Jugendliche für Risiken im Internet sensibilisieren

Im Vorfeld des „Safer Internet Day“ am 11. Februar 2014 weisen die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf die Risiken übermäßiger Internetnutzung insbesondere für Jugendliche hin. Durch die zunehmende Verbreitung des mobilen Zugangs zum Internet wächst auch das Risiko der exzessiven Nutzung. Eine aktuelle Befragung zeigt, dass 72 Prozent der 12- bis 19-Jährigen ein Smartphone besitzen, mit dem sie mobil surfen können. Darüber hinaus haben 97 Prozent der Jugendlichen in ihrem Elternhaus Zugang zum Internet.

Anlässlich des morgigen „Safer Internet Day“ betont Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung: „Für Schule und Beruf ist es heutzutage äußerst wichtig, sich sicher und gezielt im Internet bewegen zu können. Internetangebote sind aber auch zu einem wesentlichen Teil der modernen Freizeitgestaltung für Jugendliche geworden. Es besteht die Gefahr, dass sie sich übermäßig lange und zu oft im Netz aufhalten. So können sie die Kontrolle über den eigenen Internetgebrauch verlieren.“

Wie eine vor Kurzem von der BZgA veröffentlichte repräsentative Studie zeigt, verbringen 12- bis 17-jährige Jungen im Durchschnitt mehr als 16 Stunden in der Woche mit Computerspielen und Internetangeboten. Bei den gleichaltrigen Mädchen sind es knapp 11 Stunden. Besonders attraktive Angebote für Jugendliche sind dabei soziale Netzwerke, aber auch Unterhaltungsangebote wie Video- oder Musikportale. Daneben sind Online-Spiele beliebt – insbesondere bei den Jungen: Rund 60 Prozent geben an, in den letzten zwölf Monaten online Computerspiele gespielt zu haben.

„Die für Jugendlichen attraktiven Internetangebote wie soziale Netzwerke oder Spiele können zu übermäßiger Nutzung verleiten“, warnt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. „Bei etwa 3,2 Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland kann derzeit von einer exzessiven Nutzung von Internetangeboten und Computerspielen ausgegangen werden. Die damit verbundenen persönlichen Probleme und Belastungen können massiv sein.“

Eine exzessive Nutzung liegt zum Beispiel vor, wenn Betroffene Schwierigkeiten haben, ihren Internetgebrauch zu kontrollieren, sich gedanklich übermäßig stark mit Internet-angeboten beschäftigen und sich körperlich und psychisch unwohl fühlen, wenn sie nicht online sein können.

Um einer suchtähnlichen Nutzung des Internets vorzubeugen, ist es wichtig, Jugendliche mit passgenauen Präventionsangeboten für die Risiken zu sensibilisieren und zu einem verantwortungsvollen Umgang zu motivieren.

Die BZgA setzt mit ihrem Präventionsangebot „Ins Netz gehen“ (www.ins-netz-gehen.de) bei Jugendlichen ab 12 Jahren an. Ziel ist es, eine kritische Einstellung zu Computerspielen und Internetangeboten zu fördern und so eine exzessive Nutzung zu verhindern. Mit dem speziell entwickelten Online-Beratungsprogramm „Das andere Leben“ bietet die BZgA individuelle Unterstützung, wenn eine Tendenz zur suchtähnlichen Nutzung von Computerspielen und Internetangeboten vorliegt.

Weitere Informationsangebote der BZgA:

  • Computerspiele find ich toll! Wo ist das Problem? – Flyer zum Thema „Computerspiele im Internet“ für Jugendliche
  • „Im Netz bin ich am liebsten! Wo ist das Problem?“ Flyer zur richtigen Nutzung von Internetangeboten für Jugendliche
  • Online sein mit Maß und Spaß“ – Ein Elternratgeber zum richtigen Umgang mit digitalen Medien

Die Materialien können unter www.bzga.de/infomaterialien/suchtvorbeugung/ bestellt werden.

Die Studie „Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2011“ – Teilband Computerspielen und Internetnutzung steht unter www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/suchtpraevention/ als Download zur Verfügung.

WM-Bauarbeiten: Dritter Toter in Manaus

Bei den Vorbereitungen für die Fußball-WM in Brasilien ist es erneut zu einem tödlichen Unfall gekommen: Ein 55 Jahre alter Arbeiter wurde von einem Metallteil am Kopf getroffen.

Hybridbildgebung: Nuklearmedizin und Ultraschall aus einer Hand

SPECT/US-Hybridbildgebung: In einer Machbarkeitsstudie kombinieren Nuklearmediziner des Uniklinikums ... Foto: M. Szabo/UKJ
SPECT/US-Hybridbildgebung: In einer Machbarkeitsstudie kombinieren Nuklearmediziner des Uniklinikums …
Foto: M. Szabo/UKJ

Als Hybridbildgebung bezeichnet die moderne Medizin die Kombination sich ergänzender Bildgebungsverfahren in einem Untersuchungsvorgang. Am bekanntesten ist die als PET/CT bezeichnete Verbindung von Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Computertomographie (CT), die seit gut zehn Jahren vor allem in der Krebsdiagnostik eingesetzt wird. Modernste Hybridgeräte ermöglichen auch den kombinierten Einsatz der Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie (SPECT) oder jüngst der Magnetresonanztomographie (MRT) – und heißen entsprechend SPECT/CT oder PET/MRT.

„Allen diesen Gerätekombinationen gemeinsam ist die exakte Verknüpfung nuklearmedizinischer Bildgebung, die hochempfindlich Stoffwechselvorgänge sichtbar macht, aber keine gute räumliche Auflösung hat, und radiologischer Verfahren, die anatomische Strukturen detailliert darstellen können“, erklärt Dr. Martin Freesmeyer, Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Jena. “So lassen sich krankhafte Befunde zweifelsfrei einem Organ zuordnen.“

Szintigraphie und Ultraschall

Kaum berücksichtigt wird in den bisherigen Hybridbildgebungskonzepten der Ultraschall – zu Unrecht, findet Martin Freesmeyer. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Dr. Thomas Opfermann und Dr. Thomas Winkens koppelte er mit dem Ultraschall und der SPECT-Bildgebung, die dreidimensionale Szintigraphiebilder liefert, zwei Standardverfahren der Schilddrüsendiagnostik. Dafür bestimmten die Nuklearmediziner mit einer handgeführten Gamma-Kamera die Anreicherung radioaktiv markierter Substanzen in der Schilddrüse und überlagerten den so entstandenen SPECT-Datensatz mit der unmittelbar im Anschluss gemachten Ultraschallaufnahme. Martin Freesmeyer: „Der Schlüssel für die räumlich korrekte Überlagerung der Bilddatensätze in Echtzeit waren Positionsmarkierungen und ein optisches Navigationssystem.“

Bei 18 von 34 Patienten stimmten die Aufnahmen sehr gut überein, bei den anderen ergab die Fusion kleinere Abweichungen im Millimeterbereich. „Damit konnten wir die prinzipielle Machbarkeit einer Hybridbildgebung aus Ultraschall und SPECT nachweisen“, so Freesmeyer. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Jenaer Wissenschaftler jetzt im renommierten Fachjournal Radiology.

Weitere technische Entwicklung notwendig

Auf dem Weg zu einem Hybridsystem SPECT/US ist aber noch technische Entwicklungsarbeit zu leisten. So ist die verwendete Gammasonde zur Untersuchung von Lymphknoten während Brustkrebs-Operationen entwickelt worden und nicht an Schilddrüsenuntersuchungen angepasst, auch wäre die Anwendung der Methode auf Patienten mit Tumorerkrankungen, wie Schilddrüsenkrebs und Nebennierentumoren, vielversprechend. „Sonographie ist eine sehr gut etablierte, komplett strahlungsfreie Bildgebung mit moderatem Geräteaufwand, ein mobiles Hybridsystem hätte ein breites Anwendungsfeld“, ist sich Martin Freesmeyer sicher.

Originalliteratur:
Freesmeyer M, Opfermann T, Winkens T. Hybrid Integration of Real-time US and Freehand SPECT: Proof of Concept in Patients with Thyroid Diseases. Radiology. 2014 Jan 16 [Epub ahead of print] http://dx.doi.org/10.1148/radiol.14132415

Wer fahren will, muss pusten – Verkehrspolitiker fordern Wegfahrsperre

Verkehrspolitiker der Regierungskoalition fordern die Einführung von sogenannten Alkohol-Locks in Autos. Rückfällige Alkoholsünder sollen sich zukünftig entscheiden können, ob sie sich eine Sperre einbauen lassen.

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