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Erweiterte Regeln für Inkassoschreiben

Rund 20 Millionen außergerichtliche Mahnschreiben verschicken Inkassounternehmen jedes Jahr. Über 5 Milliarden Euro an ausstehenden Zahlungen führen sie so ihren gut 500.000 Auftraggebern zurück, darunter Handelsunternehmen, das Handwerk, Finanzdienstleister und die öffentliche Hand.

„Vielen Verbrauchern ist gar nicht klar, dass jeder automatisch die höheren Preise mitbezahlt, die ein Unternehmen zur Deckung von Forderungsausfällen einkalkulieren muss. Die Inkassowirtschaft hilft, diesen Betrag möglichst gering zu halten. Das verhindert zudem viele Insolvenzen und sichert zahlreiche Arbeitsplätze“, erklärt Kay Uwe Berg, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU), aus Anlass der Einführung erweiterter Informationspflichten für die Branche.

Ab dem 1. November sind Inkassounternehmen ebenso wie Rechtsanwälte beim Forderungseinzug nun auch formal dazu verpflichtet, detaillierte Informationen über ihren Auftraggeber sowie über die Hauptforderung, Zinsen und Inkassokosten klar und verständlich an Verbraucher zu übermitteln. Auf Nachfrage müssen sie ergänzend weitere Angaben wie etwa die ladungsfähige Anschrift ihres Auftraggebers mitteilen.

Nach den Regelungen zur Höhe der erstattungsfähigen Inkassovergütung und zur in einigen Details veränderten Aufsicht, die beide bereits seit Oktober 2013 gelten, komplettieren die Informationspflichten die vom Gesetzgeber angeschobenen Neuregelungen im Bereich Inkasso.

Berg kommentiert: „Die erweiterten Darlegungs- und Informationspflichten schaffen jetzt sehr große Transparenz beim Forderungsmanagement. Auch wenn der personelle und technische Aufwand und das zusätzlich vorzuhaltende Datenvolumen enorm sind und in manchen Branchen erst die Rechtspraxis zeigen wird, auf welche genauen Daten beispielsweise im Hinblick auf den Vertragsschluss abzustellen ist: Die neue Rechtslage ist gut für Verbraucher und Wirtschaft.“

Der BDIU-Hauptgeschäftsführer erneuerte in diesem Zusammenhang im Namen der Inkassowirtschaft das auch von Bundesjustiz- und Verbraucherschutzminister Heiko Maas unterstützte Angebot an Verbraucherschützer und Schuldnerberater, Praxisfragen im Zusammenhang mit der Rechtsanwendung des Gesetzes im Dialog zu klären.

Quelle: http://www.inkasso.de

Weltmännertag: Männergesundheit beginnt beim Jungen

Ob Weltmännertag am 3. November, internationaler Männertag am 19. November oder die weltweite Spendenkampagne für Prostatakrebsforschung und Männergesundheit „Movember“: Der Herbst steht ganz im Zeichen des gesundheitspolitisch noch immer stark vernachlässigten starken Geschlechts.

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) appellieren an die Männer, ihre Gesundheitskompetenz zu schärfen und vorhandene Gesundheitsangebote besser zu nutzen – und zwar in jeder Altersgruppe. Sie selbst halten dafür diverse Ratgeber sowie ein umfangreiches Angebot medizinischer Informationen für Interessierte und Patienten auf ihrer Website (www.urologenportal.de) vor und setzen sich mit regelmäßigen Laienforen für die öffentliche Aufklärung ein.

Männergesundheit beginnt bereits beim Jungen, betonen Urologen zum Weltmännertag 2014. Praktisch bedeutet das zum Beispiel die frühzeitige Feststellung medizinischer Fehlbildungen, die Einhaltung eines altersgerechten Impfplans, rechtzeitige Aufklärung über Verhütung und sexuell übertragbare Infektionen sowie die Aufklärung über Selbstuntersuchung zur Früherkennung von Hodenkrebs. „Männliche Jugendliche sind eine wichtige Zielgruppe, um die Männergesundheit langfristig zu verbessern“, sagt DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch. „Wir wollen die Jungen frühzeitig sensibilisieren und ihr Gesundheitsbewusstsein wecken, sodass der Gang zum Arzt so selbstverständlich wie bei Mädchen und Frauen wird.“

Zu diesem Zweck engagieren sich DGU und BDU derzeit auf zwei Ebenen. „Zum einen sind wir dabei, eine Jungensprechstunde in urologischen Praxen zu etablieren, die den Jungen auch in der Pubertät einen ärztlichen Ansprechpartner bietet und damit eine Lücke im Männerleben schließt“, so BDU-Pressesprecher Dr. Wolfgang Bühmann. Zum anderen kooperieren die Urologen mit der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. bei der gesundheitlichen Bildung von Jungen in Schulen.

Was Männer im Laufe ihres Lebens zur „Prävention urologischer Erkrankungen“ von Blase, Nieren und Prostata, für Potenz und Fruchtbarkeit tun können, bringt der gleichnamige Ratgeber von DGU und BDU auf den Punkt. Aufklärung über Prostatakrebsfrüherkennung empfehlen Deutschlands Urologen allen Männern ab 45 Jahren. Nicht zuletzt appellieren die Experten für Männergesundheit am diesjährigen Weltmännertag, altersbedingte urologische Erkrankungen des Mannes wie die gutartige Prostatavergrößerung, Testosteronmangel oder die Erektile Dysfunktion im Sinne einer guten Lebensqualität und der Vermeidung von Folgeerkrankungen abklären und behandeln zulassen.

Weitere Informationen und alle Ratgeber der Urologen finden Interessierte jeden Alters – nicht nur an Männertagen – auf www.urologenportal.de

Quelle;  http://www.urologenportal.de

Omics-Technologien teilen

Das CeBiTec betreibt fortschrittliche Technologieplattformen für Bioinformatik und Genomforschung. Das Foto zeigt ein modernes Sequenziergerät zur Entschlüsselung von gene-tischen Bauplänen und zur Bestimmung von Genaktivitäten. Foto: Universität Bielefeld
Das CeBiTec betreibt fortschrittliche Technologieplattformen für Bioinformatik und Genomforschung. Das Foto zeigt ein modernes Sequenziergerät zur Entschlüsselung von gene-tischen Bauplänen und zur Bestimmung von Genaktivitäten. Foto: Universität Bielefeld

Die Nationalakademie Leopoldina arbeitet in ihrem neuen Zukunftsreport Wissenschaft die Bedeutung der Omics-Technologien heraus. Mit diesen Techniken lassen sich die Biomoleküle einer Zelle rasant und fast vollständig erfassen: vom Erbgut über Proteine bis hin zu Stoffwechselprodukten. Die Nationalakademie warnt davor, dass deutsche Forschungseinrichtungen in diesem Bereich international den Anschluss verpassen.

Sie schlägt vor, Einrichtungen mit Omics-Geräten bundesweit als Netzwerk zusammenzuschließen, um den Zugang zu den neuen Verfahren zu erleichtern und fordert eine stra-tegische Finanzierung dieses Netzwerks durch den Bund. An der Universität Bielefeld treibt das Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) die Omics-Technologien voran. „Wir arbeiten schon heute als Expertenzentrum für diese Technologien und sind bereit, bei einer Netzwerk-Gründung eine führende Rolle zu übernehmen“, sagt Professor Dr. Thomas Noll, Wissenschaftlicher Direktor des CeBiTec.

Mit dem Begriff Omics werden Forschungsfelder zusammengefasst, die Bausteine des Lebens und Lebensprozesse untersuchen: In der Genomik geht es etwa um die Gesamtheit der Gene von Lebewesen, während die Proteomik mit der Gesamtheit der Proteine erforscht und die Transkriptomik die aktiven Gene ermittelt. Möglich wird diese Forschung durch Hochdurchsatz-Analysen mit Geräten, die fast gänzlich automatisch die Biomoleküle aus Gewebeproben oder anderen biologischen Proben untersuchen. So können zum Beispiel gleichzeitig die Ge-ne, Proteine und die Stoffwechselprodukte einer Probe erfasst werden. Dabei entstehen riesige Datenmengen, die nur mit Großrechnern ausgewertet und bewältigt werden können. Nötig für die Auswertung sind Methoden aus der Bioinformatik.

Das CeBiTec hat seit mehr als zehn Jahren Omics-Analysen entwickelt und die „Technologieplattform Genomik“ aufgebaut. Parallel hat das CeBiTec die „Technologieplattform Bioinformatik“ etabliert, mit der die Daten aus den Omics-Messungen ausgewertet werden. Dafür wurden spezialisierte Software-Pakete entwickelt und ein Hochleistungsrechencluster installiert. „Die Kombination dieser Technologieplattformen ist bundesweit einzigartig“, sagt Pro-fessor Dr. Thomas Noll.

Damit auch andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von dieser Ausstattung profitieren können, ermöglicht das CeBiTec ihnen die Nutzung der beiden Plattformen. Wissenschaftler können biologische Proben zur Omics-Untersuchung ans CeBiTec schicken und die Analyse-Daten später mit dem Rechnercluster des CeBiTec auswerten. Der Zugriff auf die Rechner erfolgt passwortgeschützt via Internet. „Dass wir unsere technische Infrastruktur mit anderen teilen, ist ganz im Sinn der Nationalakademie Leopoldina. In ihrem Zukunftsreport fordert sie eine angemessene Auslastung vorhandener Geräte“, sagt Noll.

Praktisch genutzt werden Omics-Technologien heutzutage zum Beispiel für die Entwicklung von Bakterien für die industrielle Biotechnologie. Für die Landwirtschaft dient die Technologie als Grundlage für die Züchtungen ergiebiger und widerstandsfähiger Pflanzen. Zudem werden Omics-Technologien in der personalisierten Medizin eingesetzt, wenn zum Beispiel das Ergbut eines Menschen untersucht wird, um sicherzustellen, dass sein Organismus auf eine bestimmte Therapie anspricht. „Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre sind große Anstrengungen nötig, um Omics-Technologien bundesweit in ausreichendem Maß anzusiedeln“, sagt Professor Dr. Alfred Pühler. Er ist Mitgründer des CeBiTec und Mitautor des Zukunftsreports der Leopoldina.

Weitere Informationen im Internet:
http://www.leopoldina.org/de/publikationen/empfehlungen-stellungnahmen

Hilfe zum Lebensunterhalt gestiegen

Am Jahresende 2013 erhielten in Deutschland rund 370 000 Personen
Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem 3. Kapitel des Zwölften Buches
Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“). Wie das Statistische Bundesamt
(Destatis) weiter mitteilt, stieg die Zahl der Hilfebezieher im Vergleich zum
Vorjahr um 8,1 %.

Quelle/Text/Redaktion: www.destatis.de

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