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„Weselsky will die Spaltung der Belegschaft“

Anlässlich des kleinen Gewerkschaftstages der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Fulda äußert deren Chef Alexander Kirchner in hr1 deutliche Kritik an GDL-Chef Claus Weselsky und seiner Streiktaktik: „Er schadet nicht nur der Bahn, er schadet der Gewerkschaftsbewegung, weil er eine andere Gewerkschaftslandschaft haben will.“ Verschiedene Tarifverträge für gleiche Berufsgruppen bei der Bahn lehnt EVG-Chef Kirchner in hr1 ab: „Wir haben bei der Bahn bessere Tarifabschlüsse herausgeholt als die GDL. Es ist also völlig falsch, dass diese Organisation effektiver für die Interessen der Beschäftigten kämpft!“

Früher hätten die verschiedenen Bahngewerkschaften gemeinsam für ihre Interessen gekämpft, so Kirchner weiter in hr1. „Der Unterschied zwischen Weselskys und unserer Position ist, dass wir in Partnerschaft und Kooperation Tarifpolitik gestalten wollen, während Herr Weselsky die Spaltung der Belegschaft will.“ Der EVG-Chef plädiert im Gespräch für die Erhaltung des Mehrheitsprinzips, das den größeren Gewerkschaften mehr Entscheidungsrechte einräumt. Den Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles für eine Tarifeinheit lehnt Kirchner in der jetzigen Form allerdings ab. Die Regelungen darin könnten „am Ende sogar zu einer Radikalisierung der Tarifpolitik führen“.

Lasagne mit Käsesauce

Lasagne mit Käsesauce Foto: Wirths PR
Lasagne mit Käsesauce
Foto: Wirths PR

Lasagne mit Käsesauce
(für 4 Personen)

2 Zwiebeln
2 EL Olivenöl
400 g Hackfleisch (halb & halb)
100 g Champignons
1 Dose stückige Tomaten (400 g)
Salz
Pfeffer
Paprika
Muskat
Petersilie
1 Packung Lasagneblätter (250 g)
200 g Schmelzkäse mit Champignons
0,1 l Milch

Zwiebeln klein hacken und in etwas Olivenöl andünsten. Hackfleisch zugeben und abrösten. Champignons putzen, waschen, blättrig schneiden. Mit den Tomaten an die Hackfleischmasse geben und gut durchkochen. Mit den Würzzutaten abschmecken. Eine hitzefeste Form leicht mit Öl ausstreichen und abwechselnd die Lasagneblätter und die Hackfleischmasse einschichten. Schmelzkäse in heißer Milch lösen und über die über die letzte Lasagnelage verteilen. Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C ca. 30 Minuten überbacken.

Pro Person: 696 kcal (2909 kJ), 36,9 g EW, 37,8 g Fett, 51,3 g Kohlenhydrate

Gesundheitstipp: Artischockensaft erleichtert die Fettverdauung

Bei reichlichem Essen, insbesondere fetthaltigem, ist Artischocke ideal. Die Wirkstoffe der Artischocke regen den Gallenfluss an und unterstützen so die Entgiftungstätigkeit der Leber. Sie fördern zudem die Fettverdauung und verhindern Völlegefühl und Blähungen. Da Artischockensaft sehr bitter schmeckt, am besten mit Wasser, Gemüsesäften oder Joghurt mixen. Artischockensaft gibt es in Apotheken und Reformhäusern.

Landesverfassungen unter der Lupe

Tier-, Umwelt- und Nichtraucherschutz oder das Recht auf eine Wohnung: Die Staatsziele, die jedes Bundesland ganz individuell in seine Verfassung aufnimmt, sind so unterschiedlich wie die jeweiligen politischen Machtverhältnisse. 25 Jahre nach der Wende befasst sich ein wissenschaftliches Projekt an der Universität Leipzig mit den Landesverfassungen. PD Dr. Werner Reutter vom Institut für Politikwissenschaft untersucht seit einem Jahr in dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt „Muster und Determinanten der Verfassungspolitik in den deutschen Bundesländern“ Gemeinsamkeiten und Unterschiede in diesen wichtigen Leitlinien.

„Ich untersuche unter anderem, inwieweit die Verfassungen in den Bundesländern von bundes- und europapolitischen Entwicklungen geprägt sind“, erklärt Reutter und nennt als markantes Beispiel die Schuldenbremse. Diese verfassungsrechtliche Regelung, die 2009 von der Föderalismuskommission zur Begrenzung der Staatsverschuldung beschlossen wurde, sei in einigen Landesverfassungen verankert, in anderen nicht. „Die Verfassungen der Länder sind in den vergangenen Jahren unterschiedlich häufig und in unterschiedlicher Reichweite verändert worden“, sagt der Politikwissenschaftler, der für sein Projekt unter anderem Gespräche mit Landtagsabgeordneten führt und Dokumente wie Zeitungen auswertet.

Während in Sachsen seit Anfang 1992, dem Jahr der Verabschiedung, nur einmal die Verfassung geändert wurde – zur Annahme der Schuldenbremse – habe es in Brandenburg schon acht Änderungen gegeben. Relativ häufig hätten Berlin und Rheinland-Pfalz ihre Verfassungen mit der stets notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament geändert, allerdings seit 1950 beziehungsweise 1947: Berlin 43-mal, Rheinland-Pfalz 37-mal. Grund für diese Unterschiede seien unter anderem die politischen Verhältnisse.

Während im eher konservativen, CDU-regierten Sachsen die Verfassung kaum geändert worden sei, herrsche beispielsweise im Land Brandenburg ein anderes Politikverständnis vor. „Hier wird die Opposition stärker in die Politik einbezogen. In Brandenburg waren von Beginn an viele Staatsziele wie zum Tier- und Umweltschutz und soziale Grundrechte wie das Recht auf eine Wohnung in die Verfassung aufgenommen. In dieser Tradition steht auch die 2013 in die Verfassung aufgenommene Antirassismusklausel“, berichtet Reutter. Der Politikwissenschaftler weist darauf hin, dass all diese Klauseln keinen einklagbaren Rechtsanspruch begründen, sondern eher als politische Bekenntnisse zu betrachten seien. Dies sei auch der Grund, weshalb Staatsrechtler diese Thematik kritisch betrachten.

Im Rahmen seines Projektes, das zunächst bis März 2016 läuft, will Reutter unter anderem die Verfassungen Bayerns, Baden-Württembergs und des Saarlandes unter die Lupe nehmen.

Evolution der Konkurrenzfähigkeit

Alle Lebewesen sind Konkurrenzdruck ausgesetzt. Individuen unterscheiden sich aber stark darin, wie sie mit dieser Herausforderung umgehen. Beim Menschen zum Beispiel setzen manche alles daran, erfolgreicher zu sein als andere, um besseren Zugang zu wichtigen Ressourcen zu erhalten. Andere dagegen lassen es ruhiger angehen und machen das Beste aus dem Wenigen, das sie bekommen. Forscher der Universitäten Bonn, Bielefeld und Groningen zeigen, warum die Evolution von Wettbewerbsfähigkeit eine derartige Vielfalt erzeugt und wie eine einseitige Favorisierung von besonders kompetitiven Individuen eine Population in den Ruin treiben kann. Die Studie ist nun im Fachjournal „Nature Communications“ erschienen.

Das Wissenschaftler-Team der Universitäten Bonn, Bielefeld und Groningen entwickelte theoretische Modelle, um die Evolution von Wettbewerbsfähigkeit in Organismen zu analysieren. „Für unsere Untersuchungen haben wir uns am Beispiel des Paarungsmarktes orientiert“, sagt Erstautor Dr. Sebastian Baldauf vom Institut für Evolutionsbiologie und Ökologie der Universität Bonn. Bei vielen Arten entwickeln Individuen Merkmale, wie zum Beispiel Waffen, die bei der Konkurrenz um Ressourcen mit anderen Artgenossen einen Vorteil bieten. Gleichzeitig sind aber derartige Merkmale auch mit Kosten verbunden: Die Verteidigung eines großen Territoriums erfordert derart viel Zeit und Energie, dass zum Beispiel die Brutpflege zu kurz kommt.

Im Modell wird darum angenommen, dass eine Erhöhung der Konkurrenzfähigkeit den Zugang zu besseren Ressourcen ermöglicht, aber gleichzeitig verhindert, diese Güter in vollem Umfang für die eigene Reproduktion ausnutzen zu können. Das Modell sagt unter diesen Bedingungen voraus, dass im Laufe der Evolution ein großes Maß an Vielfalt entsteht: Ein Teil der Population ist dann äußerst kompetitiv und bekommt den Löwenanteil der höherwertigen Ressourcen, während der Rest sich dem Konkurrenzkampf erst gar nicht aussetzt und sich mit weniger zufrieden gibt.

Sind die Unterschiede in den Ressourcen dagegen groß, kommt es zu Zyklen in der Konkurrenzfähigkeit. In diesem Fall entsteht zunächst eine Art Waffenwettlauf. Irgendwann ist dann aber eine Grenze erreicht, bei der die Investitionskosten in die eigene Wettbewerbsfähigkeit den Nutzen überschreiten. Die Konkurrenzfähigkeit bricht ein, bis dann nach einiger Zeit der Waffenwettlauf aufs Neue beginnt. Dr. Baldauf: „Unser Modell kann somit unter sehr plausiblen Annahmen sowohl die Koexistenz von alternativen Wettbewerbsstrategien als auch die wahrgenommenen großen Schwankungen in der Konkurrenzfähigkeit von Organismen erklären.“

Märkte heizen Konkurrenz an

Bei vielen Organismen konkurrieren in der Regel die Männchen um Ressourcen, während die Weibchen das wählerische Geschlecht bei der Partnerwahl sind. Die Forscher untersuchten daher auch die Möglichkeit, dass Weibchen Vorlieben für verschiedene Konkurrenzstrategien bei Männchen entwickeln konnten. „Auf dem Paarungsmarkt entsteht eine starke Präferenz der Weibchen für sehr wettbewerbsfähige Männchen, welche hoch qualitative Ressourcen besitzen“, sagt Dr. Leif Engqvist von der Abteilung Evolutionsbiologie der Universität Bielefeld. Dies mache biologisch Sinn, da solche Männchen augenscheinlich mehr Ressourcen für die Reproduktion der Weibchen bieten. Jedoch werden dadurch die Männchen angeheizt, mehr als notwendig in ihre Konkurrenzfähigkeit zu investieren – selbst wenn es nur wenig zu gewinnen gibt. Unter ökologisch schlechten Bedingungen kann dies dazu führen, dass die Anforderungen an die Männchen den Wert der Ressource überschreiten, was letztendlich zum Aussterben der Population führen kann.

Unter bestimmten Bedingungen können jedoch auch Paarungsmärkte entstehen, bei denen sich die Weibchen in ihren Vorlieben für verschiedene Männchen unterscheiden. Wenn Männchen die Kosten des Wettbewerbs vermeiden, können sie durch den umsichtigen Umgang mit etwas geringeren Ressourcen einen ähnlichen Erfolg erzielen wie die wettbewerbsorientierten Artgenossen.

„Es ist immer Vorsicht geboten, wenn man derartige Befunde von evolutionären Modellen auf den Menschen übertragen möchte“, sagt Prof. Dr. Franjo Weissing vom Zentrum für ökologische Evolutionsstudien der Universität Groningen (Niederlande). Aber es erscheine durchaus plausibel, dass ganz ähnlich gelagerte Prozesse beim Menschen dazu führen, dass sich Gesellschaften stark in ihrem Nachdruck auf Konkurrenzfähigkeit unterscheiden und dass innerhalb einer Gesellschaft sehr starke Unterschiede in den Wettbewerbsstrategien bestehen. Eine einseitige Favorisierung von vermeintlich erfolgreichen, wettbewerbsorientierten Individuen könne in großem Maßstab zur Verschwendung von Ressourcen führen.

Publikation: Baldauf, S. A., Engqvist, L. & Weissing, F. J.: Diversifying evolution of competitiveness. Nature Communications, DOI: 10.1038/ncomms6233

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