiweiß, 40,7 g Fett, 33,2 g Kohlenhydrate
Tipp: Artischockensaft für die Verdauung
Bei deftiger Hausmannskost, insbesondere fetthaltigem Essen, ist Artischocke ideal. Die Wirkstoffe der Artischocke regen den Gallenfluss an und unterstützen so die Entgiftungstätigkeit der Leber. Sie fördern zudem die Fettverdauung und verhindern Völlegefühl und Blähungen. Da Artischockensaft sehr bitter schmeckt, am besten mit Wasser oder Gemüsesäften mixen. Artischockensaft (z. B. von Schoenenberger) gibt es in Apotheken und Reformhäusern.