Kategorie-Archiv: Neu

Qualitätsverluste bei Bauprodukten zu befürchten

„Mit dem jetzt ergangenen Urteil des Europäischen Gerichtshofs, mit dem Deutschland untersagt wird, zusätzliche Qualitätsanforderungen an Bauprodukte zu stellen, ist die bewährte Qualität von Bauprodukten in Deutschland gefährdet. Wir sehen die Bundesregierung und die Bauaufsichtsbehörden in der Pflicht, wesentliche Anforderungen an Bauprodukte, die den Schutz von Leben, Gesundheit und Umwelt tangieren, entweder auf europäischer Ebene durchzusetzen oder einen Lösungsweg für eine nationale Regulierung zu finden.“ Dies erklärten die Vizepräsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes und des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Wolfgang Paul und Dipl.-Ing. Klaus Pöllath, heute in Berlin.

Obgleich sich das Urteil nur auf drei im Verfahren konkret benannte Produktkategorien und auf die inzwischen nicht mehr gültige, im Jahr 2013 durch die EU-Bauproduktenverordnung abgelöste EG-Bauproduktenrichtlinie beziehe, seien negative Konsequenzen auch für eine weitaus größere Zahl bislang nach deutschen Qualitätsstandards hergestellte, durch akkreditierte Prüfinstitute fremdüberwachte und mit einem Ü-Kennzeichen versehene Bauprodukte möglich, befürchten Paul und Pöllath.

Deutschland sei deshalb gefordert, alle wesentlichen bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsanforderungen an Bauprodukte so festschreiben, dass Hersteller auch künftig angehalten bleiben, diese vollständig nachzuweisen, forderte Paul. Eine Verlagerung dieser Verantwortung auf den Anwender oder den privaten Verbraucher sei undenkbar. Bauschaffende müssten sich auf die Verwendbarkeit von Bauprodukten verlassen können.

Gleichzeitig müsse Deutschland die im Europäischen Recht gegebenen Spielräume nutzen und die Nachbesserung lückenhaft harmonisierter europäischer Normen konsequenter als bisher einfordern, betonte Pöllath. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie habe der Bundesregierung bereits vor Jahren nahe gelegt, mangelhafte europäische Normen zurück zu weisen und sogar selbst versucht, dies vor dem Europäischen Gerichtshof einzuklagen.

Mit Urteil vom 16. Oktober 2014 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Bundesrepublik Deutschland der Vertragsverletzung wegen Verstoßes gegen EG-Bauproduktenrichtlinie für schuldig befunden, zusätzliche Anforderungen für den wirksamen Marktzugang und die Verwendung von Bauprodukten in Deutschland gestellt zu haben. Damit muss Deutschland sein bisheriges Verfahren aufgeben, mit dem essentielle Qualitätsanforderungen an Bauprodukte national in Bauregellisten nachgeregelt wurden, wenn entsprechende Anforderungen in diesbezüglich mangelhaften Europäischen Normen fehlen. Anstatt mangelhaft harmonisierte Europäische Baustoffnormen auf dem dafür vorgesehenen Verfahrensweg konsequent zurück zu weisen, habe Deutschland diese über Jahre akzeptiert und bauaufsichtlich erforderliche Zusatzanforderungen in unzulässiger Weise national aufgebaut, hieß es in der Urteils-begründung.

Quelle: http://www.bauindustrie.de

Weltmännertag: Männergesundheit beginnt beim Jungen

Ob Weltmännertag am 3. November, internationaler Männertag am 19. November oder die weltweite Spendenkampagne für Prostatakrebsforschung und Männergesundheit „Movember“: Der Herbst steht ganz im Zeichen des gesundheitspolitisch noch immer stark vernachlässigten starken Geschlechts.

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) appellieren an die Männer, ihre Gesundheitskompetenz zu schärfen und vorhandene Gesundheitsangebote besser zu nutzen – und zwar in jeder Altersgruppe. Sie selbst halten dafür diverse Ratgeber sowie ein umfangreiches Angebot medizinischer Informationen für Interessierte und Patienten auf ihrer Website (www.urologenportal.de) vor und setzen sich mit regelmäßigen Laienforen für die öffentliche Aufklärung ein.

Männergesundheit beginnt bereits beim Jungen, betonen Urologen zum Weltmännertag 2014. Praktisch bedeutet das zum Beispiel die frühzeitige Feststellung medizinischer Fehlbildungen, die Einhaltung eines altersgerechten Impfplans, rechtzeitige Aufklärung über Verhütung und sexuell übertragbare Infektionen sowie die Aufklärung über Selbstuntersuchung zur Früherkennung von Hodenkrebs. „Männliche Jugendliche sind eine wichtige Zielgruppe, um die Männergesundheit langfristig zu verbessern“, sagt DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch. „Wir wollen die Jungen frühzeitig sensibilisieren und ihr Gesundheitsbewusstsein wecken, sodass der Gang zum Arzt so selbstverständlich wie bei Mädchen und Frauen wird.“

Zu diesem Zweck engagieren sich DGU und BDU derzeit auf zwei Ebenen. „Zum einen sind wir dabei, eine Jungensprechstunde in urologischen Praxen zu etablieren, die den Jungen auch in der Pubertät einen ärztlichen Ansprechpartner bietet und damit eine Lücke im Männerleben schließt“, so BDU-Pressesprecher Dr. Wolfgang Bühmann. Zum anderen kooperieren die Urologen mit der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. bei der gesundheitlichen Bildung von Jungen in Schulen.

Was Männer im Laufe ihres Lebens zur „Prävention urologischer Erkrankungen“ von Blase, Nieren und Prostata, für Potenz und Fruchtbarkeit tun können, bringt der gleichnamige Ratgeber von DGU und BDU auf den Punkt. Aufklärung über Prostatakrebsfrüherkennung empfehlen Deutschlands Urologen allen Männern ab 45 Jahren. Nicht zuletzt appellieren die Experten für Männergesundheit am diesjährigen Weltmännertag, altersbedingte urologische Erkrankungen des Mannes wie die gutartige Prostatavergrößerung, Testosteronmangel oder die Erektile Dysfunktion im Sinne einer guten Lebensqualität und der Vermeidung von Folgeerkrankungen abklären und behandeln zulassen.

Weitere Informationen und alle Ratgeber der Urologen finden Interessierte jeden Alters – nicht nur an Männertagen – auf www.urologenportal.de

Quelle;  http://www.urologenportal.de

Omics-Technologien teilen

Das CeBiTec betreibt fortschrittliche Technologieplattformen für Bioinformatik und Genomforschung. Das Foto zeigt ein modernes Sequenziergerät zur Entschlüsselung von gene-tischen Bauplänen und zur Bestimmung von Genaktivitäten. Foto: Universität Bielefeld
Das CeBiTec betreibt fortschrittliche Technologieplattformen für Bioinformatik und Genomforschung. Das Foto zeigt ein modernes Sequenziergerät zur Entschlüsselung von gene-tischen Bauplänen und zur Bestimmung von Genaktivitäten. Foto: Universität Bielefeld

Die Nationalakademie Leopoldina arbeitet in ihrem neuen Zukunftsreport Wissenschaft die Bedeutung der Omics-Technologien heraus. Mit diesen Techniken lassen sich die Biomoleküle einer Zelle rasant und fast vollständig erfassen: vom Erbgut über Proteine bis hin zu Stoffwechselprodukten. Die Nationalakademie warnt davor, dass deutsche Forschungseinrichtungen in diesem Bereich international den Anschluss verpassen.

Sie schlägt vor, Einrichtungen mit Omics-Geräten bundesweit als Netzwerk zusammenzuschließen, um den Zugang zu den neuen Verfahren zu erleichtern und fordert eine stra-tegische Finanzierung dieses Netzwerks durch den Bund. An der Universität Bielefeld treibt das Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) die Omics-Technologien voran. „Wir arbeiten schon heute als Expertenzentrum für diese Technologien und sind bereit, bei einer Netzwerk-Gründung eine führende Rolle zu übernehmen“, sagt Professor Dr. Thomas Noll, Wissenschaftlicher Direktor des CeBiTec.

Mit dem Begriff Omics werden Forschungsfelder zusammengefasst, die Bausteine des Lebens und Lebensprozesse untersuchen: In der Genomik geht es etwa um die Gesamtheit der Gene von Lebewesen, während die Proteomik mit der Gesamtheit der Proteine erforscht und die Transkriptomik die aktiven Gene ermittelt. Möglich wird diese Forschung durch Hochdurchsatz-Analysen mit Geräten, die fast gänzlich automatisch die Biomoleküle aus Gewebeproben oder anderen biologischen Proben untersuchen. So können zum Beispiel gleichzeitig die Ge-ne, Proteine und die Stoffwechselprodukte einer Probe erfasst werden. Dabei entstehen riesige Datenmengen, die nur mit Großrechnern ausgewertet und bewältigt werden können. Nötig für die Auswertung sind Methoden aus der Bioinformatik.

Das CeBiTec hat seit mehr als zehn Jahren Omics-Analysen entwickelt und die „Technologieplattform Genomik“ aufgebaut. Parallel hat das CeBiTec die „Technologieplattform Bioinformatik“ etabliert, mit der die Daten aus den Omics-Messungen ausgewertet werden. Dafür wurden spezialisierte Software-Pakete entwickelt und ein Hochleistungsrechencluster installiert. „Die Kombination dieser Technologieplattformen ist bundesweit einzigartig“, sagt Pro-fessor Dr. Thomas Noll.

Damit auch andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von dieser Ausstattung profitieren können, ermöglicht das CeBiTec ihnen die Nutzung der beiden Plattformen. Wissenschaftler können biologische Proben zur Omics-Untersuchung ans CeBiTec schicken und die Analyse-Daten später mit dem Rechnercluster des CeBiTec auswerten. Der Zugriff auf die Rechner erfolgt passwortgeschützt via Internet. „Dass wir unsere technische Infrastruktur mit anderen teilen, ist ganz im Sinn der Nationalakademie Leopoldina. In ihrem Zukunftsreport fordert sie eine angemessene Auslastung vorhandener Geräte“, sagt Noll.

Praktisch genutzt werden Omics-Technologien heutzutage zum Beispiel für die Entwicklung von Bakterien für die industrielle Biotechnologie. Für die Landwirtschaft dient die Technologie als Grundlage für die Züchtungen ergiebiger und widerstandsfähiger Pflanzen. Zudem werden Omics-Technologien in der personalisierten Medizin eingesetzt, wenn zum Beispiel das Ergbut eines Menschen untersucht wird, um sicherzustellen, dass sein Organismus auf eine bestimmte Therapie anspricht. „Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre sind große Anstrengungen nötig, um Omics-Technologien bundesweit in ausreichendem Maß anzusiedeln“, sagt Professor Dr. Alfred Pühler. Er ist Mitgründer des CeBiTec und Mitautor des Zukunftsreports der Leopoldina.

Weitere Informationen im Internet:
http://www.leopoldina.org/de/publikationen/empfehlungen-stellungnahmen

Hilfe zum Lebensunterhalt gestiegen

Am Jahresende 2013 erhielten in Deutschland rund 370 000 Personen
Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem 3. Kapitel des Zwölften Buches
Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“). Wie das Statistische Bundesamt
(Destatis) weiter mitteilt, stieg die Zahl der Hilfebezieher im Vergleich zum
Vorjahr um 8,1 %.

Quelle/Text/Redaktion: www.destatis.de

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...