Chinesische Mücken an der Ostsee

Es ist ein merkwürdiger Befund, über den Forscher aus China, Europa und den USA in der Zeitschrift „Current Biology“ berichten: Vor 50 Millionen Jahren lebten im Osten Asiens ganz ähnliche Insekten wie in Nordeuropa. Das zeigen Bernsteinfunde aus Ostchina, die momentan unter Beteiligung der Universität Bonn analysiert werden. In den fossilen Harzbrocken sind Gliederfüßer aus mehr als 80 verschiedenen Familien verewigt. Es ist ein einzigartiger Schnappschuss der damaligen Insektenwelt Ostasiens.

Konserviert in einem goldenen Sarg: Trauermücke eingebettet in Fushun-Bernstein. Foto: Bo Wang / Universität Bonn
Konserviert in einem goldenen Sarg: Trauermücke eingebettet in Fushun-Bernstein. Foto: Bo Wang / Universität Bonn

Noch steht die Auswertung der rund 3.000 Brocken ganz am Anfang. Doch schon jetzt ist klar, dass die Ergebnisse es in sich haben: „Im Fushun-Bernstein finden wir neben asiatischen Formen erstaunlich oft dieselben Insekten-Gattungen wie im baltischen Bernstein“, erklärt der Bonner Paläontologe Professor Dr. Jes Rust.

Der baltische Bernstein stammt aus der Ostsee-Region, fast 10.000 Kilometer von Fushun entfernt. Reichhaltige Fundstätten sind etwa die Küsten Mecklenburgs, Polens oder Westrusslands. Die baltischen Harzbrocken sind etwas jünger als die aus Fushun – schätzungsweise 40 bis 50 Millionen Jahre. Damals waren Europa und Asien durch einen breiten Meeresarm getrennt, die Turgai-Straße. Viele Forscher gingen bislang davon aus, dass sie Artenwanderungen zwischen den Kontinenten verhinderte oder zumindest stark erschwerte. „Die große Ähnlichkeit der eingeschlossenen Insekten hat uns daher sehr überrascht“, sagt Rust. „Wir wissen noch nicht, wie das zusammen passt.“

Vernachlässigter Schatz

In der Nähe der nordostchinesischen Stadt Fushun gibt es große Braunkohle-Vorkommen. Seit mehr als 100 Jahren graben die Menschen dort den Brennstoff aus der Erde. Dabei befördern sie auch immer wieder Bernstein-Brocken ans Tageslicht. Traditionell stellen die Einwohner daraus Schmuckstücke her. Besonders schöne Funde mit interessanten Einschlüssen sind bei Sammlern sehr begehrt.

Systematisch erforscht wurden die Einschlüsse bislang nicht. Erst der chinesische Paläontologe Dr. Bo Wang erkannte das wissenschaftliche Potenzial des Fushun-Bernsteins. Wang, momentan Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt Stiftung an der Bonner Uni, nutzte seine guten Kontakte zu Instituten und Sammlern, um die Funde systematisch zu erfassen. Die Auswertung erfolgt nun in Zusammenarbeit mit Paläontologen aus Europa und den USA.

Erst langsam wird klar, wie reichhaltig die Lagerstätte ist. Die Forscher haben bislang Spinnentiere und Insekten aus mehr als 80 Familien identifizieren können: Ein Schnappschuss aus der Vergangenheit, der en détail zeigt, welche Kleinsttiere vor 53 Millionen Jahren in Ostasien kreuchten und fleuchten.

Die Lagerstätte von Fushun füllt zudem einen weißen Fleck auf der Landkarte: Sie ist – mit Ausnahme von Indien – die einzige bedeutende Fundstelle für Bernstein in Asien. Leider werde der Tagebau in Fushun bald eingestellt, bedauert Rust. „Aber auch so wird uns die detaillierte Auswertung der Funde wohl noch eine ganze Weile beschäftigen.“

Publikation: Bo Wang, Jes Rust, Michael S. Engel, Jacek Szwedo, Suryendu Dutta, André Nel, Yong Fan, Fanwei Meng, Gongle Shi, Edmund A. Jarzembowski, Torsten Wappler, Frauke Stebner, Yan Fang, Limi Mao, Daran Zheng und Haichun Zhang; A Diverse Paleobiota in Early Eocene Fushun Amber from China; Current Biology 24 (2014); http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2014.05.048

Quelle/Text/Redaktion: Universität Bonn
Stand: 30.07.2014

MERS: Geringe Übertragbarkeit, gefährliche Krankheit

Das MERS-Coronavirus verbreitete sich von der Arabischen Halbinsel aus auch nach Europa und hat mittlerweile insgesamt mehrere Hundert Menschenleben gefordert. Seit längerem rätseln Wissenschaftler, wie leicht der Erreger übertragbar ist. Ein internationales Forscherteam unter Federführung von Virologen des Bonner Universitätsklinikums kommt nun durch direkte Beobachtung zu dem Ergebnis, dass die menschliche Ansteckungsrate gering ist. Es gibt jedoch keine Entwarnung, da die Krankheit sehr gefährlich ist: Ein Drittel der symptomatisch Infizierten stirbt. Die Ergebnisse werden nun in der angesehenen Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ vorgestellt.

Im Labor des saudischen Gesundheitsministeriums in Riad:Sebastian Brünink, Mitarbeiter von Prof. Dr. Christian Drosten vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Bonn, bei der Durchführung des MERS-Antikörpertests. (c) Foto: Marcel Müller/Uni Bonn
Im Labor des saudischen Gesundheitsministeriums in Riad:Sebastian Brünink, Mitarbeiter von Prof. Dr. Christian Drosten vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Bonn, bei der Durchführung des MERS-Antikörpertests. (c) Foto: Marcel Müller/Uni Bonn

Das „Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus“ (MERS-CoV) wurde erstmals 2012 auf der arabischen Halbinsel festgestellt und verbreitete sich von dort unter anderem über Europa und Nordafrika weiter. Es handelt sich bei der Erkrankung um eine schwere virale Lungenentzündung. Insgesamt sind mittlerweile mindestens 856 Erkrankungsfälle registriert, wenigstens 241 Menschen starben an den Folgen der Infektion. Wissenschaftler rätseln darüber, wie ansteckend die Erkrankung und wie hoch die Dunkelziffer nicht erkannter Infizierter ist. Bislang gab es dazu nur theoretische Hochrechnungen.

Erstmals ist es nun einem internationale Wissenschaftlerteam unter Federführung von Prof. Dr. Christian Drosten vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Bonn gelungen, die Infektionsraten direkt zu beobachten. „Die Übertragbarkeit des Virus und die Dunkelziffer sind gering“, fasst Prof. Drosten das Ergebnis zusammen. In Saudi-Arabien verfolgten die Forscher nach Auftreten von Neuinfektionen, wie sich die Krankheit im häuslichen Umfeld der Patienten weiter ausbreitete. Insgesamt wurden 280 Menschen untersucht, die in den Haushalten von 26 Infizierten leben. Es kam gerade einmal in zwölf Fällen (vier Prozent) zu einer Ansteckung. „Da jeder Infizierte deutlich weniger als einen weiteren Menschen ansteckte, ist davon auszugehen, dass das MERS-Virus keine Pandemie hervorrufen wird“, folgert der Virologe des Bonner Universitätsklinikums. Eine schnelle Ausbreitung einer Krankheit erfolge nur, wenn jeder Infizierte mehrere andere Menschen anstecke.

Dromedare sind neben Menschen eine weitere Infektionsquelle

Die Wissenschaftler geben jedoch keine Entwarnung: „Auch wenn die Übertragungsrate gering ist: Die MERS-Infektion ist sehr gefährlich, rund ein Drittel der symptomatischen Patienten stirbt an den Folgen der Infektion“, sagt Prof. Drosten. Neben der Ansteckung von Mensch zu Mensch gibt es noch eine weitere wichtige Quelle: Wie ein Forscherteam um Prof. Drosten bereits vor einem Jahr publizierte, sind möglicherweise Dromedare an der Virusübertragung beteiligt. Sie sind im Mittleren Osten verbreitet und könnten durch ihren engen Kontakt mit dem Menschen für einen Teil der menschlichen Erkrankungen verantwortlich sein.

Für diese These spricht nach Ansicht des Virologen, dass im Frühjahr die MERS-Infektionsraten deutlich zunehmen. Zu dieser Zeit gibt es viele neugeborene Kamele, und die einjährigen Tiere werden ihren Muttertieren entzogen und zusammengetrieben, was jeweils ein erhöhtes Ansteckungsrisiko birgt. „Eine Infektion von Tier zu Tier und dann auf den Menschen zu unterbinden, ist nicht einfach“, sagt Prof. Drosten. Eine Möglichkeit wäre, wenn eine MERS-Impfung für Kamele entwickelt würde. In dem weitläufigen Land mit einer teils nomadischen Lebensweise sei eine Durchimpfung jedoch logistisch schwer umsetzbar.

Virologen des Bonner Uniklinikums entwickeln einen neuen Test

Die Virologen des Bonner Universitätsklinikums entwickelten zum Nachweis der MERS-Infektionen in den saudi-arabischen Haushalten auch erstmals eine verlässliche Methode, mit der sich serologisch Antikörper im Blut nachweisen lassen. Demnächst soll der neue Test durch eine deutsche Firma auf den Markt kommen und dann allen Ärzten zur Verfügung stehen. Der Zugang zu den Familien der Infizierten in dem arabischen Land war für das internationale Forscherteam aus Deutschland, Saudi-Arabien, den Niederlanden und England eine große Herausforderung. Dr. Ziad Memish, damals stellvertretender Gesundheitsminister in Saudi-Arabien und Mitautor der Publikation, half dabei, die Menschen zu überzeugen, sich für die Studie untersuchen zu lassen.

Publikation: Transmission of MERS-Coronavirus in Household Contacts, The New England Journal of Medicine, DOI: 10.1056/NEJMoa1405858.

Quelle/Text/Redaktion: Universität Bonn

Kartofffelgerichte: Apfel-Kartoffel-Pfanne mit marinierten Filetspießen

Kartofffelgerichte: Apfel-Kartoffel-Pfanne mit marinierten Foto: Wirths PR
Kartofffelgerichte: Apfel-Kartoffel-Pfanne mit marinierten
Foto: Wirths PR

Apfel-Kartoffel-Pfanne mit marinierten Filetspießen
(für 4 Personen)

1 kg fest kochende Kartoffeln
Salz
1 Schweinefilet (ca. 500 g)
6 EL Sonnenblumenöl (für die Marinade)
1 EL Aceto Balsamico
2 TL Paprikapulver, mittelscharf
1/2 TL Chilipulver
2-3 Salbeizweige
2-3 Rosmarinzweige
schwarzer Pfeffer
2 säuerliche Äpfel
4 Frühlingszwiebeln
8 EL Sonnenblumenöl
1/2 Bund Petersilie

Die Kartoffeln in Salzwasser garen, anschließend abkühlen lassen, schälen und in Scheiben schneiden. Inzwischen das Schweinefilet in 12 möglichst gleich große Scheiben schneiden. Aus Sonnenblumenöl, Aceto Balsamico, Paprika- und Chilipulver, Salbei, Rosmarin und etwas Pfeffer eine Marinade anrühren und die Filetscheiben darin 1 Stunde marinieren. Anschließend die marinierten Filetscheiben quer auf vier Spieße stecken. Die Äpfel vierteln, Stielansatz und Kerngehäuse entfernen. Die Viertel in dünne Scheiben, die Frühlingszwiebeln in dünne Ringe schneiden. 6 EL Sonnenblumenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Kartoffeln darin rundum braun anbraten. Apfelstücke und Frühlingszwiebeln zugeben und 5-7 Minuten mitbraten. Salzen, pfeffern und mit der fein gehackten Petersilie würzen. Inzwischen die Filetspieße in einer zweiten großen Pfanne in dem restlichen Öl von beiden Seiten ca. 2-3 Minuten braten, dabei leicht salzen.

Pro Person: 582 kcal (2437 kJ), 33,2 g Eiweiß, 28,4 g Fett, 47,2 g Kohlenhydrate

Tipp: Bei fettreichem Essen hilft Artischockensaft der Verdauung

Bei deftiger Hausmannskost, insbesondere fetthaltigem Essen, ist Artischocke ideal. Die Wirkstoffe der Artischocke regen den Gallenfluss an und unterstützen so die Entgiftungstätigkeit der Leber. Sie fördern zudem die Fettverdauung und verhindern Völlegefühl und Blähungen. Da Artischocken-Presssaft etwas bitter schmeckt, am besten mit Wasser oder Gemüsesäften mixen. Artischocken-Presssaft (z. B. von Schoenenberger) gibt es in Apotheken und Reformhäusern.

Fasten & Entschlacken mit Anleitung

Das Thema Fasten gewinnt in unserer Gesellschaft zunehmend an Interesse. Immer mehr Menschen verzichten über einen begrenzten Zeitraum von 7-10 Tagen auf feste Nahrung und erzielen damit eine beachtliche Wirkung für Körper, Geist und Seele.

Den bewussten und auf eine gewisse Zeit begrenzten Nahrungsverzicht gibt es in vielen Religionen der Welt. Ob der islamische Fastenmonat Ramadan oder die christliche Fastenzeit: Fastenzeiten kennt man.

Doch der befristete Nahrungsverzicht kann auch medizinisch genutzt werden. Heilfasten oder Fasten dienen der Entschlackung und der Entgiftung und somit der Reinigung des Organismus, der häufig ernährungsbedingte oder andere Beschwerden aufweist.

Fastende verzichten nach einer gewissen Einstimmung bewusst eine befristete Zeit auf alle festen Nahrungsmittel. Sie nehmen nichts bis auf warme Gemüsebrühen sowie frische Gemüse- und Obstsäfte und Kräutertees zu sich. Fasten ist somit eine gewollte Auszeit für den Körper.

Die Wirkungen sind häufig verblüffend. Denn Körper, Geist und Seele dürfen sich bei Fastenkuren eine Auszeit vom Alltag nehmen, sich reinigen, regenerieren und am Ende zu neuer Klarheit und Leichtigkeit finden. Altlasten werden entsorgt, es wird Platz für Neues gemacht.

In einer Fastenkur reinigt sich zunächst der Verdauungstrakt, anschließend der gesamte Körper. Manche Menschen fühlen sich nach einer Fastenkur wie neugeboren.

Der Boom der Fastenwanderungen und Fastenurlaube belegt, dass das Fasten in der heutigen Zeit Hochkonjunktur hat. Aber auch zuhause in gewohnter Umgebung läßt sich für viele ideal fasten. Je mehr Ruhe und Distanz vom Alltag man sich selbst in einer solchen Fastenzeit gibt, desto besser sind die gewünschten Effekte. Und das entdecken immer mehr Menschen.

Alle Informationen übers Fasten, Entschlacken und Entgiften (Inhalte, Abläufe, Anleitungen, Tipps) auf
www.fastenundentschlacken.de

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