Krebserkrankungen in frühen Stadien erkennen

Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben eine neue spektroskopische Methode entwickelt, die Pathologen bei der Krebsdiagnose unterstützt. In den Fachzeitschriften „Journal of Biophotonics“ und „Analyst“ verglichen sie die mit der sogenannten Marker-freien „Spektralen Histopathologie“ gewonnenen Ergebnisse mit denen herkömmlicher Diagnoseverfahren am Beispiel Dickdarmkrebs. „Im Gegensatz zu bisherigen Methoden müssen wir das Gewebe nicht mehr färben, um Krebs zu erkennen“, sagt Prof. Klaus Gerwert vom Proteinforschungskonsortium PURE (Protein Research Unit Ruhr within Europe) der RUB. „Das eröffnet die Möglichkeit, Proben in Zukunft automatisch als krankes oder gesundes Gewebe zu klassifizieren.“

Diagnose Dickdarmkrebs

Die Diagnose Dickdarmkrebs stellen Pathologen zurzeit, indem sie gefärbte dünne Gewebeschnitte aus einer Biopsie unter dem Mikroskop begutachten. Das geschieht in der Regel erst in einem fortgeschrittenen Stadium, und das Verfahren liefert keine Informationen über die molekularen Ursachen des Tumors. Die am RUB-Lehrstuhl für Biophysik etablierte Spektrale Histopathologie (SHP)-Methode erfasst hingegen direkt molekulare Veränderungen im Gewebe, insbesondere Proteinveränderungen. Sie funktioniert ohne Marker wie zum Beispiel Fluoreszenzfarbstoffe. Veränderungen detektiert sie schon in frühen Tumorstadien. Da die Analyse mit Lichtstrahlen erfolgt, kann man sie nicht nur auf dünne Gewebeschnitte aus Biopsien anwenden, sondern mit Hilfe von Lichtleitern auch direkt das Gewebe an der zu untersuchenden Stelle analysieren. „In Zukunft wollen wir die Spektrale Histopathologie gemeinsam mit klinischen Partnern endoskopisch, also direkt am Patienten einsetzen“, so Klaus Gerwert.

So funktioniert die Spektrale Histopathologie

Für die SHP zeichnen Forscher ortsaufgelöst Vibrationsspektren des Gewebes mit einem Infrarot- oder Raman-Mikroskop auf. Ein Vibrationsspektrum reflektiert den Zustand aller Proteine im Gewebe an der gemessenen Stelle. Verändern sich die Proteine im Gewebe aufgrund von Krebs, wandelt sich auch das zugehörige Spektrum. Jedes Spektrum ist dabei so charakteristisch für die Proteinveränderung wie ein Fingerabdruck für eine Person. Für ein einzelnes Gewebebild werden insgesamt rund zehn Millionen Infrarot-Spektren aufgenommen. Mit aufwendigen bioinformatischen Bildanalyseverfahren vergleichen die Wissenschaftler diese Spektren mit einer in PURE entwickelten Datenbank von Spektren bereits bekannter Gewebe und Tumore. Jedem Spektrum ordnet das Analyseprogramm einen in der Datenbank hinterlegten Gewebetypen zu, dargestellt durch eine bestimmte Farbe – genauso wie ein Täter durch Abgleich mit einer Datenbank anhand seines Fingerabdrucks identifiziert werden kann. Daraus ergibt sich ein ortsaufgelöstes annotiertes Bild des Darmgewebeschnitts. Die beiden PURE-Mitglieder Prof. Andrea Tannapfel, Direktorin des Instituts für Pathologie der RUB, und Prof. Dr. Axel Mosig, Leiter der Bioinformatik am Lehrstuhl Biophysik, waren maßgeblich daran beteiligt, die Datenbank und den Auswertalgorithmus zu erstellen. Das Auswertprogramm läuft mittlerweile auf einem handelsüblichen Laptop.

Vergleich mit klassischen Methoden zur Tumorerkennung

Um die Sensitivität und Spezifizität der Spektralen Histopathologie zu prüfen, verglich das RUB-Team die SHP-Ergebnisse mit klassischen immunohistochemischen Verfahren, bei denen Tumore durch Fluoreszenzmarker identifiziert werden. „Die Ergebnisse stimmten exzellent überein. Das zeigt eindrucksvoll, dass die Spektrale Histopathologie Änderungen der Gewebezusammensetzung hoch sensitiv und automatisiert nachweisen kann“, sagt Prof. Gerwert. Die Sensitivität und Spezifität der SHP liegen bereits über 95 Prozent und soll möglichst nah an 100 Prozent geführt werden. Durch Erweiterung auf das Raman-Imaging erzielte das RUB-Team eine höhere räumliche Auflösung im Vergleich zum Infrarot-Imaging, allerdings auf Kosten einer längeren Messzeit. „Beide Methoden ergänzen sich hervorragend“, so Klaus Gerwert. „Die Infrarot-Spektroskopie gibt schnell einen Überblick über den gesamten Gewebeschnitt. Mit Raman-Imaging können wir dann verdächtige Regionen genauer analysieren.“ Die Raman-Analyse detektiert etwa veränderte Zellkerne, die für Tumore charakteristisch sind.

Projektförderung

Fördermittel für das Projekt stammen vom Land NRW im Rahmen des Europäischen Proteinforschungsinstituts PURE, dessen Sprecher Prof. Gerwert ist.

Titelaufnahmen

A. Kallenbach-Thieltges, F. Großerüschkamp, A. Mosig, M. Diem, A. Tannapfel, K. Gerwert (2013): Immunohistochemistry, histopathology and infrared spectral histopathology of colon cancer tissue sections, Journal of Biophotonics, DOI: 10.1002/jbio.201200132

L. Mavarani, D. Petersen, S.F. El-Mashtoly, A. Mosig, A. Tannapfel, C. Kötting, K. Gerwert (2013): Spectral Histopathology of colon cancer tissue sections by Raman imaging with 532 nm excitation provides label free annotation of lymphocytes, erythrocytes and proliferating nuclei of cancer cells, Analyst, DOI: 10.1039/C3AN00370A

 

Interkulturelles Filmfestival „Nahaufnahme“

Als die Sowjetunion zerbricht, flieht Wadim mit seiner Familie aus Lettland nach Hamburg. Die Familie erhält kein Asyl, wird jahrelang geduldet – als Wadim volljährig ist, schieben ihn die deutschen Behörden nach Lettland ab. Die eindrucksvolle Dokumentation über 13 Jahre zwischen Duldung, Zurückweisung, Flucht und letztlich tragischem Ende ist nur einer der zwölf Filme, die das interkulturelle Filmfestival „Nahaufnahme“ vom 18. bis 28. November 2013 im Rhein-Sieg-Kreis präsentiert.

Sieben Spielstätten, neun Spieltage und insgesamt 23 Filmvorführungen sind die Eckdaten des besonderen Filmprogramms, das den Scheinwerfer ganz speziell auf die Themenfelder Migration und Integration richtet – mal mit leichter Hand, mal in ernster Tonlage. Bei der dritten „Nahaufnahme“ im Rhein-Sieg-Kreis sind u.a. die Produktionen „Werden Sie Deutscher“, „Zimt und Koriander“, „Kaddisch für einen Freund“ oder „Das Schwein von Gaza“ mit dabei. Gesprächs- und Diskussionsangebote ergänzen die Filmpräsentationen vor Ort.

Aber Nahaufnahme ist nicht nur ein spezielles Kinoprogramm mit thematischem Schwerpunkt. Das Programmheft zum Festival verbindet die Filme mit Informationen zur aktuellen Migrationssituation im Rhein-Sieg-Kreis und der Region: Zahlen, Fakten, Hintergründe und Zusammenhänge erlauben einen Blick ‚hinter die Kulissen’. „Das Festival verknüpft die Themen Kultur, Migration und Integration und passt somit gut zu einem kulturell besonders reichhaltigen Lebensraum wie dem Rhein-Sieg-Kreis, in dem viele Menschen aus verschiedenen Kulturen eine neue Heimat gefunden haben“, erläutert Thomas Wagner, Kulturdezernent des Rhein-Sieg-Kreises. „Ein Fünftel aller Einwohnerinnen und Einwohner im Rhein-Sieg-Kreis haben einen Migrationshintergrund. ’Nahaufnahme’ will den Weg für Integration, aber auch für gegenseitige Achtung und Toleranz ebnen.“

„’Nahaufnahme’ bietet mit interessanten und humorvollen, aber auch tiefgründigen Filmen verschiedener Genres die Chance, in die Welt jener Menschen einzutauchen, die nach Deutschland eingewandert sind, aber aus einer anderen Kultur stammen“, charakterisiert Rainer Land, Kulturamtsleiter des Rhein-Sieg-Kreises, das Festival. „Außerdem ist es ein gutes Beispiel für eine gelungene interkommunale Zusammenarbeit.“

Als Spielstätten mit dabei sein werden das Jugendcafé und das Siegtal-Gymnasium in Eitorf, das Kur-Theater Hennef, das Studio Kino Sankt Augustin, das CINEPLEX Siegburg, das Drehwerk 17/19 Wachtberg sowie das Museum für Stadt- und Industriegeschichte (MUSIT) in Troisdorf.

„Nahaufnahme“ wurde 2010 in Leverkusen als lokales Filmfestival ins Leben gerufen und 2011 erstmals als Kooperationsprojekt in der Kulturregion Rheinschiene etabliert. 2013 findet das Filmfestival in Eitorf, Hennef, Sankt Augustin, Siegburg, Troisdorf und Wachtberg sowie in Bergisch Gladbach statt.

Nähere Infos zum Filmfestival „Nahaufnahme“ sowie das Programmheft finden Interessierte unter www.rhein-sieg-kreis.de/nahaufnahme
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Besuch beim Weihnachtsmann

Finnland. Weihnachtsmann © Dertour
Finnland. Weihnachtsmann © Dertour

Familienreise zum Polarkreis

Ein Besuch beim Weihnachtsmann! Dertour-Gäste können sich mit der viertägigen Festtagsreise „Hausbesuch beim Weihnachtsmann“ diesen exklusiven Wunsch erfüllen. Ab Hamburg führt die romantische Winterreise direkt ins finnische Rovaniemi und zum Weihnachtsmanndorf Santa Claus Village.

Hier am Polarkreis wohnt der Weihnachtsmann in einem gemütlichen Holzhaus. Vom weihnachtlichen Postamt können die Gäste Briefe an die Lieben zu Hause verschicken und Kinder dürfen ihren Wunschzettel beim Weihnachtsmann persönlich abgeben. Aber auch sonst ist diese Reise ein Erlebnis der besonderen Art: Mit dem Schneemobil geht’s zu einer Huskyfarm, dort genießen die Gäste eine Hundeschlittenfahrt durch die Winterlandschaft. Anschließend wärmen sich alle am Lagerfeuer. Auf der Rentierfarm erzählt ein Same vom Leben im Norden, bevor die Gäste auf den Schlitten steigen, um den Rentierführerschein zu erwerben. Mit etwas Glück zeigen sich zu später Stunde auch die Nordlichter am Nachthimmel.

Weitere Informationen:
http://www.dertour.de/rundreisen/hausbesuch-beim-weihnachtsmann;rvn90122sk/

Engadin St. Moritz – die Wintersaison ist gestartet

Skifahrer im Skigebiet Corviglia. Foto: © Christof Sonderegger / ENGADIN St. Moritz
Skifahrer im Skigebiet Corviglia.
Foto: © Christof Sonderegger / ENGADIN St. Moritz

Ein rasantes Ski- und Langlauf-Opening mit Starbesetzung, die erste Yoga-Piste der Welt, die steilste Piste in Graubünden, erstmals Musiktheater in der Frühlingsschneesonne, Jubiläen und weitere Neuigkeiten erwarten die Gäste von Engadin St. Moritz im Winter 2013/2014. Weitere Informationen zum Ferienland Schweiz gibt es unter www.MySwitzerland.com und der kostenfreien Rufnummer von Schweiz Tourismus 00800 100 200 30 mit persönlicher Beratung.

Engadin St. Moritz ist als erste Destination Graubündens in die Wintersaison gestartet. Der Kontrast zwischen dem schillernden St. Moritz und dem inspirierenden Engadin garantiert ein unvergessliches Wintervergnügen.

Die Region Engadin St. Moritz bietet ihren Gästen bereits im zweiten Winter das Angebot „Hotel Skipass inklusive“ an. Gäste, die mehr als eine Nacht in einem der über 100 teilnehmenden Hotels verbringen, erhalten den Skipass für die Dauer ihres Aufenthalts für 25 Schweizer Franken pro Person und Tag. Das Angebot gilt während der gesamten Wintersaison bis zum 25. Mai 2014.

Vom 29. November bis 1. Dezember 2013 wird in St. Moritz die Saisoneröffnung auf der Corviglia mit einem großen Fest eingeläutet. Am Tag finden auf den Pisten Skitests statt, am Abend wird die Skipiste in die Fußgängerzone von St. Moritz verlegt: Beim Cityrace messen sich bekannte Persönlichkeiten, Gäste und Einheimische im Parallelslalom. Für die musikalische Untermalung sorgt der international bekannte DJ Antoine. Ebenfalls vom 29. November bis 1. Dezember findet in Pontresina das Nordic Opening statt – die Saisoneröffnung für die Langläufer.
www.engadin.stmoritz.ch/pauschalenliste/ski-opening-2013/
www.engadin.stmoritz.ch/pauschalenliste/nordic-opening-2013/ 

Mit 86 Prozent Gefälle befindet sich auf der Lagalb in Pontresina die steilste Abfahrt in Graubünden. Die „Minor Piste“ ist ab dem 21. Dezember 2013 für Adrenalinhungrige täglich frisch gespurt. Für einen weiteren Adrenalin-Kick sorgt ab Februar 2014 die sieben Meter hohe Halfpipe bei der Mittelstation Murtèl am Corvatsch, die europaweit als Highlight gilt.

Auf der Paradiso-Piste (Piste Nr. 1) auf Corviglia hingegen steht genussorientiertes Ski- und Snowboardfahren im Zentrum. Seit diesem Winter befindet sich dort die erste Yoga-Piste der Welt. Yoga on Snow kann selbstständig oder unter fachkundiger Leitung praktiziert werden. Im Zentrum stehen die Entschleunigung und das „Erfahren“ eines anderen Abfahrtsrhythmus.
www.engadin.stmoritz.ch/yoga-on-snow/

Das Carlton Hotel St. Moritz feiert in der Wintersaison 2013/2014 sein 100-jähriges Bestehen seit der Eröffnung zu Weihnachten 1913. Mit dem Carlton Hotel war damals das fünfte und jüngste Luxushotel in St. Moritz geboren.

Vom 14. März bis 5. April 2014 wird die Ebene bei Surlej in Silvaplana zum Schauplatz des Musiktheaters „Kaiser im Schnee“. Der Intendant, Giovanni Netzer, macht die Geschichte von Karl dem Großen – zu Ehren des 1200. Todestag von Karl dem Großen – zum Thema für die Tänzer, Schauspieler und Musiker. Das Musiktheater ist eingebettet in die majestätische Bergwelt mit Blick auf die Engadiner Seen.

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