Wolfsburger LipDub-Video

Beim Film zum 75. Stadtgeburtstag sind nicht die Sehenswürdigkeiten von Wolfsburg sondern die Menschen die Stars. 2000 Wolfsburger zeigen ihre Talente, ihr soziales Engagement, ihre gemeinsame Freizeitgestaltung aber auch ihre Berufe und Unternehmen. Das Musikvideo spiegelt ihr Leben in ihrer Stadt. Getreu dem Genre LipDub interpretieren die unterschiedlichen Darsteller vom Feuerwehrmann über den Tänzer bis hin zum Volkswagen-Konzern nebenbei den Hit „Won´t forget these days“ von Fury in the Slaughterhouse. Beeindruckt von deren Engagement unterstützen die Rockmusiker der Fury-Nachfolge-Band Wingenfelder die Wolfsburger dabei.

Am Sonntag, 20. Oktober, feierte das Video Premiere. Oberbürgermeister Klaus Mohrs gab im Beisein der Darsteller, Organisatoren und des Film-Teams das Startsignal für die Freischaltung des Videos im Internet. Auf dem Youtube-Kanal www.youtube.com/diestadtwolfsburg kann sich jeder, weit über die Stadtgrenzen hinaus, das außergewöhnliche Geschenk anschauen und von der Lebendigkeit Wolfsburgs überzeugen. Bereits am frühen Montagmorgen wurde es rund 5500 Mal angeschaut. „Das Video strahlt die Vielfalt, Lebensfreude und Weltoffenheit aus, wie ich sie in Wolfsburg immer wieder erlebe“, so Wolfsburgs Oberbürgermeister.

In Szene setzte die Wolfsburger ein Film-Team um den namhaften Regisseur Benjamin Quabeck und die Produktionsfirma zero one film. Entlang einer zwei Kilometer langen Strecke im Wolfsburger Allerpark warteten die Darsteller am Drehtag, dem 1. September, geduldig auf ihren Einsatz. Kameramann Frank Meyer lief die Treppen von Schloss Wolfsburg herauf, fuhr abwechselnd mit Quad, Boot oder auch Bus. Sobald die Kamera am eigenen Streckenabschnitt ankam, musste jeder egal ob professioneller Tänzer, Eishockeyprofi der Grizzly Adams oder Pfadfinder punktgenau seine Performance abliefern. Passend zum Titelsong enthält der rund 13 Minuten lange Film schnelle und langsame Passagen, sehr emotionale aber auch actionreiche Szenen.

„Das LipDub-Video umzusetzen, war ein riesiger organisatorischer Aufwand. Ich danke allen Darstellern, dem Berliner Film-Team, den Sponsoren der Wolfsburg AG und der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg und den vielen Helfern herzlich für ihren Einsatz. Wie unser Jubiläumsmotto „Wolfsburg wächst mit mir“ schon aussagt, sind solch einzigartige Projekte nur als Gemeinschaftswerk möglich“, so Mohrs. Das Geschenk der Wolfsburger wird noch lange an das Jubiläum ihrer Stadt erinnern.

Link: http://www.youtube.com/watch?v=mgFZ0L6T3to

Ressourcen der Städte besser nutzen

Urbane Landwirtschaft ist nicht nur eine schöne Spielerei, sondern tatsächlich ein wichtiger Baustein in der Nahrungsversorgung der Zukunft. Das machte Dr. Ute Arnold von der Universität Bonn auf der Konferenz „Essbare Stadt Andernach“ deutlich. Die wichtigsten Ressourcen der Landwirtschaft werden immer knapper, sagte sie. Dazu gehören Land, Energie und Phosphor. So werde im Jahr 2050 nach Berechnungen der Vereinten Nationen weltweit nur noch halb so viel Ackerfläche zur Verfügung stehen wie im Jahr 1970.

Urbane Landwirtschaft bietet ein großes Potenzial für Städte, die eigenen Ressourcen besser zu nutzen, meint Arnold. Das gilt sowohl für die Nutzung der städtischen Flächen, die Verwertung von (organischen) Abfällen für Kompost, die Regenwasser- und Abwassernutzung aber auch für Potenziale durch Bürgerbeteiligung.

In einem Forschungsprojekt hat die Universität Bonn beispielsweise untersucht, welche Möglichkeiten es gibt, Nährstoffe für die landwirtschaftliche Produktion aus Haushaltsabwässern wiederzugewinnen.

„Die meisten Nährstoffe scheidet der Mensch im Urin aus“, sagte Arnold (etwa 90 % des verzehrten Stickstoffs und 50 % des Phosphors). Im Mittelpunkt des Verbundprojektes „Saniresch“, stand daher die Frage, wie sich der Wasserverbrauch für Toiletten verringern und das sogenannte Gelbwasser umweltverträglich nutzen lässt. Dafür wurde in einem Bürogebäude mit hohem Publikumsverkehr anstelle eines herkömmlichen Abwassersystems ein neuartiges Sanitärsystem, kurz NASS etabliert. Es ermöglicht die Trennung von Grauwasser, Braunwasser und Urin. Um das Phosphor aus dem Urin zu gewinnen, nutzt man eine MAP-Fällung (die kristalline Verbindung Magnesiumammoniumphosphat, häufig auch Struvit genannt). So lassen sich 98 Prozent des Phosphors aus dem Urin rückgewinnen. In Feldversuchen der Universität Bonn konnte nachgewiesen werden, dass die Produkte aus Urin – gelagertes Gelbwasser und MAP – hygienisch unbedenklich sind, eine gute Düngerwirkung haben und in ihrer Wirkung auf Pflanzen konkurrenzfähig sind gegenüber konventionellen mineralischen Düngern.

Bürger stehen der Idee einer getrennten Sammlung von Feststoffen und Urin aufgeschlossen gegenüber. In einer Verbraucherbefragung gab es überwiegend positive Resonanz für die Verwertung solcher Düngemittel in der Landwirtschaft.

Gesa Maschkowski, www.aid.de

Weitere Informationen:
www.saniresch.de

Lippische Ziegler und ihre Frauen

Um das Leben der lippischen Zieglerfrauen geht es bei einer integrativen Führung für Hörende und Gehörlose, zu der der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Samstag, 26. Oktober, in sein Ziegeleimuseum nach Lage einlädt. Die rund einstündige Tour wird begleitet von Gebärdendolmetscherin Marika Franke. Die Teilnahme ist kostenlos; gezahlt werden muss nur der reguläre Eintritt.

Das LWL-Ziegeleimuseum hält ein Stück Industriegeschichte lebendig, denn die massenweise Produktion von Backsteinen war Voraussetzung für das rasante Wachstum der Städte und Fabriken während der Industrialisierung. Know how und Arbeitskräfte aus Lippe spielten dabei eine besondere Rolle: Aus der Region zogen alljährlich tausende Männer während der Sommermonate in die Fremde, um auf auswärtigen Ziegeleien zu arbeiten. Die Frauen blieben währenddessen in der Heimat zurück und mussten sich alleine um Haus, Hof und Kind kümmern.

Das LWL-Industriemuseum präsentiert, wie diese Ziegler lebten und arbeiteten. Im ehemaligen Zieglerkotten erfahren Besucher, welche Folgen die Wanderarbeit für das Leben der Frauen und Kinder in Lippe hatte. Den Kern des LWL-Museums bilden die historischen Fabrikgebäude der ehemaligen Ziegelei Beermann am Stadtrand von Lage. Seit 1922 gaben hier Maschinen den Takt an, vorher wurden die Ziegel von Hand hergestellt. Wie – das dürfen Besucher selbst ausprobieren, indem sie in der Maukegrube den Lehm mit Füßen treten und ihn mit beiden Händen in den Streichrahmen drücken.

LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum – Ziegeleimuseum Lage
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Sprikernheide 77
32791 Lage
Karte und Routenplaner

Braunschweig um 1900 – Architektur & Design

Den städtebaulichen Aufbruch Braunschweigs um die Jahrhundertwende zeigt die neue Ausstellung „Braunschweig um 1900 – Architektur & Design“. Sie ist bis zum Mai nächsten Jahres im Städtischen Museum im Altstadtrathaus zu sehen.

Zwischen 1880 und 1920 verändert sich das Stadtbild Braunschweigs wesentlich. Im östlichen Ringgebiet wächst ein neuer Stadtteil mit viel Wohnraum, Kleingewerbe und auch Kasernen heran. Im Westen und Süden der Stadt entstehen große Industrieanlagen mit Anbindung an die Eisenbahn. Zeitgleich werden fortschrittliche, bedarfsgerechte Wohnquartiere für die Arbeiter gebaut. Die Stadt wird modern: mit neuem Rathaus, Schulen und Grünanlagen. Nach dem Vorbild anderer Großstädte bekommt Braunschweig eine neue Infrastruktur mit Kanalisation, gepflasterten Straßen und Elektrifizierung. Der Bau eines Schlachthofes, öffentlicher Badehäuser und Krankenhäuser sowie die Anlage eines Zentralfriedhofes außerhalb der Stadt lösen Hygieneprobleme.

Die Architektur der Jahrhundertwende ist vielfältig. Neogotik steht neben Neobarock, Jugendstil ist indes im Stadtbild kaum vertreten. Steinhäuser verdrängen nach und nach die Fachwerkbauten. In der Stadt ist das Interesse an der eigenen Geschichte groß. Wertvolle Bauteile alter Fachwerkhäuser werden daher nicht zerstört, sondern abgetragen und im Städtischen Museum bewahrt. Der Denkmalschutz ist geboren.

Neben den Stadtplanern Ludwig Winter (Rathaus) und Max Osterloh (Städtisches Museum) sind viele bedeutende Architekten zu nennen, so Constantin Uhde (Rimpausche Villa), Carl Munte (Volksfreund-Haus) und J. Philipp Lipps (Brauhaus Wolters). Stereofotografien geben in der Ausstellung „Braunschweig um 1900“ Eindrücke von der Residenzstadt und der modernen Industriestadt Braunschweig wieder.

Informationen

Dauer: 22. Oktober 2013 bis Mai 2014
Öffnungszeiten: Di. – So. 10 bis 17 Uhr
Veranstalter: Städtisches Museum Braunschweig, Altstadtrathaus, Altstadtmarkt 7, 38100 Braunschweig, Telefon 0531 470 4551, E-Mail: staedtisches.museum@braunschweig.de, www.braunschweig.de/museum
Der Eintritt ist frei.

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