„Vom Dichten und Dämmen zurück zum Denken“

Unter dem Motto „Vom Dichten und Dämmen zurück zum Denken“ trafen sich gut 200 Teilnehmer im Internationalen Congress Center Dresden zur gemeinsamen Energiefachtagung des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V. (VSWG) und des vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V.

Zur Diskussion stand die Energie- und Klimapolitik der Bundesregierung, die maßgeblich und mit steigender Tendenz die deutsche Wohnungs- und Immobilienwirtschaft beeinflusst. Deutschland muss seine Treibhausgasemissionen bis 2050 um etwa 90 Prozent reduzieren und den Anteil Erneuerbarer Energien nach den Zielen der EU bis 2020 auf 20 Prozent erhöhen. Die ambitionierten klimapolitischen Ziele und die ständig steigenden Anforderungen an die Akteure der Wohnungswirtschaft werden zur Herausforderung und Gratwanderung zwischen Ökologie, Ökonomie und Sozialverträglichkeit. Fast 80 Prozent der Wohngebäude des VSWG sind bereits energetisch saniert. Infolge dessen rückt die Energieeffizienz weiter in den Fokus.

„Um die ambitionierten klimapolitischen Zielstellungen zu erreichen, ist ein Querdenken notwendig. Beim Wohnen kulminiert sehr vieles. Die Energiewende und der Klimaschutz haben Auswirkungen auf das Wohnen des Einzelnen ebenso wie die Gesundheitspolitik, die Pflegepolitik, die kommunale Versorgung und die kommunalen Aufgaben. Wir fordern deshalb von der Politik, ressourcenübergreifend zu agieren und langfristig Ziele zu benennen, bei denen eine bezahlbare Miete mit einkalkuliert wird „, appellierte Dr. Axel Viehweger, Vorstand des VSWG.

Mit der im Oktober 2013 vom Bundesrat und anschließend von der Bundesregierung beschlossenen neuen Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) wurde eine weitere Hürde gelegt, um bezahlbaren Neubau zu verhindern. Zwar wurde von Verschärfungen im Bestand abgesehen, jedoch trotz intensiver Beratung durch die Wohnungswirtschaft im Bund und auch in den Ländern eine Verschärfung der EnEV um 25 Prozent ab 2016 im Neubau beschlossen. Dies bedeutet eine weitere Erhöhung der Baukosten und eine weitere Erhöhung der zur Refinanzierung erforderlichen Kaltmieten. „Die mindestens erforderliche Nettokaltmiete für Neubau von 9,58 Euro/m² bzw. nach EnEV 2014 in Höhe von 10,33 Euro/m² können sich nur noch 10 Prozent der sächsischen Bevölkerung leisten“, so der VSWG-Vorstand.

Am Vorabend der Tagung unterbreitete Max Schön, Mitglied im Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung und Vorstand der Stiftung 2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz und Präsident der Deutschen Gesellschaft des „Club of Rome“ als Keynote Speaker zur Eröffnung der Fachausstellung drei Vorschläge für einen kosteneffizienten, praktikablen und marktwirtschaftlichen Klimaschutz. Als erstes sollten Wohnungsbaugenossenschaften ohne steuerrechtliche Hürden zu Energielieferanten gemacht werden. Zweitens sollte aufgrund der positiven Erfahrung der Denkmalpflegeabschreibung eine zeitlich befristete Abschreibungsmöglichkeit für energetische Gebäudesanierungen eingeführt werden und drittens sollte die Abnahmevorschrift für erneuerbare Energien für die Netzbetreiber um nur 5 Prozentpunkte auf 95 Prozent gesenkt werden, damit die Netzanschlusskapazität für die Erneuerbaren Energien verdoppelt werden kann. Denn es sind gerade die letzen 5 Prozent Sonnen- oder Windenergie, die an einem energiereichen Tag die Netzausbaukosten in die Höhe treiben.

Einen aktuellen Stand sowie Ausblick zur Energie- und Klimapolitik der EU und der neuen Regierung gab Ingrid Vogler, Referentin für Energie, Technik, Normung des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V., und zeigte die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der EU-Vorgaben auf. Allein 18 Länder, darunter auch Deutschland, wurden bisher auf ein Vertragsverletzungsverfahren angezählt. Der Bund plant in 2014 eine Novellierung des EEG sowie aufgrund der Umsetzung der EU-Richtlinie über Energieeffizienz eine Novellierung der Heizkostenverordnung bezüglich der Abrechnungsmodalitäten und unterjährigen Information.

Zu den steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen bei dezentralen Energieversorgungssystemen sowie der Mietrechtsreform und deren Auswirkungen durch Contracting referierten Kathrin Neumeyer (MPW Legal & Tax) sowie RA Tobias Dworschak der Techem Energy Contracting GmbH.

In einem weiteren Themenblock wurden haustechnische Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz, die Rahmenbedingen für den Einsatz des Smart Metering, intelligente Einzelraumregelungen, Anlagentechnik und Dämmung am Beispiel der KWK und Brennstoffzellen, Wärmepumpen mit Eisspeicher und stationäre Speicher erörtert. Dabei wurde ersichtlich, dass es nicht den einen Masterplan gibt, sondern viele Wege, um die klimapolitischen Zielstellungen zu erreichen. Entscheidend für eine wirtschaftliche Senkung des Energieverbrauchs in Wohngebäuden ist jedoch immer eine Gesamtbetrachtung der Bauphysik, der Anlagentechnik und des Nutzerverhaltens der Mieter. Das Effizienzpotenzial durch einen optimalen Anlagenbetrieb im Einklang mit der Assistenz des Nutzers ist dabei enorm.

Am Ende des Tages waren sich alle einig, dass der Gebäudebereich einen großen Anteil am Energieverbrauch hat und erheblich zum Energieeinsparziel beitragen kann. Jedoch technologiegebundene Vorgaben ohne eigene Wahlmöglichkeit führen zu erheblich höheren Kosten, so dass technologieoffene Sanierungen und eine freie Energieträgerwahl für optimale Lösungen angestrebt werden sollten, um einen finanzierbaren und sozialpolitisch akzeptablen Weg für die Energiewende zu erreichen. „Nur mit Ehrlichkeit im Umgang, dezentralen Lösungen im ländlichen Raum sowie der Betrachtung ganzheitlicher Quartiere können die Weichen für die nächsten Jahre gestellt werden“, resümierte Dr. Axel Viehweger.

Boden entscheidend für die Zukunft von Agrarunternehmen

Die „Hotspots“ des Bodenmarktes liegen nicht nur in Ostdeutschland. Mit Kaufpreisen von über 45.000 Euro je Hektar liegen die Spitzenwerte in Oberbayern und im Münsterland. Allerdings werden in Westdeutschland nur wenig mehr als 0,1 Prozent der Fläche gehandelt, erklärte Professor Dr. Klaus Böhme, Herausgeber der Briefe zum Agrarrecht auf dem Bodenforum zur Rolle des Bodens für die Zukunft der Betriebe auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Die Klagen der ostdeutschen Landwirte über den Bodenmarkt resultierten aus erheblichen Preissteigerungen. Im Osten sind diese mit 230 Prozent seit 2006 doppelt so hoch gestiegen wie im Westen.

Der Boden wird als Produktionsfaktor selbst für gesunde Betriebe ein Problem. Kapitaldienste von mehr als 1.700 Euro pro Hektar und Jahr sind nur noch von spezialisierten Gemüsebaubetrieben zu leisten, rechnete Professor Dr. Fritz Schumann vom Bauernverband Sachsen-Anhalt vor.

Die Ursachen für die steigenden Bodenpreise sind vielfältig: Siedlungsdruck, Ausgleichsflächen, Infrastrukturmaßnahmen, Kapitalinvestoren und, künftig immer wichtiger, Flächennachweis für tierhaltende Betriebe.

In der neuesten Ausgabe der Briefe zum Agrarrecht, fragt Dr. Willy Boß, Vorsitzender des Bundesverbandes der gemeinnützigen Landgesellschaften: Wem sollen die Agrarflächen gehören, wie viel Bauernland gehört in Bauernhand und wie soll das Eigentum gestreut werden? Auf dem Bodenform stellte er klar, dass ein bodenpolitischer Ordnungsrahmen nur in Verbindung mit einer Agrarstrukturentwicklung zu haben sei. Über ein Leitbild für eine Agrarstruktur werde zwar viel diskutiert, doch liege noch immer kein Ergebnis vor.

Ob die Schweiz oder Frankreich ein Vorbild sein könnten, blieb offen. In der Schweiz wird kommunales Eigentum langfristig bis zu 60 Jahren verpachtet und in Frankreich verkauft die Landgesellschaft zu eigenen festgesetzten und meist niedrigeren Preisen den Boden und reguliert darüber den Preis. Eine Änderung des Grundstücksverkehrsgesetzes, die derzeit in Deutschland diskutiert wird, gilt als langwierige Aufgabe. Die Zeit aber drängt, betont Detlef Kurreck, Vizepräsident des Bauernverbandes in Mecklenburg-Vorpommern. Die Direktzahlungen sind noch bis 2020 sicher. Werden sie danach tatsächlich abgebaut, werden der Boden und sein Preis zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren.

Roland Krieg, www.aid.de

Wandern: Unterricht im Freien

Das Wandern an Schulen wieder zu etablieren und Schüler wie Lehrer für die biologische Vielfalt zu sensibilisieren sind die Ziele eines neuen Projektes des Deutschen Wanderverbandes (DWV) und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Um diese Ziele zu erreichen, haben die Projekt-Verantwortlichen ein wenig in der norwegischen „Uteskole“ abgekupfert. „Uteskole“ heißt „Draußenschule“. Dahinter steckt eine Schulform, bei der Schüler einmal wöchentlich nach draußen gehen und sich dort mit der Bedeutung und Schutzwürdigkeit biologischer Vielfalt auseinandersetzen.

Das DWV-Projekt „Schulwandern – Draußen erleben. Vielfalt entdecken. Menschen bewegen“ wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMUB) gefördert. In dessen Rahmen wird es demnächst an drei Modellschulen in Deutschland Draußen-Unterricht geben: An einem Tag in der Woche werden die Schüler dieser Schulen draußen sein, um Natur und Kultur zu erkunden, Biologische Vielfalt zu erleben und eigene Handlungsmöglichkeiten zu entdecken. Dabei werden die Schulen zwei Jahre fachlich und wissenschaftlich durch den DWV und die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz begleitet. So wird anhand der drei ausgewählten Grundschulen aus verschiedenen Bundesländern nach und nach ein Modellkonzept mit Handlungsanregungen und Bildungsmaterial auch für andere Schulen in Deutschland entwickelt.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Beate Jessel erläutert warum dieses Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird: „Die Schüler können so Ihre natürliche Umgebung im Jahresverlauf bewusst wahrnehmen und erfahren die Zusammenhänge, Einflüsse und Abhängigkeiten sowie Vielfalt in der Natur. Eigene gemeinsame Naturerfahrungen verhelfen ihnen letztlich dazu, auch selber gesellschaftliche Verantwortung für die biologische Vielfalt zu übernehmen und fördern darüber hinaus das soziale Miteinander“.

Die Erfahrungen mit den „Draußenschulen“ in Skandinavien sind gut: Schüler lernen genau hinzuschauen. Sie schärfen ihren Blick für Details und nehmen Veränderungen der natürlichen Umgebung im Jahresverlauf oder durch andere Einflüsse reflektiert wahr. Außerdem stärken die „Draußenschulen“ das Urteilsvermögen in naturwissenschaftlichen und ökologischen Fragestellungen. Nicht zuletzt wirken sich außerschulische Lernerfahrungen verbunden mit Bewegung und gemeinsamem Naturerleben positiv auf das Lernen allgemein aus.

Parallel zu den „Draußenschulen“ bietet der Deutsche Wanderverband im Rahmen der vom Bundesumweltministerium und vom Bundesamt für Naturschutz jährlich durchgeführten Wandertage zur biologischen Vielfalt in den Jahren 2014 bis 2016 jeweils zu einem unterschiedlichen Schwerpunktthema besondere Angebote für Schulen an: Alle Schulen, die beim Wandertag zur biologischen Vielfalt mitmachen, erhalten ein umfangreiches Starterset mit Infomaterialien, Flyern, Give Aways, Postern, Broschüren und einer speziellen Smartphone-App zum Thema. Außerdem können Schulen, die einen entsprechenden Wandertag anbieten, an einem Wettbewerb teilnehmen und so nicht nur Pate stehen für weitere Schulwanderungen sondern auch noch attraktive Preise gewinnen.

DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß: „Sowohl die Wandertage als auch die Draußenschulen verstehen wir als einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Kinder und Jugendliche sollen einen Blick bekommen für die biologische Vielfalt in ihrer direkten Umgebung.“

Für die Modell-Draußenschulen suchen der DWV und die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz bundesweit drei Grundschulen in staatlicher Trägerschaft. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 20. März. Weitere Informationen zu dieser Ausschreibung gibt es unter www.schulwandern.de.

Sägeindustrie setzt Hoffnung auf Baugewerbe

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) zieht in seinem aktuellen Marktbericht eine durchwachsene Bilanz für die Nadelholzindustrie: Zwar konnte der schlechte Start 2013 im Jahresverlauf noch aufgeholt werden. Das leichte Plus zu Beginn des neuen Jahres dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich viele Probleme fortsetzen würden. Die Prognosen sind zurückhaltend optimistisch.

Nach wie vor stehe der Markt unter dem Druck hoher Nadelrundholzpreise, erklärt der Branchenverband in seinem Bericht. Die Rohstoffpreise könnten im harten internationalen Wettbewerb beim Schnittholz nicht umgelegt werden.

Zwar stiegen die Erlöse für Nadelschnittholz im Verlauf des letzten Jahres leicht an, die Ertragslage der heimischen Sägebetriebe bleibt aber größtenteils weiter angespannt.

Umsatz nur knapp über dem Vorjahr

Der Umsatz der deutschen Sägewerke lag mit 5,4 Milliarden Euro 2013 nur minimal über dem Vorjahr. Im Inland korrelierte der Absatzmarkt mit der gesamtwirtschaftlichen Stimmung: Die konjunkturelle Lage hat sich nach der anhaltenden Schwächephase des vergangenen Winters und Frühjahrs im Laufe des Jahres verbessert. Insbesondere durch die Bauwirtschaft stieg die Inlandsnachfrage in der zweiten Jahreshälfte. Hierdurch ist es den Betrieben immerhin in Teilen gelungen, die Rundholzpreise zu kompensieren. Die begrenzte Rohstoffverfügbarkeit führte jedoch zu einem weiteren Anstieg der Rundholzpreise.

Produktion stieg leicht an

Der Nachfrage entsprechend stieg auch die Produktion leicht an. Im dritten Quartal 2013 wurden insgesamt 5,6 Millionen Kubikmeter Nadelschnittholz produziert, 180.000 Kubikmeter mehr als im Vorquartal. Insgesamt stieg die Produktion in 2013 gegenüber dem Vorjahr nach einer Verbandsschätzung aber nur um etwa ein Prozent auf gut 20,2 Millionen Kubikmeter. Die Einschnittmengen der Jahre 2010 und 2011 wurden somit noch nicht wieder erreicht.

Versorgung ausreichend, Absatz gehemmt

Die aktuelle Versorgungslage wird von den Sägern als ausreichend bezeichnet. Im Durchschnitt haben die Unternehmen für rund 30 Tage Fichtenstammholz auf Lager und sind fünf Monate mit vertraglich gebundenen Mengen abgesichert.

Aufgrund der saisonal abgeschwächten Absatzmöglichkeiten für Schnittholz musste die Produktion im Dezember und Januar in vielen Betrieben jedoch deutlich gedrosselt werden. Ungeachtet der verbesserten Versorgungslage und teilweise begrenzter Aufnahmekapazitäten, insbesondere im Südwesten Deutschlands, würden die Waldbesitzer die Preise für Fichte- und Kieferrundholz weiter kompromisslos erhöhen, beklagt der Verband.

Rohstoffpreise internationale Spitze

„Die Schere entlang der Wertschöpfungskette Forst und Holz besteht fort. Ein nicht weiter verschlechtertes Ergebnis heißt noch lange nicht, dass in der Summe ausreichend Geld verdient wurde“, sagte DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt. Der Forst interpretiere die wirtschaftliche Lage falsch, weil zu optimistisch und gefährde damit die Zukunftsfähigkeit des gesamten Clusters.

An der schleichenden Insolvenz vieler mittelständischer Betriebe seit der Wirtschaftskrise ließen sich die Folgen dieser einseitigen Preispolitik ablesen. Blieben die einseitigen Preisrelationen bestehen, betreibe man eine Verschärfung des Strukturwandels.

Der Rohholzpreis müsse sich an die internationalen Märkte anpassen, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Sägebetriebe und somit der heimischen Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Anders als in Deutschland, wo aktuell Rekordpreise erzielt werden fielen in Schweden die Preise für den Rohstoff aus dem Wald zuletzt kontinuierlich über die komplette Bandbreite des Rundholzes. Im internationalen Vergleich lägen die deutschen Rundholzpreise teilweise sogar um die Hälfte höher, erklärt der Verband.

Doch nicht nur am Markt sondern auch in der Politik müssten Veränderungen stattfinden. Vor allem bei den im europäischen Vergleich zu strengen deutschen Vorgaben bei den Transportgewichten für Langholzfahrzeuge und den hohen Energiekosten mahnen die Verbandsvertreter Verbesserungsbedarf an. Andernfalls drohe Deutschland den Anschluss zu verlieren.

Deutschland in Europa gut aufgestellt

Auch der europäische Holzmarkt leidet nach wie vor unter den Folgen der Finanzkrise. Wichtige Auslandsmärkte, vor allem die Nachbarländer, nahmen 2013 deutlich weniger Nadelholzschnittholz ab. Zunahmen waren lediglich aus Nahost und den Mittelmeeranrainern zu verzeichnen. Bemerkenswert sind auch sprunghafte Zunahmen im asiatischen Raum – insbesondere in China. Insgesamt ging der Export 2013 nach Verbandseinschätzung um rund zwei Prozent auf nunmehr 6,3 Millionen Kubikmeter zurück.

Hoffnung liegt indirekt auf dem nordamerikanischen Markt. Die USA sind weltweit Hauptabnehmer für Nadelschnittholz. 96 Prozent der Einfuhrmenge kommen aus dem benachbarten Kanada. Diese beliefern zudem intensiv den asiatischen Markt. Mit einer Stärkung des Holzmarktes in den USA sei es wahrscheinlich, so Marktbeobachter, dass die kanadischen Sägewerke Lieferungen, die derzeit nach Asien gehen, wieder in den amerikanischen Markt zurückholen. Hierdurch würden die Chancen für die europäischen Holzproduzenten steigen, ihre Ausfuhren nach Japan und China auszuweiten und den europäischen Markt somit zu entlasten.

Trotz des abgeschwächten Exports der vergangenen Jahre erzielt Deutschland seit 2004 immer einen positiven Außenhandelssaldo beim Nadelschnittholz. Auch 2013 bleibt Deutschland größter Schnittholzproduzent in Europa. „Das zeigt, dass die Branche in Deutschland trotz allem gut aufgestellt ist „, sagte Schmidt.

Verhalten optimistische Prognose

Die Prognose der Sägeindustrie für 2014 ist dennoch nur zurückhaltend optimistisch. Nicht zuletzt ist die Branche abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Der ifo-Geschäftsklimaindex für die gesamte deutsche Wirtschaft hat sich im Dezember und Januar aber erneut verbessert. Insbesondere Baufirmen blicken zuversichtlich auf die weitere Geschäftsentwicklung.

Deutschland ist EU-weit das einzige Land mit einem stabilen Wachstum im Wohnungsbaubereich. Während sich die Zahl der Baugenehmigungen in den meisten europäischen Ländern seit der Wirtschafts- und Finanzkrise drastisch verringerte, konnten nur Deutschland und Belgien sowie das Baltikum Zuwächse bei den Wohnungsbaugenehmigungen melden.

Nachfrage herrscht in Deutschland insbesondere im urbanen Bereich sowie in der Bestandssanierung. Dies sei eine Chance, ist sich Schmidt sicher. Holz verfüge schließlich über ein unschlagbares technologisches, ökologisches und energetisches Potenzial. Einer der entscheidenden Vorteile sei zudem die Möglichkeit der umfassenden Vorfertigung. Hierdurch könnten Holzbauten in rekordverdächtiger Zeit und bei geringer Beeinträchtigung der Anlieger errichtet werden.

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